US-Vorwahlen

24. Januar 2012 09:47; Akt: 24.01.2012 16:45 Print

«Swiss Mitt» legt seine Steuern offen«Swiss Mitt» legt seine Steuern offen

Mitt Romneys Steuererklärung zeigt: Mit knapp 14 Prozent zahlt er deutlich weniger als Normalverdiener. Auch ein Schweizer Bankkonto wurde enthüllt und bescherte ihm einen neuen Spitznamen.

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Die «Huffington Post» am Dienstag auf ihrer Frontseite: Die Bezeichnung Swiss Mitt ist eine Anspielung auf «Swiss Miss», einen Hersteller von Schokolade-Produkten in den USA.

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Seit Wochen wirbt Mitt Romney für sich als Präsidentschaftskandidat der Republikaner und fordert dabei stets Steuersenkungen. Vor einigen Wochen geriet der ehemalige Gouverneur von Massachusetts aber selbst in die Kritik, als bekannt wurde, dass der 250 Millionen Dollar schwere Präsidentschaftskandidat selbst nur knapp 15 Prozent Steuern bezahlt – für wohlhabende Amerikaner ein vergleichsweise tiefer Steuersatz. Ursprünglich hatte Romney seine Steuererklärungen erst im April veröffentlichen wollen. Nach dem Sieg Newt Gingrichs in South Carolina aber stieg der Druck. Am Dienstag veröffentlichte Romney seine Steuererklärung, um bei dem Thema wieder die Oberhand zu gewinnen.

Ob damit seine Chancen auf den Sieg bei den Vorwahlen steigen, sei aber fraglich, schreibt die «New York Times». Romneys Steuersatz ist nämlich noch tiefer als angenommen. Im Jahr 2010 hatten er und seine Ehefrau Ann einen Steuersatz von 13,9 Prozent gehabt. Im Jahr 2011 soll dieser auf 15.4 Prozent ansteigen. Bei einem Einkommen von 42,5 Millionen Dollar bezahlen die Romneys 6,2 Millionen Dollar Steuern, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Romney bezahlt damit deutlich weniger Steuern als die meisten Normalverdiener in den USA. Er kann den US-Spitzensteuersatz von 35 Prozent umgehen, da er keinen Lohn bezieht sondern Einkünfte aus Investmentgeschäften, die nur mit 15 Prozent versteuert werden müssen. Ausserdem verkündete Romney, in jedem Jahr sieben Millionen Dollar gespendet zu haben. Vor allem an Mormonen. Das Einkommen wurde damit um 16 Prozent gemindert, der Steuersatz ebenso.

Schweizer Konto bringt Romney in Verlegenheit

Romney besitzt Konti auf den Cayman Islands, bis 2010 lag sein Geld auch bei einer Schweizer Bank. Romney hatte dieses Konto aufgelöst, nachdem ihm ein Investment-Berater dazu geraten hatte, da ihn dieses Konto politisch in Verlegenheit bringen könnte. Das hindert die «Huffington Post» nicht daran, den Präsidentschaftskandidaten mit dem Titel «Swiss Mitt» zu versehen. Romneys Berater bemühten sich sogleich zu betonen, dass diese Konti bei Steuererklärungen stets deklariert wurden und keineswegs dazu da sein, Steuern zu umgehen.

Trotzdem könnte die nationale Debatte um Steuergerechtigkeit in den Vereinigten Staaten neu aufleben. Mitt Romney schneidet neben seinen Kontrahenten diesbezüglich deutlich schlechter ab. Sein schärfster Konkurrent Newt Gingrich bezahlte bei einem Jahreseinkommen von 3,1 Millionen Dollar 31 Prozent Steuern. US-Präsident Barack Obama zahlte 2010 auf sein Einkommen von rund zwei Millionen Dollar 26 Prozent Steuern. Das Image als «Millionär mit Mini-Steuern» wird Romney damit kaum so rasch loswerden.

(ske)

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  • Andy am 24.01.2012 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So wenig wie möglich

    Na ja, es bezahlt wohl jeder nur soviele Steuer wie man wirklich muss und jeder nützt wohl jede Möglichkeit, erst recht alle legalen Möglichkeiten, um seine Steuerlast zu minimieren. Wiso soll das man das auch nicht, ob Kleinverdiener oder Millionär. Freiwillig zahlt keiner mehr Steuern als er wirklich muss. Das kann niemandem verübelt werden, oder??

  • Jacky M. am 24.01.2012 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant!

    Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen. Interessant finde ich aber, dass mit zwei Ellen gemessen wird, USA anders als CH! Hier sollen die "Reichen" mal schön zahlen, in den USA machts ja nichts, wenn sie nicht so viel zahlen... Ich finde aber: wenn sie nicht mehr zahlen, sprich wegziehen, was haben wir dann davon??

  • geprellter Steuerzahler am 24.01.2012 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Kapitalerträge werden in CH versteuert!

    Also, in der CH-Steuererklärung gibt's den Posten Wertschriftenertrag. Fein säuberlich werden da die erhaltenen Kapitalzinsen aufgelistet und zum steuerbaren Einkommen addiert. Obwohl man bereits Vermögenssteuer bezahlt! Bei Aktien wird der Wert ebenfalls bemessen. Steigt der im Portfolio, gibt's höhere Vermögenssteuern. Wer sagt da, Kapitalerträge seien bei uns Steuerfrei?

    • Bruno von Schlosswil am 24.01.2012 18:06 Report Diesen Beitrag melden

      Steuerliche Privilegien

      Im Kanton BL legt das Steuergesetz in § 46 fest, dass bei der Veranlagung von Wertpapieren der Kurswert gelte. Gemäss einem Regierungsratbeschluss aus dem Jahre 1975 wird der Verkehrswert jedoch herabgesetzt, wenn die Bruttorendite drei Prozent nicht übersteigt. Beim Vergleich mit anderen Anlagearten (Sparkonti mit mickrigen Zinssätzen von weniger als einem Prozent) wird das Aktiensparen privilegiert. Und dies, obwohl Kursgewinne bekanntlich steuerfrei sind.

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