Krawalle

11. August 2017 22:00; Akt: 13.08.2017 12:00 Print

Drei Tote nach Wahl in Kenia – Kenyatta gewinnt

Bei der Präsidentschaftswahl in Kenia bleibt Uhuru Kenyatta im Amt. Sein Herausforderer vermutet aber Betrug. Es ist zu Krawallen gekommen.

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Wiederholung der Präsidentschaftswahl: Polizisten bewachen das Gerichtsgebäude, in dem der Entscheid gefällt wurde. (1. September 2017) Wahlsieger: Uhuru Kenyatta wird in seinem Amt bestätigt. (8. August 2017) Manipulationsvorwürfe führen zu Unruhen: Anhänger der Opposition demonstrieren in Nairobi. (9. August 2017) Der Kandidat der Opposition, Raila Odinga, behauptet, Hacker hätten die Wahlergebnisse gefälscht. (9. August 2017) Bei Krawallen auf den Strassen eröffnet die Polizei das Feuer und tötet einen Menschen. (9. August 2017) Kenia sei sehr gut in der Lage, sein Wahlsystem abzusichern: Ex-US-Aussenminister John Kerry, Leiter einer internationalen Wahlbeobachtermission. (9. August 2017) 20 Millionen Kenianer sind zur Wahl aufgerufen: Eine Frau trägt traditionelle Kleidung der Massai. (8. August 2017) Eine Frau trägt ihr Kind auf dem Rücken, während sie ein Wahllokal in Nairobi betritt. (8. August 2017) Eine Frau gibt ihre Stimme ab. (8. August 2017) Vor den Wahllokalen im ganzen Land bildeten sich lange Schlangen. (8. August 2017) Ein Mann gibt seine Stimme ab in Kibera in Nairobi, einem der grössten Slums Afrikas. (8. August 2017) Massai versammeln sich unter einem Baum ungefähr 140 Kilometer südlich von Nairobi nachdem sie ihre Stimme abgegeben haben. (8. August 2017) Kenianische Samburu tragen zur Stimmabgabe ihre traditionelle Kleidung. (8. August 2017) Ein Angehöriger der Samburu gibt seine Stimme ab. (8. August 2017) Auch die Massai sind traditionell gekleidet. (8. August 2017) Die Wahlen verliefen zunächst friedlich. (8. August 2017) Zuvor befürchteten internationale Wahlaufseher Ausschreitungen. (8. August 2017) Der Zutritt zu den Wahlstationen ist reguliert. (8. August 2017) Die Wahlen blieben zunächst friedlich. (8. August 2017)

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Vorwürfe, wonach die Präsidentschaftswahl manipuliert wurde, haben in Kenia zu Unruhen mit mindestens drei Toten geführt. Die Polizei eröffnete am Mittwoch das Feuer auf aufgebrachte Anhänger von Oppositionskandidat Raila Odinga, der behauptete, Hacker hätten die Wahlergebnisse gefälscht. Er lag nach Auszählung fast aller Stimmen deutlich hinter Amtsinhaber Uhuru Kenyatta. Die Wahlkommission wies die Manipulationsvorwürfe zurück. Internationale Beobachter riefen zur Ruhe auf.

Im Bezirk Tana River drangen Angreifer mit Macheten bewaffnet in ein Wahllokal ein und wurden von Sicherheitskräften niedergeschossen. Ein Journalist der kenianischen Nachrichtenagentur berichtete, die Angreifer hätten zuvor Wahlurnen und Laptops der Wahlkommission zerstört. Ob bei dem Angriff Menschen verletzt wurden, war zunächst nicht klar.

Nach Krawallen in der Nacht: Aufräumarbeiten in den Slums von Nairobi. (Video: Tamedia/AFP)

Herausforderer Odinga hatte schon bei der Präsidentschaftswahl 2013 gegen Kenyatta verloren. Der langgediente Oppositionspolitiker hatte auch 2007 kandidiert. Auf die damalige Wahl folgten Gewaltausbrüche, die von ethnischen Rivalitäten genährt wurden und bei denen mehr als 1000 Menschen starben.

«Diesmal haben wir sie erwischt»

Odinga erklärte, Hacker hätten sich mit der Identität des kurz vor der Wahl ermordeten IT-Chefs der Wahlkommission, Christopher Msando, in das Computersystem der Behörde eingeloggt. «Die allgemeine Wahl von 2017 war ein Betrug», sagte er auf einer Pressekonferenz. Er sprach von einem Angriff auf die Demokratie und dem grössten Wählerdiebstahl in der Geschichte des Landes. Verantwortlich dafür sei Kenyattas Jubilee-Partei. «Diesmal haben wir sie erwischt», twitterte Odinga.

Kurz darauf gingen in den Slums von Nairobi und in der Oppositionshochburg Kisumu Demonstranten auf die Strassen. Sie zündeten Reifen an, errichteten Strassensperren und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, wie Augenzeugen berichteten. In Kisumu setzte die Polizei Tränengas ein. Im Wahlkreis South Mugirango im Südwesten eröffnete die Polizei das Feuer und tötete einen Menschen, wie ein örtlicher Polizeikommandeur mitteilte. In Nairobi wurden nach Polizeiangaben zwei Männer erschossen, als sie versuchten, die Demonstrationen für Diebstähle auszunutzen. In vielen anderen Teilen Kenias blieb es ruhig. Dennoch fühlten sich viele an die Unruhen 2007 erinnert.

Die Wahlkommission erklärte, es habe weder vor noch während oder nach der Wahl am Dienstag irgendeine Beeinflussung gegeben. Der Leiter einer internationalen Wahlbeobachtermission, Ex-US-Aussenminister John Kerry, sagte, Kenia sei offensichtlich sehr gut in der Lage, sein Wahlsystem abzusichern.

54 Prozent für Kenyatta

Die hart umkämpfte Präsidentschaftswahl hat Uhuru Kenyatta gewonnen. Er habe 54,27 Prozent der mehr als 15 Millionen Stimmen erhalten, sagte am Abend der Leiter der Wahlkommission, Wafula Chebukati.

Damit sicherte sich der seit 2013 amtierende 55-Jährige eine zweite Amtszeit. Sein Herausforderer Raila Odinga erhielt Chebukati zufolge 44,74 Prozent der Stimmen. Die Präsi

(Video: Reuters)

(chk/nag/sda/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • EMM am 10.08.2017 06:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zitat

    ((Innenminister Fred Matiangi versicherte, das Land sei sicher. Jeder solle seinem Alltag nachgehen. Er warnte davor, im Internet Spannungen zu schüren. Vor der Wahl hatten die Behörden gedroht, sie könnten einige soziale Medien abschalten, wenn darin zum Hass angestachelt werde)) Was soll man noch dazu sagen? Manche lassen sich sehr leicht zu Aktionen schüren, die man eigentlich in einer Demokratie nicht braucht :-( Ausserdem, kommt mir irgendwie solche Situation bekannt vor, wo man den Sieg eines Wahlsiegers nicht Akzeptieren können.

  • Anthony am 10.08.2017 14:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    byebye

    Kein Wunder siehts um Afrika so aus, wenn es nicht mal eim touristisch erfolgreiches Land wie Kenia schafft.. Das ist kein Demokratiegebaren, ea erinnert mich vielmehr an Erdogan.. So wird es dieses Land nie schaffen, ein solidea Fundament zu legen..

  • Andrin Ziswiler am 11.08.2017 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Muss man zwingen in das Ausland?? Ich nicht!!

    Zum Glück muss ich nicht zwingen in das Ausland. Mir word es schon komisch wenn ich in die Nachbarskinder gehe.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andrin Ziswiler am 11.08.2017 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Muss man zwingen in das Ausland?? Ich nicht!!

    Zum Glück muss ich nicht zwingen in das Ausland. Mir word es schon komisch wenn ich in die Nachbarskinder gehe.

  • Anthony am 10.08.2017 14:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    byebye

    Kein Wunder siehts um Afrika so aus, wenn es nicht mal eim touristisch erfolgreiches Land wie Kenia schafft.. Das ist kein Demokratiegebaren, ea erinnert mich vielmehr an Erdogan.. So wird es dieses Land nie schaffen, ein solidea Fundament zu legen..

  • EMM am 10.08.2017 06:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zitat

    ((Innenminister Fred Matiangi versicherte, das Land sei sicher. Jeder solle seinem Alltag nachgehen. Er warnte davor, im Internet Spannungen zu schüren. Vor der Wahl hatten die Behörden gedroht, sie könnten einige soziale Medien abschalten, wenn darin zum Hass angestachelt werde)) Was soll man noch dazu sagen? Manche lassen sich sehr leicht zu Aktionen schüren, die man eigentlich in einer Demokratie nicht braucht :-( Ausserdem, kommt mir irgendwie solche Situation bekannt vor, wo man den Sieg eines Wahlsiegers nicht Akzeptieren können.