Bin Ladens letzte Jahre

04. Mai 2012 14:40; Akt: 04.05.2012 15:13 Print

Haarfärbemittel, Viagra und viele kleine Sorgen

Bevor Al-Kaida-Chef Osama bin Laden vor einem Jahr getötet wurde, führte er rege Briefwechsel mit Mitkämpfern. Die nun veröffentlichten Dokumente geben Einblicke in sein Seelenleben.

teaser image

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Osama bin Laden hat die letzten Jahre seines Lebens entweder versteckt oder auf der Flucht verbracht. Der in die Jahre gekommene Terrorfürst blieb zwar bis zum Schluss die unangefochtene Integrationsfigur der Al-Kaida, deren Aktivitäten konnte er jedoch nicht zu 100 Prozent kontrollieren. Darüber wurde er offenbar immer frustrierter.

Nach dem Sturm auf das Anwesen von Osama bin Laden in Abbottabad, Pakistan, stellten die SEALS eine grosse Menge an Dokumenten sicher, die der Terrorfürst vor seinem Tod verfasst hatte. Pünktlich zum ersten Todestag bin Ladens hat die US-Regierung nun 17 Briefe im Umfang von 175 Seiten aus den Beständen übersetzt und veröffentlicht.

Ohrfeige für Al-Awlaki

Darin hält Osama bin Laden Kontakt mit diversen vertrauten Jihadisten und versucht trotz seines eingeschränkten Lebens die Kontrolle über die Al-Kaida zu behalten. Er sei wie ein CEO mit viel zu vielen Managern auf mittlerer Stufe gewesen, beschreibt CNN die Lage bin Ladens. Immer und immer wieder versuchte er zwar, mit Briefen auf Fehler in der Organisation hinzuweisen. Der Effekt blieb jedoch weitgehend aus, die einzelnen Gruppen handelten weitgehend auf eigene Faust.

Bemerkenswert ist seine Reaktion auf die Anfrage zur Ernennung des jemenitischen Klerikers Anwar Al-Awlaki zum Chef des Al-Kaida-Ablegers im Jemen. Al-Awlaki, der sich mit seinen Aktionen auf der arabischen Halbinsel Respekt innerhalb der Gruppe verschafft hatte, habe keine Kampf-Erfahrung und sei lediglich ein Theoretiker, schrieb bin Laden. Diese Aussage wird von CNN als Eifersucht gegenüber dem Emporkömmling ausgelegt.

«Just for Men»

Er geisselte die vielen zivilen Opfer bei den Anschlägen der Al-Kaida, besonders im Irak. Zudem machte er sich Gedanken, wie man dem guten Netzwerk der Amerikaner entgehen könnte. Dabei machte ihm vor allem der Einsatz der US-Drohnen Sorgen. Diese seien im Stande, gezielt Mitglieder von Al-Kaida auszulöschen. Bin Laden schlug deshalb vor, sich mehr in Bergregionen zurückzuziehen.

Doch nicht nur die «beruflichen» Probleme schienen bin Laden zu beschäftigen. Sein zunehmendes Alter setzte ihm körperlich und mental zu. Sein grau gewordenes Haar etwa färbte er dunkel – mit dem Haarfärbemittel «Just for Men». Er machte Witze über die Anzahl an Ehefrauen (Er hatte nach aktuellem Erkenntnisstand drei) und neben dem in seinem Haus gefundenen Avena-Sirup, der als «natürliches Viagra» gilt, benutzte er laut den Berichten auch die pharmazeutische Variante in Pillenform.

Grosse Pläne in den USA

Zudem sorgte er sich vermehrt um die Sicherheit seiner Familie. Über den Gesundheitszustand einer seiner Ehefrauen war er stark besorgt, wie aus den Briefen hervorgeht. Ebenso bereite ihm das Wohl seiner bereits erwachsenen Söhne Kopfzerbrechen. Diese würden von den Geheimdiensten beobachtet und sollten sich besonders auf Reisen vorsehen.

Trotz der Alterserscheinungen wendete bin Laden den Blick aber immer wieder nach vorne. Dabei hatte er wie gewohnt die USA im Visier. Offenbar plante er erneut einen grösseren Schlag im Innern seines Erzfeindes. Dazu sollten «gute und vertrauenswürdige Kämpfer» an Flugzeugen ausgebildet werden. Die Al-Kaida verfügt laut bin Laden über viel Erfahrung in den USA, dieses Potenzial sollte besser ausgenutzt werden.

(aeg)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heinrich Mueller am 07.05.2012 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Glatte Lüge mit dem Bart Färben !!

    das ist doch ne glatte lüge das mit dem Schwarz Färben seines Bartes!

  • R. Müller am 06.05.2012 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    Glaubwürdig

    War da nicht mal was vor ein paar Jahren mit den angeblichen Hitler-Tagebüchern? Nach den ersten Untersuchungen von sogenannten Experten waren die 100% echt! Es scheint Mode geworden zu sein, dass man nach seinem Tod noch Tagebücher oder sonstige Briefe schreibt. Ich denke hier geht es eher um Schleichwerbung für Haarfärbemittel und Sirup.

  • Pro Humani am 06.05.2012 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    sein oder nicht sein...

    man braucht knappe 2 jahre um diese gigantische lüge (weltlüge) für sich ins reine zu bringen. ich habe 2001 tränen vergossen und gespendet. 2006 hab ich mich intensiver beschäftigt. 2012 kann ich sagen, dass mein leben sinn machen wird, da ich nicht in einer lügenwelt lebe! ein gigantischen großen dank geht an freeman, der mit seiner seite eine umfangreiche encyclopedia aufgebaut hat! absolut danke dank freeman und aufwachen und lesen und denken und lesen. dauert 2 jahre. ich bin mitte dreißig, ex banker und habe eine iq von 100. also schaffen das alle! es lohnt sich! :)

  • Holgi am 06.05.2012 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    So ein Schmarrn

    Ich lach mich tot. Wie kann man nur solch einen Blödsinn verbreiten. Den ganzen Scheiss glauben doch wirklich nur Leute die eher nur einfachen Gemüts sind. Schade das sich die Redaktion der meistgelesenen Tageszeitung ob dieses Nieveaus herablässt. Muss mir wirklich langsam überlegen ob ich morgens im Zug diese Postille noch lesen mag

    • Peter Aebischer am 06.05.2012 10:02 Report Diesen Beitrag melden

      Holgi war dabei...

      Das wäre für die Menschheit einen enormen Verlust wenn der "Holgi"auf das Lesen dieser Tageszeitung verzichten würde . Er war bei der Planung dabei und hat exakte kentnisse über diese Geschichte. Demnach sollte man nur ihm und den vielen andern besserwisser glauben schenken.

    einklappen einklappen
  • Adorina Hope am 06.05.2012 02:37 Report Diesen Beitrag melden

    Luxus ?

    Erstaunlich, ich lese da oben im Bild 3* das Wort Luxus. Aber die Fotos aus Pakistant zeigten sowohl innen als auch aussen eine bescheiden eingerichtete Bruchbude. Offensichtlich muss jeder tote Feind der USA ein "Luxist" gewesen sein. Und offensichtlich haelt man uns fuer schon so Medien-gebrainwasht, dass wir nicht mehr sehen was wir sehen.