Akustischer Anschlag?

10. August 2017 12:58; Akt: 10.08.2017 12:58 Print

US-Diplomaten leiden an mysteriöser Krankheit

Mitarbeiter der US-Botschaft in Havanna sollen Opfer einer «akustischen Attacke» geworden sein. Als Antwort verweist Washington zwei kubanische Diplomaten des Landes.

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Mehrere Mitarbeiter der US-Botschaft in Havanna hätten über «Vorfälle» geklagt, die verschiedene «körperliche Symptome» ausgelöst hätten, teilte das US-Aussenministerium mit. Einige der Diplomaten hätten wegen der mysteriösen Erkrankung in die USA zurückkehren müssen. Daraufhin habe man im Mai zwei kubanische Diplomaten ausgewiesen.

Dem Sender CNN zufolge könnte es sich bei den Vorfällen um einen «akustischen Anschlag» gehandelt haben. Die Betroffenen hätten ihr Gehör für immer verlieren können, bezieht sich der Sender auf Angaben eines US-Beamten. Die Symptome seien mit den Folgen einer Gehirnerschütterung zu vergleichen.

Havanna protestiert gegen Ausweisung

Die ersten dieser Fälle seien Ende 2016 bekannt geworden, sagte Aussenamtssprecherin Heather Nauert. Die Ursache sei unklar. Sie vermied es, die kubanische Regierung zu beschuldigen, betonte aber: Es sei ihre Pflicht, US-Diplomaten zu schützen. «Das ist einer der Gründe, warum wir die Sache so ernst nehmen.»

Zur Zahl der betroffenen US-Diplomaten und zur Art ihrer Symptome machte sie keine Angaben. «Als Folge davon haben wir zwei Kubaner aufgefordert, die USA zu verlassen – und das haben sie», sagte die Sprecherin.

«Besorgniserregend»

Die kubanische Regierung bestätigte die Angaben. Havanna hatte demnach gegen die Ausweisung der beiden Diplomaten protestiert und die US-Regierung aufgefordert, bei der Aufklärung der mysteriösen Vorfälle zusammenzuarbeiten. «Wir haben gemeinsam mit den Kubanern versucht, herauszufinden, was los ist. Sie beharren darauf, es nicht zu wissen, aber es war besorgniserregend und beschwerlich», beschreibt ein US-Beamter die Zusammenarbeit.

Den beiden ausgewiesenen Diplomaten könne eine Rückkehr in die USA ermöglicht werden, sobald der Fall aufgeklärt sei.

«Grausames und brutales Regime»

Die Beziehung zwischen dem Inselstaat und den USA ist seit Jahrzehnten angespannt. US-Präsident Donald Trump hatte im Juni eine Abkehr von der Kuba-Politik seines Vorgängers Barack Obama eingeleitet. Er nahm von Obama eingeführte Lockerungen bei den Reise- und Handelsbeschränkungen mit dem Karibikstaat zurück. Trump bezeichnete die kubanische Regierung als ein «grausames und brutales Regime» und machte die künftigen bilateralen Beziehungen von Fortschritten bei den Menschenrechten abhängig.

Obama hatte ab Ende 2014 eine Politik der Annäherung an den Karibikstaat betrieben. Am 20. Juli 2015 eröffnete Kuba erstmals seit rund einem halben Jahrhundert wieder seine Botschaft in Washington. Die historische Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu dem karibischen Nachbarland nach mehr als 50 Jahren Eiszeit blieb von Trumps Kurswechsel unberührt.

(kko/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Seat Butter am 10.08.2017 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Trump schicken! Da kann nichts geschädigt werden. Vielleicht hilft es sogar!

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  • Simon am 10.08.2017 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Eigene Idee

    Klar vermuten die das. Das wurde ja von denen erfunden.

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  • Appeeri am 10.08.2017 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Brummschädel

    Das kenne ich... ich hatte auch schon einen Brummschädel weil ich am Vorabend zu viel Havanna-Club getrunken hatte ;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • guru am 11.08.2017 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    andere ursache

    so nach dem 17. mojito in der bodeguita kann so was schon mal passieren :)

  • Frank am 11.08.2017 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wo ist das Motiv?

    Die Amis mal wieder. Als ob Kuba so eine Technologie hätte, geschweige würde einsetzen wollen. Bei der Wahrheitsfindung wird immer zuerst mal nach einem Motiv gesucht. Ich seh da auf Seiten Kubas keines

    • Che am 11.08.2017 10:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frank

      Ist eher die Trumpitis. Aber gegen das gibt es noch keine Medis. Und auf unserer persönliche Mietauto Rundreise im 2013 haben wir auch kein brutales und grausames Regime gesehen. Sicher kann man noch einiges besser machen aber dazu trägt ein US Embargo nicht viel bei. Unser Vorteil ist, je weniger Amis auf Kuba desto besser für uns. Wir fliegen wieder hin und rauchen kubanische Zigarren. Asta la Victoria Siempre!

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  • Tom - Bern am 10.08.2017 23:34 Report Diesen Beitrag melden

    wahrscheinlichste Erklärung

    Ich vermute einmal, dass die Diplomaten zu viel im Ausgang waren und dabei auf den Geschmack von Son, Salsa Cubana etc gekommen sind. Und da sie nun keinen Garth Brooks, Shania Twain etc mehr hören möchten, gehen die Behörden davon aus, dass sie hörgeschädigt sind

    • Trip Trap am 10.08.2017 23:53 Report Diesen Beitrag melden

      Kubanischer Tripper

      Ach was die haben den kubanischen Tripper eingefangen und wer gibt dies schon geren zu. Viva la revolucion!

    • Che am 11.08.2017 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tom - Bern

      Deine Aufzählung deutet auf Kanadier hin und nicht Amerikaner. Zudem sind Kanadier gerne gesehene Gäste auf Kuba.

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  • Ivo Furrer am 10.08.2017 20:28 Report Diesen Beitrag melden

    LRAD nicht tödliche Waffen

    Es handelt sich wohl um LRAD ( Long Range Akustik Device) eine nicht tödliche Schallwaffe welche den Gegner mit 146 dB Kampfunfähig macht aber bleibende Hörschäden verursachen kann. Infraschall kann nicht als Waffe verwendet werden und Microwellen (wie bei Radar) schädigen das Gewebe durch die Erhitzung der Moleküle.

    • Ivo Furrer am 10.08.2017 21:40 Report Diesen Beitrag melden

      Kommunismus in Gefahr

      Als nicht militärischer Einsatz wird LRAD bei Schiffen zur Abwehr von Piratenangriffen genutzt. Die gerichteten Schallwellen können Angreiffer auf eine Distanz von 500m vertreiben. Somit kommt jeder der auf eine solche Ausrüstung zugriff hat als potentieller Täter infrage. Es kann durchaus sein dass nicht jeder Kubaner die Öffnung gegenüber den USA begrüsst.

    • reto am 11.08.2017 00:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ivo Furrer

      Infraschall kann sehr wohl eingesetzt werden. Er führt zu Schwindel und Unwohlsein und wird nicht bewusst wahrgenommen. Keine Ahnung wie sich eine Langzeitexposition auswirkt?

    • Urs Thomas am 11.08.2017 04:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ivo Furrer

      Es könnte sich auch um DARPAs Sonic Projector handeln.

    • Ivo Furrer am 11.08.2017 08:43 Report Diesen Beitrag melden

      @reto

      Bereits in den 60er Jahren wurde mit Infraschall experimentiert. Alle Versuche wurden dann 99 eingestellt da die Entwicklung von Waffen mit Infraschall erfolglos blieb.

    • Leser am 11.08.2017 18:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Ivo Furrer:

      Ja alle Entwicklungen von denen die Öffentlichkeit weiss vielleicht...

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  • Freddy Gyr am 10.08.2017 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diplomaten Krankheit

    Macht mir mehr Angst wenn ich nicht nachvollziehen kann das sie verweigert um was es sich handelt. Man weiß gar nicht wie man reagieren soll. Bei solchen Tragödie finde ich das, die Leute informiert und auch das mit offenen Karten auf den Tisch gelegt werden. Raus kommt es ja sowieso. Freund