US-Regeln

14. Mai 2017 11:10; Akt: 14.05.2017 11:10 Print

EU setzt sich gegen Laptop-Verbot zur Wehr

Der geplante Bann von elektronischen Geräten auf US-Flügen trifft jede Woche 10'000 Schweizer. Die EU läuft Sturm gegen die Massnahme.

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Das Fliegen in die USA wird noch einmal deutlich komplizierter, wenn es nach dem Willen der US-Sicherheitsbehörde Homeland Security geht. Sie will, dass elektronische Geräte mit Ausnahme von Smartphones nicht mehr in die Kabine genommen werden dürfen.

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16 %
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Das will sich die EU nicht bieten lassen. Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, hat die zuständige EU-Kommissarin Violeta Bulc letzte Woche mit dem Chef der Homeland Security Kontakt aufgenommen.

USA planen ohne jede Absprache

In einem Brief schlägt sie «dringliche Treffen auf politischer und fachtechnischer Ebene» vor. Die Formulierung deutet darauf hin, dass die USA bisher ohne jede Absprache mit anderen Ländern die international üblichen Sicherheitsregeln ändern wollen.

So heisst es im Brief der EU denn auch nur, dass sie von den Plänen «vernommen» habe. Neben der EU-Kommission wehren sich auch US-Airlines gegen das geplante Verbot.

10'000 Schweizer betroffen – jede Woche

Betroffen wären über 3000 Flüge pro Woche zwischen Europa und Nordamerika. Damit ist der Korridor einer der meist genutzten der Welt. Nur schon mit der Swiss fliegen jede Woche 10'000 Menschen ab der Schweiz in die USA.

Auch der Flughafen Zürich bereitet sich auf das geplante Verbot vor, schreibt das Sonntagsblatt. Würde das Verbot eingeführt, müssten Passagiere noch früher am Flughafen erscheinen.

Flughafen Zürich bereitet sich vor

Denn am Gate müsste das Handgepäck auf elektronische Geräte untersucht werden – und wer noch einen Laptop, ein iPad oder eine Fotokamera dabei hat, müsste diese in den Frachtraum abgeben. Die Verantwortung dafür liege bei den Airlines, lässt sich der Flughafen Zürich in der «NZZ am Sonntag» zitieren.

Die USA befürchten, dass die elektronischen Geräte als Behälter für Bomben missbraucht werden. Letztes Jahr explodierte auf einem Flug nach Somalia eine Laptop-Bombe.

Verbot macht logisch keinen Sinn

Bereits in Kraft ist das Verbot für Flüge aus zehn Flughäfen im Nahen Osten in die USA. Sicherheitsleute aus der Airline-Branche zweifeln allerdings am Nutzen der Massnahme.

Denn eine Bombe könnte auch im Rumpf des Flugzeugs explodieren. Wenn Terroristen mittlerweile technologisch in der Lage sind, Bomben so gut zu verstecken, müssten die Geräte eigentlich ganz verboten werden.

(ehs/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • stegi am 14.05.2017 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ade USA

    Und wo soll man diese den Transportieren ohne das die Geräte einen Schaden bekommen? Als ob ich meine Kamera dann in den Koffer legen würde. Dann meide ich es lieber in die USA zu reisen, als meine teuer Kameraausrüstung in den Koffer zu geben! Gibt auch so noch viel schönere Orte als die USA!

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  • Peter J. am 14.05.2017 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn und Aktivismus

    Nun ja, die meisten Einschränkungen machten und machen eh keinen Sinn. die sind eher Ausdruck von Aktivismus nach einem Vorfall. Will jemand ein Flugzeug zum Absturz bringen, wird er dies auch tun. Das einzige das nützen würde, wäre wenn Passagiere nackt, ohne Gepäck und an die Sitze gefesselt reisen würden.

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  • D.C. am 14.05.2017 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Gegenpol zu USA

    Gut gibt's die EU! Oder habt ihr das Gefühl es könnte ein einzeln europ. Staat oder gar die Schweiz gegen die Machenschaften der USA entgegenhalten?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom B. am 15.05.2017 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Umfrage?!?

    komische Umfrage... Ich fliege sehr häufig geschäftlich und nehme mein Laptop immer in die Kabine. Allerdings arbeite ich äusserst selten im Flugzeug. 1. Jeder hinter mir kann in den Bildschirm schauen. 2. Es ist extrem unbequem 3. Ich versuche mich zu entspannen oder zu schlafen.

  • mrfiveduck am 15.05.2017 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ende der Schlepperei

    Ok, ich geh ohne Computer. Weniger schleppen. Ist doch in Ordnung. Ein Stick reicht, einloggen beim Kunden. Fertig.Und Ferien in USA sind ja sowieso gestrichen. Freiwillig dorthin? Nö danke!

  • Jay am 15.05.2017 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Dangerous Goods

    Wegen Lithium Batterien welche unter Dangerous Goods gehen dürfen Laptops etc nicht in den Frachtraum wegen Entzündungsgefahr. Die Wascheinlichkeit eines abfackelnden Flugzeuges ist um einiges höher als ein Bombenanschlag. Und ja es gab bereits Flugzeugcrashes genau aus Gründen von Lithium Batterien im Cargo

  • Thomas am 15.05.2017 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Amis sind überfordert

    Bin letzte Woche vom JFK zurückgekommen. Die Security Kontrolle dort war ein Witz. Zuert steht überall man müsse die Schuhe/Gürtel ausziehen und alle elektronischen Geräte aus dem Bordgepäck nehmen. Aber sie waren so überfordert vom Ansturm, dass sie einfach alles durch gewunken haben ohne etwas aus dem Handgepäck zu nehmen.

  • Panda am 15.05.2017 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Aggressiv und inkompetentes Flughafenpersonal

    Als wir von den USA zurück nach Zürich über London flogen, wurde nicht nur unser Gepäck am US Flughafen verlegt, diese Super-Schlauen Gepäck-kontrolleure haben auch sämtliche Shampoo- und Lotionsflaschen aufgemacht und nicht wieder ganz zugeschraubt: Das Gepäck erhielten wir (von der Swiss nach Hause geliefert!) etwa fünf Tage später. In den USA wirst du wie eine potentielle Terrorgrfahr behandelt. Dafür muss ich aber sagen: Als unser Inlandflug vorverschoben wurde, wurde uns durch alle Security-checks geholfen und durften ganz vorne anstehen :)