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31. Mai 2011 07:05; Akt: 31.05.2011 18:19 Print

Iran verweigert Merkels Airbus Überflug

Schlechter Beginn der Indien-Reise von Angela Merkel: Ihrem Airbus ist der Überflug über den Iran vorerst verweigert worden. Deutschland bestellte daraufhin den iranischen Botschafter ein.

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Erster offizieller Einsatz und schon Probleme: Der neue Kanzler-Airbus «Konrad Adenauer» und Angela Merkel. (Bild: Keystone)

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In einem beispiellosen diplomatischen Affront hat der Iran einer deutschen Regierungsmaschine mit Kanzlerin Angela Merkel an Bord vorübergehend aus seinem Luftraum verbannt. Merkel traf deshalb am Dienstag mit zweistündiger Verspätung zu ihrem offiziellen Besuch in Indien ein.

Das Auswärtige Amt bestellte wegen des Vorfalls den iranischen Botschafter ein. Aussenminister Guido Westerwelle bezeichnete die Behinderung des Flugs als absolut inakzeptabel. «Das ist eine Respektlosigkeit gegenüber Deutschland, die wir nicht hinnehmen werden.»

Merkel demonstrierte dagegen Gelassenheit und sagte, das Wichtigste sei ihre Ankunft zu den deutsch-indischen Regierungskonsultationen in Neu-Delhi.

Warteschleifen über der Türkei

Kurz nachdem das Regierungsflugzeug vom Typ Airbus A340 in den iranischen Luftraum geflogen war, entzog der Iran der Maschine die zuvor erteilten Überflugrechte wieder. Das Flugzeug musste zurück in die Türkei fliegen.

Erst nach mehr als einstündigen Verhandlungen, in die auch die Türkei und das Auswärtige Amt in Berlin einbezogen wurden, revidierte die iranische Seite ihre Entscheidung, so dass Merkel wieder Richtung Indien fliegen konnte.

Das iranische Aussenministerium machte ein «technisch- organisatorisches Problem» für die Panne verantwortlich. «Das Problem wurde ... umgehend behoben, und der Flug konnte wieder seinen Kurs aufnehmen», erklärte Ministeriumssprecher Ramin Mehmanparast laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.

Einmaliger Vorfall

«Einen solchen Vorfall hat es noch nicht gegeben», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Offene Kritik an Iran äusserte er nicht. Der Vorfall sei aber «zumindest ungewöhnlich».

Die EU hatte erst vor wenigen Tagen neue Sanktionen gegen Iran im Zusammenhang mit dem umstrittenen Atomprogramm verhängt. Die Bundesregierung erwarte, dass sich ein derartiger Vorfall nicht wiederhole.

Am Mittwoch soll Merkel nach Singapur weiterreisen. Die Rückreise nach Berlin ist für Donnerstag geplant. Ob die Route auch wieder über den Iran führen wird, war noch offen.

(sda/dapd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco am 31.05.2011 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Schade...

    Ja es ist schon mühsam, wenn ein Land dem anderen die Durchflüge und Landeanflüge kompliziert gestaltet. Zum Glück macht dies Deutschland ja mit keinem Land. (Vorsicht Ironie!)

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  • Danny am 31.05.2011 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Machtspiele

    Hier die Deutschen zu "bashen" ist eher fehl am Platz. Dafür gibts genug andere Gründe.:-) Ahmadinedschad ist, wie Ghadaffi, ein Querulant und spielt gerne Machtspielchen. Dass D dem Iran das Kerosin verweigert mag 2 Gründe haben. Entweder die Iraner zahlen nicht, oder ihre Flugzeuge sind im tech. Zustand von bulgarischen LKW's. Die Sanktionen gegen den Iran sind rechtens. Mit ihrem dämlichen Atomprogramm gefährdet diese radikale Regierung die Sicherheit in der Region und über die Region hinaus.

  • Meier, Nico am 31.05.2011 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    Kerosin sparen

    Die Überflüge über den Iran sind limitiert, dass passiert auch mit Linienflügen nach Singapur. Mal gehts, mal gehts halt nicht. Die route ist halt optimaler gelegen, zum Sprit sparen, darum gehts.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Toni Meier Leon am 31.05.2011 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wie Du Mir so Ich Dir

    Dieses Überflugstheater scheint mir eine logische Konsequenz zu sein mit dem ewigen "Iran-Bashing" der Merkel und ihrer Freunde.

  • Thöme am 31.05.2011 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbereitungen ungenügend?

    Vielleicht müsste man noch erwähnen, dass die Vorbereitungen von Deutscher Seite nicht ausreichend waren. Wie in anderen Medien berichtet wird, war der Überflug nicht einwandfrei koordiniert worden.... z.B. NZZ oder auch

    • Sarah Meier am 31.05.2011 20:11 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch

      Das stimmt nicht. Die Permission lag vor..... Für beide Maschinen, mit Registratur der Flugis und definierter Arrival Time am Luftraum... Waypoint für Waypoint definiert incl. der Höhenangabe. Aber macht nix...

    • Meise am 03.06.2011 11:32 Report Diesen Beitrag melden

      katz und maus

      Die dipolomatischen Freigabenummern liegen vor Abflug vor. Somit sind die Nummern vorhanden und die Genehmigung auch. Wenn nun ein Exempel statuiert ween soll, entzieht man diese Nr einfach wieder oder verweigert vorerstden Einflug...Das liegt nicht an mangelnder Vrobereitung, eher an Sanktionen gegen dieses Land in der letzten Woche denke ich.

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  • Aviatiker am 31.05.2011 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Lufthoheit hat auch der Iran

    Lufthoheit - ja und? Nur weils es der Luftwaffen-Airbs der Kanzlerin ist muss Iran den Überflug dochnicht bewilligen. Und erst noch keine Linienmaschine. Vielleicht hätte man früher denken sollen, Herr Westerwelle? Auch ich finde es Dilettantisch vom Iran, aber trotzdem.

  • Aizen am 31.05.2011 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Andererseits...

    Wenn Iran so dringend eine Atombombe will, sollten wir ihnen eine geben. Spezielle Lieferung, wenn ihr versteht ;)

    • Manu am 31.05.2011 14:49 Report Diesen Beitrag melden

      Hehe

      Ja genau, per Luftpost und express ;-)

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  • B. Kerzenmacher am 31.05.2011 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Iran bleibt

    offenbar nichts weiterers mehr übrig als zu provozieren und herumzudrohen da es aufgrund der Umbrüche in der islamischen Welt doch immer enger wird für das Regime in Teheran. Offenbar steht das Land bzw. die Regierung kurz vor der Implosion. Dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein.

    • Adrian am 09.06.2011 09:32 Report Diesen Beitrag melden

      Implosion

      Ist es schon, Ahmadinedschad ist schon heftigst in Kritik und seine Macht ist schon massiv beschränkt. Nur noch eine Frage der Zeit, bis der Weg ist. Es fragt sich dann nur, ob jemand besseres nachfolgen wird.

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