Von Clinton bis Erdogan

14. Juli 2016 16:44; Akt: 14.07.2016 17:49 Print

Johnson hat schon die halbe Welt beleidigt

Er ist jetzt oberster britischer Diplomat. Dabei hat Boris Johnson – sehr undiplomatisch – schon viele vor den Kopf gestossen, mit denen er nun zu tun hat.

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Premier wollte er nicht werden, den Aussenministerposten aber übernimmt er: Boris Johnson hat die Welt einmal mehr in Staunen versetzt. Wo einige seine Ernennung für einen schlechten Witz halten und andere amüsiert auflachen, ist sicher: Boris, wie er in Grossbritannien seit seinem Londoner Bürgermeister-Amt genannt wird, polarisiert.

Und das nicht erst seit der Annahme des Brexit-Referendums vom 23. Juni, dessen prominenter Fürsprecher er war. Schon immer hat der in Oxford ausgebildete Altertumswissenschaftler kein Blatt vor den Mund genommen – und so manch bösen Kommentar über jene fallen lassen, mit denen er in seiner neuen Funktion ab heute zusammenarbeiten muss.

Clinton hat ihm vergeben

Der «Guardian» verbreitete eine Liste der Politiker weltweit, die Johnson schon beleidigt hat. Wie sie der Diashow entnehmen können, gehören dazu: US-Präsident Barack Obama, Hillary Clinton, Donald Trump oder der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Immerhin: Hillary Clinton, die Johnson einst als «sadistische Krankenschwester einer psychiatrischen Anstalt» bezeichnete, hat ihm gemäss seinen Angaben verziehen. Es wird sich zeigen, ob die anderen mit Johnsons Spott übergossenen Würdenträger das auch tun werden. Boris' berühmter Charme und seine Schlagfertigkeit dürften genauso helfen wie seine unkonventionelle Art.

Keinen Schaden davongetragen

Ohnehin vermag sich Johnson halbwegs elegant aus Situationen zu retten, die andere kaum unbeschadet überstanden hätten: Bis heute ist unvergessen, wie er zappelnd in einer Seilrutsche hängen blieb oder, vom sportlichen Ehrgeiz gepackt, einen japanischen Jungen beim Rugby umrannte. Geschadet haben derlei Lächerlichkeiten Johnson nie wirklich.

Doch den Clown kann «BoJo», wie ihn die britische Presse auch gerne nennt, im neuen Job nicht mehr ausleben. Und es ist gut möglich, dass das Amt ihn wachsen lässt. Der Politologe Tony Travers von der London School of Economics zumindest ist gemäss der Nachrichtenagentur AP optimistisch: «Ich denke, im tiefen Inneren ist er eine seriöse Person, mit ernsthaften Zielen.»

(gux)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pebo54 am 14.07.2016 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verry British

    Das ist die ultimative Quittung, er als Aussenminister:-)))))

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  • Herr Leichner am 14.07.2016 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Aber recht hat er

    Könnte jeden seiner Sätze unterschreiben.

  • Giräffli78 am 14.07.2016 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lustiger Bojo

    Ach Bojo!!!Wie schön,dass Grossbritannien einen unfreiwillig lustigen Aussenminister wie Dich hat.:)))

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kompliment am 16.07.2016 00:11 Report Diesen Beitrag melden

    Das muss gesagt sein.

    Er sieht toll aus mit der neuen Frisur.

  • Drizzt am 15.07.2016 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    HopeBritainStayTogether

    Wie heissts so schön " Wo eine Tür zu geht, geht auch eine neue auf". Mut braucht es immer zur Veränderung. Ob es sich schlussendlich auszahlt in Lebensqualität für das Britische Volk, wird sich zeigen. Als Paradebeispiel, ob gut oder schlecht, wird der Brexit wohl in die Geschichtsbücher eingehen. Nun muss das Volk jedoch sicher 10j unstabilität in kauf nehmen Ich hoffe das war man sich bewusst. Zum Glück gibts noch das Gleichgewicht zwischen Arbeiter und EigenständigenUnternehmer. Bei uns in der CH läuft ja auch viel schief. Es gibt zu viele Chefs welche nur noch lernen Chefs zu sein.

  • nomi am 15.07.2016 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrheit und Anstand

    Mann kann jemanden die Meinung sagen ohne den Anstand zu verlieren. Das lernte mann früher in den Schulen und bei Eletern. Einfach den Argument bringen "die wahrheit sagen" taugt bei mir nicht. Dieser Typ könnt siamesicher Zwilling vom Trump sein.

  • Kammerzofe am 15.07.2016 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hochachtung

    Bravo, Bravo Boris. Endlich einmal eine gute Nachricht. Gratuliere. Alle sind nur neidisch.

    • Hofnarr am 15.07.2016 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kammerzofe

      Neidisch auf was? Ein Land unter falschen Argumenten zum Austritt aus der EU bewogen zu haben, ohne dabei auch nur selbst ein Yota Glauben daran gehabt zu haben, dass sie ihm glauben und tatsächlich Ja sagen würden?...

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  • Knorrli am 15.07.2016 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Mir gefällt der Mann eigentlich ganz gut. Wenn sich jemand beleidigt fühlt, ist er selber schuld. Meistens lieg ein wenig Wahrheit in seinen "Beleidigungen". Ein bisschen Humor tut gut. Die Deutschen können nun wettern wie sie wollen. Und ich freue mich:D