Demos in Deutschland

04. November 2012 19:56; Akt: 05.11.2012 10:16 Print

Tausende protestieren gegen Rechtsextreme

In Deutschland sind Tausende auf die Strasse gegangen - sie gedachten der Opfer der rechtsextremen Terrorzelle NSU. Gegen eine Täterin wird demnächst Anklage erhoben.

In Deutschland haben zahlreiche Menschen gegen Rechtsextremismus protestiert. (Quelle: YouTube/dapdvideo)
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Ein Jahr nach dem Auffliegen der rechtsextremen Terrorzelle NSU in Deutschland haben am Sonntag landesweit Tausende Menschen an die Mordopfer erinnert. In Berlin versammelten sich nach Polizeiangaben bis zu 1600 Demonstranten unter dem Motto «Das Problem heisst Rassismus».

Die Demonstranten wollten vor eine Zweigstelle des Bundeskriminalamtes in Berlin ziehen. Sie forderten auf Plakaten unter anderem die Abschaffung des Verfassungsschutzes, dem sie Versagen bei der Aufklärung der NSU-Verbrechen vorwarfen. In rund 30 Städten hatte ein Protestbündnis zu Demonstrationen und Gedenkaktionen aufgerufen.

In Berlin wurden zum Auftakt der Demonstration zunächst die Namen der Opfer des Trios mit der Bezeichnung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) verlesen. Die Gesichter und Namen der Opfer waren auch auf weissen T-Shirts zu sehen, die einige Teilnehmer trugen. Neun Morde an Einwanderern sowie ein Mord an einer deutschen Polizistin werden den drei mutmasslichen Tätern zur Last gelegt.

Zschäpe bald angeklagt

Im thüringischen Jena zogen etwa 250 Demonstranten friedlich durch die Innenstadt. Das Trio stammt aus Jena. Im sächsischen Zwickau, wo die drei Neonazis lange Zeit untergetaucht waren, sei es dagegen trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen, eine Aktion zu initiieren, sagte ein Sprecher des Bündnisses.

Am 4. November 2011 hatten sich die Neonazi-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in Eisenach nach einem Bankraub erschossen. Ihre mutmassliche Komplizin Beate Zschäpe stellte sich vier Tage später der Polizei. Gegen Zschäpe soll in Kürze Anklage erhoben werden. Die Ermittlungspannen bei der Aufklärung der Taten beschäftigen mehrere Untersuchungsausschüsse in Bund und Ländern.

(sda)