Russland-Affäre

11. Juli 2017 21:36; Akt: 12.07.2017 02:39 Print

Trump lobt Juniors «Transparenz»

Der Kontakt mit der russischen Anwältin bringt den Präsidentensohn in Bedrängnis. Die Reaktionen auf die neuste Entwicklung.

storybild

US-Präsident Donald Trump findet es gut, dass sein Sohn Donald Trump Jr. in der Affäre transparent gibt. (Bild: Keystone/Jewel Samad)

Zum Thema
Fehler gesehen?

US-Präsident Donald Trump hat seinem ältesten Sohn Donald Trump Jr. nach dessen E-Mail-Veröffentlichung den Rücken gestärkt. Sein Sohn sei eine Person mit ausgezeichneten Qualitäten, teilte der Präsident am Dienstag in einer kurzen Erklärung mit, die er von Regierungssprecherin Sarah Huckabee Sanders verlesen liess. Er lobe «seine Transparenz».

Trump Jr. veröffentlichte den E-Mail-Verkehr am Dienstag über Twitter, um – wie er sagte – seine Kommunikation in diesem Fall möglichst transparent darzustellen. Allerdings hatte zuvor schon die «New York Times» über den Inhalt der E-Mails und das darauf folgende Treffen Trumps mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja berichtet und den Präsidentensohn damit in Bedrängnis gebracht.

Pence distanziert sich von Trump Jr.

US-Vizepräsident Mike Pence hat sich Medienberichten zufolge nach Bekanntwerden der E-Mail-Vorwürfe vom Präsidentensohn distanziert. Pence habe von dem Treffen von Trump Junior mit einer angeblich der russischen Regierung nahestehenden Anwältin nichts gewusst, teilte sein Anwalt Marc Lotter am Dienstag in einer Erklärung mit, die mehreren US-Medien vorliegt.

Pence konzentriere sich zudem nicht auf den zurückliegenden Wahlkampf. «Besonders nicht auf Dinge, die vor der Zeit lagen, als er selbst zum Team gestossen ist», heisst es in der Erklärung. Dies wird in Washington als klarer Versuch gewertet, sich selbst von der Russland-Affäre Trumps fernzuhalten.

Demokratie untergraben

Führende Demokraten sehen die Vorwürfe bestätigt, Trump Junior habe bewusst russische Informationen für den Wahlkampf akquiriert. Senator Ron Wyden, ein Mitglied des Geheimdienstsausschusses, erklärte: «Diese E-Mails zeigen, dass es nicht länger fraglich ist, ob dieses Wahlkampfteam plante, sich mit einer feindlichen Macht abzusprechen, um die amerikanische Demokratie zu untergraben.»

Auf die Frage, ob sie im US-Wahlkampf 2016 schädigende Informationen über Trumps frühere Präsidentschaftsrivalin gehabt habe, sagte die Anwältin Natalia Weselnizkaja am Dienstag vor Reportern, dies sei «nicht wahr». «Ich habe niemals kompromittierende Informationen gehabt und konnte sie nicht gehabt haben», sagte sie. Sie repräsentiere niemand anderen als sich selbst, fügte sie hinzu.

Weselnizkaja bestand darauf, dass ihr angeboten worden sei, sich mit Trump Jr. in einem privaten Umfeld zu treffen, das nicht mit dem Fakt zusammenhänge, «dass er der Sohn des Präsidentschaftskandidaten ist». Sie sei sich zu diesem Zeitpunkt nicht einmal sicher gewesen, dass der ältere der Trumps bereits die republikanische Präsidentschaftsnominierung gewonnen habe.

Natalia Weselnizkaja dementiert, über belastende Informationen zu Clinton verfügt zu haben. (Bild: Keystone/Yury Martyanov)

(oli)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • roefe1955 am 11.07.2017 22:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Paralleluniversum?

    Ich glaube, Präsident Trump lebt in einer für uns unsichtbaren Welt...

  • Pinu am 12.07.2017 05:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jöh so herzig, brav mein Sohn!

    Eine plumpe, peinliche und lächerliche Inszenierung, um Papi zu helfen! Kein Wort glaube ich den Trumps. Vertrauen total verspielt!

    einklappen einklappen
  • Typhoeus am 11.07.2017 23:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wäre wieder einmal ein neuer Bond Film gefällig,

    nach all diesen wundervollen Ereignissen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • W. Tell am 12.07.2017 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Einmal mehr: peinlich

    Transparenz ist offenbar, etwas zuzugeben, das man lange verschwiegen und dann vehement abgestritten hat, nur weil man erwischt wurde.

  • Erwin B am 12.07.2017 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lobenswert

    Wirklich äusserst lobenswert, etwas zuzugeben, das man vorher vehement abgestritten hat. Aber Lügen haben ja in diesen Kreisen einen anderen Stellenwert...

  • Désirée am 12.07.2017 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Transparent

    Die beiden Wörter Transparenz und Trump, beissen sich aber gewaltig.

  • Filou am 12.07.2017 06:51 Report Diesen Beitrag melden

    Besser Absprechen

    Er gibt zu - sie streitet ab. Die sollten sich mal besser absprechen...

  • Tatsache am 12.07.2017 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grauslig

    Schrecklich wie sich die Beiden nicht nur charakterlich sondern auch physisch ähnlich sehen. Die Gestik, Mundwinkel, Schnitt und Blick der Augen. Einzige Unterschiede Augen- und Haarfarbe. Wären beide blond und blauäugig oder dunkelhaarig und braunäugig könnte man annehmen, immer derselben Person in verschiedenen Altersabschnitten zu begegnen.