«Schwere Sünde»

21. November 2016 12:42; Akt: 21.11.2016 14:00 Print

Papst erteilt Absolution bei Abtreibungen

Priester können nun jederzeit eine Frau von «Sünde» befreien, wenn sie abgetrieben hat. Zuvor beschränkte die katholische Kirche diese Möglichkeit auf das «Jahr der Barmherzigkeit».

storybild

Papst Franziskus grüsst die Menge nach einer Messe im Vatikan, die das Ende des heiligen Jahrs der Barmherzigkeit markierte. (20. November 2016) (Bild: AFP/Tiziana Fabi)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Papst Franziskus erlaubt katholischen Priestern dauerhaft, Abtreibungen zu vergeben. Priester hätten künftig das Recht, Frauen von der «Sünde der Abtreibung» loszusprechen, schrieb das katholische Kirchenoberhaupt am Montag in einem apostolischen Brief zum Abschluss des Heiligen Jahrs, das am Sonntag zu Ende gegangen war.

Die Regelung, die zuvor auf das Heilige Jahr begrenzt war, wird damit ausgeweitet. Der 79-jährige Argentinier erklärte, er müsse erneut in aller Deutlichkeit betonen, dass Abtreibung «eine schwere Sünde ist, da sie einem unschuldigen Leben ein Ende setzt».

Franziskus hatte bereits am Sonntag in einem Interview zum Ende des Heiligen Jahrs Abtreibung als «furchtbares Verbrechen» verurteilt. Er betonte am Montag aber, das Ende des Heiligen Jahrs bedeute nicht das Ende der Vergebung für reuige Sünder.

«Wenn sie ein reuiges Herz findet»

«Ich kann und muss erklären, dass es keine Sünde gibt, die Gottes Gnade nicht erreichen und aufheben kann, wenn sie ein reuiges Herz findet, das die Versöhnung mit dem Vater sucht», schrieb der Papst. «Möge jeder Priester daher auf dieser Reise der besonderen Versöhnung ein Führer, eine Stütze und ein Trost sein.» Er hatte in der Vergangenheit Verständnis für Frauen geäussert, die keinen anderen Ausweg als eine Abtreibung sehen.

«Ich weiss um den Druck, der sie zu dieser Entscheidung geführt hat, ich weiss, dass dies eine existentielle und moralische Tragödie ist», schrieb Franziskus im September 2015, als er Priestern erstmals die Vergebung von Abtreibung erlaubte. Während des Heiligen Jahrs, das vom 8. Dezember 2015 bis zum 20. November 2016 dauerte, gewährte der Papst den Gläubigen unter bestimmten Bedingungen einen vollständigen Erlass ihrer Sünden.

(rub/afp)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R. Meier am 21.11.2016 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für ein Witz

    Als ob Priester Sünden vergeben können. Kein Mensch hat das Recht zu verurteilen, noch Sünden zu vergeben. Der Papst sollte mal die Bibel lesen!

    einklappen einklappen
  • Pepi am 21.11.2016 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    BRAVO FRANZY

    Was für ein Fortschritt. Man bedenke dass der Vatikan erst 1999 eingestanden hatte, dass Galileo doch Recht hatte...

    einklappen einklappen
  • Kurt G. am 21.11.2016 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Problem ist

    ... dass keiner dieser Priester eine Ahnung hat wovon er spricht. Auch nicht der Papst. Kurz: "Wenn Blinde über Farben sprechen..."

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • J@Si am 21.11.2016 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht so

    Scho lange lass ich mir meine Sünden nicht mehr von einem Priester vergeben. Wenn ich jemandem Leid zugefügt habe, dann bitte ich diese Person um Vergebung.

  • Skywalker99 am 21.11.2016 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ziemlich gerissen

    ein eigentlich, zumindest für die katholische Kirche, ziemlich schlauer Zug. Der Papst (an)erkennt unausgesprochen die Realitäten und trotzdem kann die Kirche offiziell ihre Linie behalten.

  • Leon der Löwe am 21.11.2016 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was zum Teufel

    und hier zeigt sich wieder einmal die böse Natur der Kirche. Millionen von Frauen vorschreiben was richtig/falsch ist, ohne einen Hauch einer Ahnung. Wieviele Kinder leben wegen dieser Doktrin ein ungeliebtes Leben, sind in Qualen aufgewachsen oder starben qualvolle Tode? Wieviele Frauen mussten ihre Karriere und ihr Glück dafür aufgeben? Erst Schuld schaffen um diese dann aufheben zu können. Was für eine perverse Doktrin.

    • Grizzy am 21.11.2016 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leon der Löwe

      bravo, wie wahr!

    • [HazE]Büsi am 21.11.2016 20:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leon der Löwe

      Aha wenn man schwanger ist gibt man sein Glück ebenfalls mit auf?! Das mit der Karriere stimmt nur so halb mein Guter.

    einklappen einklappen
  • Jeremy am 21.11.2016 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Der sollte besser mal die Absolution

    bei Verstoss gegen das 6. und 9. Gebot anbieten da hätten die was zu tun

  • H.St. am 21.11.2016 14:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein verständnisvoller Papst

    Die Vernunft hat auch im Vatikan Einzug gehalten. Das Gewissen jedes Individuums aber bleibt.

    • V. Ernunft am 21.11.2016 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @H.St.

      Vernunft wäre es, moderne Formen der Verhütung zuzulassen!

    einklappen einklappen