Im Central Park

04. November 2012 23:50; Akt: 05.11.2012 10:00 Print

Diese Marathonläufer trotzten Sandy

von J.Büchi/A.Fumagalli - Sandy machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Trotz der Absage wollten aber viele Athleten nicht auf den New York Marathon verzichten und veranstalteten einen Ersatzlauf.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Jetzt erst recht! Getreu diesem Motto fanden sich am Sonntagmorgen tausende Läufer im New Yorker Central Park ein - unter ihnen auch Leser-Reporter Sandro Lang. «Die Stimmung war erstaunlich heiter», erzählt der Schweizer, der eigentlich zusammen mit zehntausenden anderen Athleten am New-York-Marathon hätte starten wollen. «Als bekannt wurde, dass der Marathon nicht stattfindet, waren viele Leute enorm enttäuscht. In unserem Hotel flossen bei manchen sogar Tränen.»

Mit dem alternativen Lauf im Central Park habe man nun aber das Beste aus der Situation gemacht. «Die Leute trotzten der Katerstimmung in der Stadt. Es wurde viel gelacht, manche hatten sogar ihre Marathon-Startnummer montiert. An den Wegrändern bildeten sich Trauben von Zuschauern, die uns zujubelten – es war ein schönes Gefühl», so Lang.

Die Enttäuschung darüber, nicht am Marathon starten zu können, halte zwar an: «Der Lauf im Central Park war insofern ein schlechter Ersatz. Es ging nicht um die sportliche Leistung», hält Lang fest. Jedoch sei es ihnen gelungen, im vom Sturm gezeichneten New York ein Zeichen der Hoffnung zu setzen.

Schweizer Gruppe mit eigenem Lauf

Auch eine Schweizer Läufergruppe um Markus Ryffel trotzte Sandy und seinen Folgen. Der ehemalige Schweizer Langstreckenläufer war als Team-Organisator mit 210 Läufern nach New York geflogen. Wie auch Sandro Lang erfuhr die Gruppe erst nach ihrer Ankunft in New York, dass ihr Marathon-Traum platzen wird.

Doch auch sie liess die Köpfe nicht hängen und organisierte stattdessen einen privaten Lauf. Ihre Route führte nicht durch den Central Park, dafür aber über die Queensboro Bridge, die Manhattan mit Queens verbindet und im regulären Marathon Kilometer 25 markiert hätte.

Kleider den Sturmopfern spenden

Neben dem privaten Lauf hätten die Sportler um Markus Ryffel den New Yorkern eigentlich auch beim Beseitigen der Sturmschäden zur Hand gehen wollen. Dieses Vorhaben musste wegen bürokratischer Hürden aber wieder aufgegeben werden. Eine gute Tat liessen sich die Schweizer Läufer aber dennoch nicht nehmen: So wollen sie ihre zweite Garderobe – die Kleider, die sie eigentlich zum Einlaufen hätten tragen wollen – den Sturmopfern spenden.

Die Betroffenheit darüber, was Sandy in New York angerichtet hat, ist sowohl bei Markus Ryffel als auch bei Sandro Lang gross. Entsprechend bringen beide Verständnis dafür auf, dass der New York Marathon dieses Jahr nicht stattfinden konnte. Eines macht die Läufer, die lange für den Mega-Event in New York trainiert hatten, aber wütend: «Der Zeitpunkt der Absage war äusserst ungünstig gewählt. So konnte weder ein würdiger, alternativer Event organisiert werden, noch konnten wir unsere Reise absagen», so Lang. Ein Trost bleibt: Voraussichtlich haben die Athleten nächstes Jahr - am bereits ausverkauften Marathon 2013 – eine Startnummer auf sicher.

(Quelle: YouTube/Onehundredjobs)