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Kämpfe in Mali
06. Februar 2012 23:57; Akt: 07.02.2012 08:01 Print
Wo die Gaddafi-Söldner jetzt wüten
In Mali haben die Tuareg-Kämpfer neuen Mut gefasst. Grund dafür sind ehemalige Gaddafi-Söldner. Die Lage ist unübersichtlich, tausende Zivilisten sind bereits auf der Flucht.
Muammar Gaddafi ist seit Monaten tot. Doch seine Waffen leben weiter – in den Händen seiner ehemaligen Verbündeten. Dazu gehören auch tausende Söldner aus Mali, beinahe alle aus dem Stamm der Tuareg. Sie kamen, um mit dem libyschen Diktator gegen die Aufstände zu kämpfen und sind nun wieder zurück in ihrer Heimat.
Das Gebiet der Tuareg. (Karte: Wikipedia/Mark Dingemanse)
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Und dort machen sie offenbar gleich weiter. Seit Beginn dieses Jahres sind im Gebiet der Tuareg neue Kämpfe zwischen den Freiheitskämpfern und Regierungstruppen gemeldet worden. Tausende Zivilisten sind seither auf der Flucht. Betroffen sind auch die Staatsgebiete Nigerias, des Niger, Burkina Fasos und Algerien.
Harte Kämpfe
«Die Kämpfe sind hart und wir haben Männer verloren», sagte Malis Präsident Amadou Toumani Touré an einer Fernsehansprache am Wochenende. Die zurückgekehrten Kämpfer haben sich der «Nationalen Bewegung zur Befreiung Azawads (MNLA)» angeschlossen. Azawad wird das Tuareg-Gebiet in Mali genannt. Laut Touré konzentrieren sich die Tuareg im Nordosten der Stadt Aguelhoc.
Anfang Jahr sind bei Kämpfen in der Region Timbuktu 20 Menschen ums Leben gekommen. Viele Rebellen wurden dabei verhaftet, trotzdem haben die Kämpfe danach auch auf weitere Städte übergegriffen. Über weitere Aktionen im umkämpften Norden des Landes herrscht Unklarheit. Gerüchten zufolge sollen auch Regierungstruppen die Angriffe auf Rebellen-Städte gefahren haben.
«Die Situation ist unübersichtlich»
Diese Situation wird international mit Besorgnis zur Kenntnis genommen. Die USA zum Beispiel haben laut CNN eine Reisewarnung für die Region ausgegeben. «Die Situation ist unübersichtlich und die Instabilität könnte sich weiter ausbreiten. Noch sind keine Zivilisten ins Visier der Rebellen geraten, jedoch hat die MLNA auf ihrer Homepage angekündigt, dass sie im Norden Malis Militär-Aktionen starten werde», heisst es vom Aussendepartement.
Auch die US-Sicherheitsfirma Stratfor berichtet, dass die MNLA seit dem Eintreffen der gut bewaffneten Libyen-Söldner neuen Mut zur Inbesitznahme der nördlichen Territorien Malis geschöpft haben. «Mali hat wahrscheinlich die stärksten Auswirkungen des Untergangs des Gaddafi-Regimes zu tragen», heisst es in einem Stratfor-Bericht.
Das Internationale Rote Kreuz weiss von rund
Streben nach Unabhängigkeit
Die Verstrickungen Gaddafis mit den Freiheitskämpfern in Mali und dem Niger waren seit den 90er Jahren ein offenes Geheimnis. Er hat die Kämpfer finanziell und mit Waffenlieferungen immer wieder unterstützt. Deswegen war es denn auch wenig überraschend, dass viele Söldner während des Libyen-Aufstandes aus dieser Region kamen.
In Mali streben die Tuareg seit den 60er Jahren einen unabhängigen Staat an. Die jüngsten Aufstände gegen die Regierung in Mali haben im vergangenen Jahr begonnen.
(aeg)
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