Anschlag in Dortmund

21. April 2017 10:50; Akt: 21.04.2017 13:55 Print

Der BVB-Bomber bestellte seelenruhig ein Steak

Sergej W. (28) quartierte sich bereits Tage vor dem Attentat im BVB-Mannschaftshotel ein. Die Ermittler glauben, dass er professionelle Bomben bauen kann.

Die Sprecherin des Generalbundesanwaltes informiert über die Festnahme. (Video: Tamedia/AFP)
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Der Tatverdächtige Sergej W., der den Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund begangen haben soll, fiel bereits kurz nach der Explosion am 11. April auf. Der Deutsch-Russe aus Baden-Württemberg hatte sich im Mannschaftshotel des Fussballvereins einquartiert – und zog die Aufmerksamkeit des Hotelpersonals auf sich.

Wie Bild.de schreibt, betrat der 28-Jährige nur kurz nach dem Attentat seelenruhig das Restaurant des Hotels «L'Arrivée» und bestellte ein Steak – während alle anderen Gäste in Aufruhr waren.

Sergej W. kennt sich mit Elektrotechnik aus

Schon zwei Tage früher beim Einchecken fiel der ungewöhnliche Gast auf: Das Hotelzimmer, das er eigentlich bekommen sollte, lehnte Sergej W. ab, weil es kein Fenster zur Strasse hinaus hatte. Das berichtet «Bild» unter Berufung auf Ermittlerkreise. Schliesslich habe der Tatverdächtige einen Raum im Dachgeschoss bezogen. Von dort habe er direkt auf den Anschlagsort schauen können und auch die Möglichkeit gehabt, die Bomben fernzuzünden.

Sein Zimmer buchte Sergej W. bereits am 11. März. Er checkte ein erstes Mal bereits vom 7. bis 9. März im «L'Arrivée» ein – wohl um die Umgebung auszukundschaften.

Die Ermittler trauen dem Verdächtigen zu, professionelle Bomben zu konstruieren. Er soll über weitreichende elektrotechnische Kenntnisse verfügen – immerhin habe er 2015 einen Schulpreis im Bereich Elektronik und Betriebstechnik gewonnen.

Festnahme auf dem Weg zur Arbeit

Der Deutsch-Russe wurde am Freitag um sechs Uhr morgens auf dem Weg zur Arbeit im Raum Tübingen festgenommen. Bewaffnete Einsatzkräfte durchsuchten seine Wohnung in Rottenburg am Neckar in Baden-Württemberg.

Gemäss «Spiegel» hatten die Behörden den Verdächtigen bereits seit einer Woche im Visier und ihn seither ohne Pause überwacht. Seit dem 13. April wurde er wegen 20-fachen versuchten Mordes und wegen der Herbeiführung einer Explosion gesucht.

(mlr)