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Ein Kandidat weniger
16. Januar 2012 04:10; Akt: 16.01.2012 18:44 Print
Jon Huntsman gibt auf
Seine Aussichten auf Erfolg hat der frühere US-Botschafter in China von Anfang an als «sehr gering» bezeichnet. Jetzt steigt Jon Huntsman ganz aus dem Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur aus.
Das sind die verbliebenen Herausforderer von Barack Obama.
Bei den US-Republikanern lichtet sich das Bewerberfeld für die Präsidentschaftskandidatur. Knapp eine Woche vor der Vorwahl im Bundesstaat South Carolina stieg der frühere Gouverneur von Utah, Jon Huntsman, aus dem Rennen aus.
Huntsman sagte am Montag in Myrtle Beach, er werde fortan den bislang führenden Mitt Romney unterstützen, der ebenfalls Mormone ist. Das Feld möglicher Herausforderer von Amtsinhaber Barack Obama schmolz mit Huntsmans Entscheidung auf fünf zusammen.
Der Zeitpunkt der Ankündigung von Huntsmans Rückzug kam überraschend. Wenige Stunden zuvor sprach South Carolinas auflagenstärkste Zeitung «The State» noch eine Empfehlung für den 51- jährigen früheren US-Botschafter in China aus, der im Feld der Bewerber ein eher moderates und modernes Bild abgab.
In Anspielung auf die zum Teil drastischen Angriffe anderer Bewerber auf Obama hatte Huntsman beispielsweise gesagt, er glaube nicht, «dass man verrückt sein muss, um in der Republikanischen Partei zu sein». Auch bekannte er sich zur Evolutionstheorie und anderen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die bei den Republikanern in Frage stehen.
Huntsman kritisierte am Montag zugleich den Verlauf des Wahlkampfes. Das Rennen um die Kandidatur sei zu negativen und persönlichen Attacken verkommen. Die Bewerber sollten vielmehr mit den gegenseitigen Angriffen aufhören «und direkt mit dem amerikanischen Volk reden».
Weg frei für Romney
Huntsmans Kampagnensprecher Tim Miller sagte dem Sender ABC News schon vor Huntsmans persönlichem Auftritt, dieser sei «stolz auf das Rennen, das er abgeliefert hat», wolle aber dem früheren Gouverneur von Massachusetts, Romney, «nicht im Weg stehen».
Der Wirtschaftsfachmann Romney gilt nach Siegen bei Vorwahlen in Iowa und New Hampshire auch nach landesweiten Umfragen als aussichtsreichster Anwärter auf den Posten des republikanischen Herausforderers von Obama bei den Wahlen im November.
Huntsman sprach von «Meinungsverschiedenheiten» zwischen Romney und ihm «in manchen Angelegenheiten». Er sei aber der Ansicht, dass Romney der «am besten ausgerüstete Kandidat» der Republikaner sei, «um Barack Obama zu schlagen».
Huntsmans Empfehlung für Romney reicht noch nicht, um diesem einen Sieg über die Mitbewerber zu sichern, vergrössert aber dennoch spürbar die Chancen dafür.
Noch fünf Kandidaten
Huntsman war in der vergangenen Woche bei den Vorwahlen in New Hampshire hinter Romney und dem Kongressabgeordneten Ron Paul aus Texas nur auf dem dritten Platz gelandet. Der «New York Times» zufolge war damit der erhoffte Schub für seine Kampagne ausgeblieben, auch in finanzieller Hinsicht.
Neben Romney und Paul sind noch der frühere Präsident des Abgeordnetenhauses, Newt Gingrich, Ex-Senator Rick Santorum und der Gouverneur von Texas, Rick Perry, im Rennen. Aus dem Bewerberfeld hatten bereits die Tea-Party-Politikerin Michele Bachmann und der frühere Pizza-Unternehmer Herman Cain das Handtuch geworfen.
(sda)






















