«Oh Jeremy Corbyn»

25. Juni 2017 03:11; Akt: 25.06.2017 04:44 Print

Labour-Chef lässt sich wie ein Rockstar feiern

Das Glastonbury Festival hat dieses Jahr eine starke politische Note – Brexit, Donald Trump und Theresa May sei Dank.

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Am Samstag hatte Labour-Chef Jeremy Corbyn am Glastonbury Festival seinen grossen Auftritt. Er wurde von den Besuchern wie ein Rockstar bejubelt worden. «Eine andere Welt ist möglich!», rief der britische Oppositionspolitiker der Menge zu.

Vor einem Auftritt der Band Kaiser Chiefs warb der 68-Jährige für eine pazifistische, ökologische und antirassistische Politik. Zu Beginn seiner Rede sprach Corbyn die Brandkatastrophe im Londoner Sozialbau Grenfell Tower mit 79 Toten an. «Ist es gerecht, dass so viele Menschen in Armut leben, in einer Gesellschaft mit so viel Reichtum?» fragte er.

Über Flüchtlinge sagte er, diese seien «menschliche Wesen, die einen Ort zum Leben in Frieden suchen». An US-Präsident Donald Trump gerichtet warb Corbyn für den Klimaschutz: «Wir haben nur eine Erde, selbst Donald Trump glaubt nicht, dass wir irgendwo einen anderen Planeten haben – schützen wir sie also!»

Labour-Partei überraschte bei der Wahl

Aus dem Publikum ragten Schilder mit Aufschriften wie «JC Hoffnung» oder «Jeremy Corbyn Neue Ära» empor. Einige Zuschauer trugen T-Shirts mit Corbyns Konterfei. Die Labour-Partei hatte bei der Parlamentswahl vor gut zwei Wochen ein überraschend gutes Ergebnis erzielt, was sie vor allem jungen Wählern verdankte. Dagegen verloren die Tories ihre absolute Mehrheit im Unterhaus; Premierministerin Theresa May blieb stark angeschlagen im Amt.

Das Glastonbury-Musikfestival, das jeden Sommer in der Nähe des Dorfes Pilton in der Grafschaft Somerset stattfindet, hat angesichts von Brexit und Trump in diesem Jahr einen besonders politischen Anstrich. Der Sänger von Radiohead, Thom Yorke, forderte May zum Beispiel auf, sie solle «die Tür hinter sich zumachen». Das Publikum sang daraufhin eine Hymne auf den Labour-Chef: «Oh Jeremy Corbyn».

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani am 25.06.2017 08:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Problem

    Genau dies ist das Problem. Die Politiker lassen sich feiern und huldigen wie Stars. Meist noch bevor sie überhaupt was geleistet haben. Dabei vergessen sie: Es geht aber um die Politik, das Land und die Wähler die sie vertreten (sollten). Nicht um sie selbst resp. um ihren Eigennutz...

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  • Tommy Robinson am 25.06.2017 04:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Ansatz

    Die peace & love Strategie der Linken funktioniert so leider nicht... Man bedenke, dass unter "the many" die England nahezu unkontrolliert in Ihr Land liess, es wohl oder übel "the few" (rund 23'000) Eingereiste darunter hat die nicht mit friedlichen Absichten die Grenzen passiert haben.

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  • Dagobert am 25.06.2017 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Billigster Populismus

    Auch wenn die Linken gerne so tun, als könnten sie alle reich machen und dabei noch die ganze Welt retten, wird es ihnen nie gelingen. Es braucht schon eine grosse Portion Verleugnung oder Naivität, um einen Corbyn überhaupt ernst nehmen zu können. Interessant ist nur, dass stets die Gegenseite als populistisch bezeichnet wird, obwohl deren Forderungen doch um einiges realistischer sind!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M.G. am 26.06.2017 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Gefangen in Traditionen

    Die Traditionalisten bei den Tories fahren das Land mit ihrem Isolationismus an die Wand. Die Linken in der Labour Party machen genau das gleiche, sie fordern nach der uralten aus der Zeit gefallenen Staatswirtschaft die GB auch fast ruiniert hätte. Die Verstaatlichungen unter Attlee 1945 - 1952 machte die britische Industrie derart unflexibel das GB am härtesten von der Montankrise ab 1967 getroffen wurde. Thatchers Antwort brachte zwar Wachstum aber heute hat das produzierende Gewerbe in GB nur noch 10% Anteil am gesamten BIP. Das macht eine Rückkehr zu alten Strukturen unmöglich.

  • Sven E. am 26.06.2017 05:53 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst die Rockmusik in Ruhe!

    Passt mir nicht, dass die Rockmusik pauschal politisch instrumentalisiert wird. Falls eine Band eine politische Botschaft hat, transportiert sie die ohnehin in ihrer Musik. Aber die Buehne soll den Bands gehoeren, nicht Politikern.

  • gogg am 25.06.2017 21:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Emotionaldenker

    Und Utopisten. Überhaupt 0 rationales Denkvermögen. Und die Menschen träumen halt gern, dass da alles den Bach runter geht, verwundert nicht.

  • Gummi Susanne am 25.06.2017 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    Angsthasenpolitiker

    Jetzt lässt er sich noch feiern, nach der Wahl wird er immer in gepanzerten Fahrzeugen und mit Bodyguards eskortiert.

  • Herr Max Bünzlig am 25.06.2017 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    am Anfang lassen sich die Staats Herren noch gerne feiern, am Schluss sieht es meist anders aus