«Er ist angekommen»

18. November 2017 08:37; Akt: 18.11.2017 12:14 Print

Hariri kündigt Rückkehr in den Libanon an

Präsident Macrons diplomatische Intervention in Saudiarabien scheint gefruchtet zu haben: Saad Hariri ist in Paris gelandet. Dort soll er aber nicht lange bleiben.

Auf Einladung von Macron: Libanons zurückgetretener Regierungschef Saad Hariri ist in Paris eingetroffen. Video: Tamedia/AFP
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Der unter dubiosen Umständen zurückgetretene libanesische Ministerpräsident Saad Hariri ist am frühen Samstagmorgen in Paris eingetroffen. Hariri stieg vor seinem Haus in Paris aus seinem Auto und ging auf direktem Weg in das Gebäude, ohne mit Journalisten zu sprechen.

Wenige Stunden nach seiner Ankunft kündigte Hariri an, er werde zur Feier des libanesischen Unabhängigkeitstags am 22. November wieder in sein Heimatland zurückkehren. «Präsident Aoun hat heute morgen einen Telefonanruf von Herrn Hariri erhalten, in dem er ihn informierte, dass er in den Libanon zurückkehren wird», schreibt das Büro des libanesischen Präsidenten Michel Aoun auf Twitter. Ob Hariri sein Amt wieder antreten wird, ist unklar. Aoun hat Hariris Rücktritt bislang nicht akzeptiert. Er erwarte, dass der Premier ihm seine Gründe persönlich im Libanon erklärt.

Saudiarabien-Iran streiten um Lebanon

«Zu sagen, dass ich in Saudiarabien festgehalten werde, ist eine Lüge»

Hariri wurde bei der Ankunft in Paris von seiner Frau Lara al-Asm begleitet. Von seinen drei Kindern war im Fernsehen nichts zu sehen. Der zurückgetretene Premier wollte am Mittag mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zusammentreffen.

Nach Angaben des libanesischen Fernsehsenders Future TV, der Hariris Familie gehört, sei der zurückgetretene Premier und seine Frau an Bord seines Privatflugzeugs von Riad nach Paris geflogen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte Hariri nach Paris eingeladen.

Kurz vor dem Abflug hatte Hariri auf Twitter mitgeteilt: «Ich bin auf dem Weg zum Flughafen.» Er hob hervor: «Zu sagen, dass ich in Saudiarabien festgehalten werde und es mir verboten sei, das Land zu verlassen, ist eine Lüge.»

Hariri hatte am 4. November in der saudiarabischen Hauptstadt überraschend seinen Rücktritt erklärt, wobei er schwere Vorwürfe gegen die proiranische Hizbollah-Bewegung erhob, mit der er eine Koalitionsregierung gebildet hatte.

Die Umstände seines Rücktritts führten zu Spekulationen, dass Riad ihn zum Rücktritt gezwungen habe. Präsident Aoun erhob auch den Vorwurf, dass Hariri in Saudiarabien festgehalten werde. Er forderte dessen Rückkehr in den Libanon.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • teb07 am 18.11.2017 08:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Marionetten

    Absolut Mysteriös das ganze! Und wieder einmal spielen Saudi-Arabien und der Iran Schach mit anderen Staatsoberhäupte als Figuren.

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  • Mike am 18.11.2017 06:50 Report Diesen Beitrag melden

    Geld wichtiger als Menschen

    Man darf doch einer seiner wichtigsten waffenkäufer und Helfer des internationalen terrorismus nicht so verärgern! Hauptsache das Kapital läuft!

  • Scirocco am 18.11.2017 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politik oder Geld oder beides?

    Hariri? Er ist verschiedenen Quellen zufolge in Saudi Arabien und in Frankreich hochverschuldet. Dies betrifft nur bestimmte Zweige seines Konzern dessen Sitz in SaudiArabien liegt. Es steht unter Druck, klar. Iran soll als Teufel dienen und damit sollte Alles klar sein? Die Libanesen sind nicht naiv. Es soll zurück in seine Heimat, sein Büro aufsuchen, diesen dann aufräumen und sich davon stehlen. Wer sich so verhält hat an einer Aufgabe als PM nichts verloren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • BerechtigteFrage am 18.11.2017 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Macron..

    Ob Macron den Hariri wohl warnt, dass es dem Libanon ganz schnell wie Libyen ergehen kann, wenn er nicht nach der Nase des Westens tanzt?

  • rappunzel am 18.11.2017 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    middle east

    und wieder einmal ist der versuch gescheitert die unbezwingbare hisbollah zu schwächen.

  • Deutscher am 18.11.2017 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Gut dass Frankreich ...

    ... ein starkes Militär mit Atomwaffen hat, für den Ernstfall, und NATO-Mitglied ist.

  • Brenner kurt am 18.11.2017 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Leere Versprechungen

    Macron wendet sich nach fast 180 Tage Amtszeit der Aussenpolitik zu weil er nichts von seinen Versprechungen in der Innenpolitik umgesetzt hat, das 2. grösste EU Land ist mit dem sozialismus ins Ehlend getrieben worden, um nicht noch ganz unter zu gehen will man keine offenen Import-Exportbeziehungen mit den bösen Amis.

  • Meinerener meint: am 18.11.2017 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Sollte Macrons Intervention in Riad

    die Rückkehr Haririrs bewirkt haben - Frankreich hätte sich eindrucksvoll im Club der Weltmächte in der Reihe direkt hinter den USA, Russland und China zurückgemeldet. Eindrucksvoll, kraftvoll und zugleich diskret! Chapeau, La France. Bin stolz auf unseren europäischen Nachbarn!