Krieg in Syrien

09. Oktober 2012 12:09; Akt: 09.10.2012 20:30 Print

Rebellen verüben Anschlag auf Geheimdienst

In Damaskus haben Selbstmordattentäter zwei Autobomben in einem Geheimdienstkomplex hochgehen lassen. Die Spannungen zwischen Syrien und Türkei halten an.

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, aber wohlbehütet in den Armen des Vaters. brauchen dringend Geld. . Wie die Uno Ende September berichtete treibt die Gewalt täglich bis zu 3000 Menschen in die Flucht. Die Behörden sind mit den Flüchtlingscamps völlig überfordert. . Diese hier haben sich eine Fahne gebastelt. Sie haben in den letzten Monaten bestimmt einige Flaggen gesehen. , tagsüber spielen sie. Hier flitzt ein kleiner Messi mit seinem Kumpel durch die Zeltstadt. , aber sie sind - vorläufig - in Sicherheit. . Doch ihre Gesprächspartner sind Gleichaltrige. - ihre berufliche Zukunft ist gefährdet. können sich die kleinen Kriegsopfer in den Camps erholen, finden Freunde und scherzen mit den Fotografen. . Doch für die Kleinsten ist der Wasserhahn eine richtige Dusche. , völlig verängstigte und erschöpfte Menschen in den Camps an. Auch diese Familie ist , sie überquert die Grenze zwischen der syrischen Stadt Azaz und der türkischen Stadt Kilis. Die Erleichterung der Eltern spiegelt sich im Gesicht der Jüngsten. Die älteren Kinder sind misstrauischer. finden sich immer mehr Menschen ein. Sie alle warten darauf, dass sie ihr Land verlassen dürfen. Auch diese beiden Schwestern . . Der kleine Amjad leidet an einer Lebensmittelvergiftung. Vor elf Tagen musste er sein Zuhause verlassen, weil die Bombardierungen immer schlimmer wurden. Zeit für den Mittagsschlaf - in rudimentärsten Verhältnissen nahe der Grenze zur Türkei. Unterwegs von Aleppo in die Türkei, hat es sich diese 5-Jährige mit ihrer Familie in einem Schulgebäude «gemütlich» gemacht. Auch dieses Mädchen ist mit ihrer Familie . Jetzt liegt die 5-Jährige mit einer Lungenentzündung in den Armen ihres Vaters im Wartezimmers eines provisorischen Spitals. für die tausenden Flüchtlinge im eigenen Land. In den Schulen fällt der Unterricht aus, die Räume dienen als Unterkunft für die Schutzsuchenden. . Eine Ruhepause auf der nervenzerreibenden Flucht aus Aleppo. Nachts hören sie die Bomben und Granaten, am Tag erkunden sie die Trümmer. Spuren des Kriegs, doch der Alltag geht weiter. . Dieser verletzte Junge steht nach einem Bombenangriff unter Schock. Die Bilder stammen aus dem Dar-al-Shifa-Spital in der hart umkämpften Stadt im Nordwesten des Landes. Es sind erschütternde Bilder, die die Unmenschlichkeit des Kriegs zeigen.

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In der syrischen Hauptstadt Damaskus haben Rebellen nach eigenen Angaben einen Selbstmordanschlag auf einen Geheimdienstkomplex der Luftwaffe verübt. Die militante islamistische Gruppe Al-Nusra bekannte sich am Dienstag auf Facebook zu dem Angriff im Vorort Hartasta.

Selbstmordattentäter hätten zwei Autos mit Tonnen von Sprengstoff in die Luft gejagt, hiess es. Anwohner und Aktivisten berichteten von einer gewaltigen Explosion, auf die ein heftiger Schusswechsel folgte. Das syrische Staatsfernsehen meldete ebenfalls eine Detonation in der Gegend, machte aber keine näheren Angaben.

Die im Exil ansässige Syrische Beobachtungsstelle sprach von «Dutzenden Toten» beim Doppelanschlag vom Montagabend in Harasta, rund zehn Kilometer nordöstlich der Hauptstadt. Unklar sei das Schicksal «Hunderter Gefangener» vor Ort.

Der Geheimdienst der Luftwaffe wird von Dschamil Hassan, einem der Top-Militärs von Präsident Baschar al-Assad, kommandiert. Es lagen keine Informationen darüber vor, ob sich Hassan zum Zeitpunkt des Anschlags im Gebäude aufhielt.

Anhaltender Flüchtlingsstrom

Unterdessen gingen die Kämpfe im ganzen Land weiter: In einem belebten Viertel von Damaskus explodierte am Dienstag ein Sprengsatz. Nach Angaben von Augenzeugen galt der Anschlag in der Nähe des Abbassiden-Platzes einem Fahrzeug der Sicherheitskräfte.

Nach Angaben von Aktivisten eroberten Rebellen eine strategisch wichtige Stadt im Norden des Landes. Die Regierungssoldaten hätten sich von allen ihren Kontrollpunkten in Maaret al-Numan zurückgezogen, berichtete die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Maaret al-Numan liegt an der Autobahn, welche Damaskus mit Aleppo verbindet.

Nach einem Granatenangriff auf den syrischen Grenzort Al-Atarib wurden 19 Verletzte von Angehörigen in die Türkei gebracht. Das meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

Eine von syrischen Truppen abgefeuerte Mörsergranate sei dort in einem Wohnviertel detoniert, es gebe eine grosse Anzahl an Toten und Verletzten. Eine Syrerin starb demnach, die anderen wurden in verschiedene Spitäler in Antakya gebracht.

Die türkische Regierung hatte am Montagabend mitgeteilt, dass bislang 98'000 Syrer über die Grenze geflohen seien. Die Türkei kündigte an, auch weiterhin Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufzunehmen.

Ende August hatte Aussenminister Ahmet Davutoglu noch gewarnt, bei 100'000 Flüchtlingen seien die Kapazitäten seines Landes erschöpft. Er favorisierte damals eine Versorgung der Flüchtlinge innerhalb einer Pufferzone auf der syrischen Grenze.

UNO-Generalsekretär appelliert an Regierung

In Paris rief UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon die syrische Führung zu einer sofortigen einseitigen Waffenruhe auf. Es sei «unerträglich», wie die Zivilbevölkerung unter den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen zu leiden habe, sagte Ban am Dienstag nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident François Hollande. Die Aufständischen sollten sich ebenfalls an eine solche Waffenruhe halten, sagte der UNO-Generalsekretär.

Die Türkei verlegte in der Zwischenzeit weitere Militäreinheiten an die Grenze zu Syrien. So seien 25 zusätzliche Kampfflugzeuge auf einer Luftwaffenbasis im südostanatolischen Diyarbakir angekommen, berichteten mehrere Zeitungen am Dienstag unter Berufung auf Militärkreise.

In den Grenzprovinzen Hatay und Sanliurfa wurden zudem Panzerverbände näher an die syrische Grenze gebracht. Auch in der Nähe der Grenzstadt Akcakale, wo vergangene Woche fünf Zivilisten beim Beschuss durch eine syrische Granate getötet worden waren, wurden die türkischen Grenztruppen demnach weiter verstärkt.

Das türkische Parlament hatte vergangene Woche ein Mandat für eine mögliche Militärintervention in Syrien beschlossen. Seitdem erhalten die Armee-Einheiten in Grenznähe fortlaufend Verstärkung. Generalstabschef Necdet Özel und hohe Generäle trafen am Montag zu einer Truppeninspektion an der Grenze ein.

Türkischer Plan für Militärintervention

Die Oppositionszeitung «Cumhuriyet» berichtete unterdessen, Regierung und Militärs in Ankara hätten einen Fünf-Punkte-Plan ausgearbeitet, um für alle Eventualitäten im Zusammenhang mit der Syrien-Krise gerüstet zu sein.

Im Falle eines verstärkten Beschusses des türkischen Territoriums von Syrien aus sollen demnach zunächst Luftangriffe auf Ziele in Syrien geflogen werden. Als letzte Möglichkeit behalte sich Ankara auch die Entsendung von Bodentruppen ins Nachbarland vor. Von Regierungsseite lag zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht vor.

(sda)