Kampftraining

23. August 2017 22:10; Akt: 23.08.2017 22:10 Print

Russlands Militär übt Krieg deutlich öfter als Nato

Die russische Armee führt fast viermal mehr Kampftrainings durch als die Nato. Experten vermuten eine noch höhere Dunkelziffer.

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Russland hat seit 2015 deutlich mehr Militärübungen abgehalten als die Nato und ihre verbündeten Staaten in Europa. Das geht aus einer Datenanalyse der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» hervor.

Während sich auf Nato-Seite im Beobachtungszeitraum zwischen 2015 und 2017 38 Übungen mit mehr als 1500 Soldaten erfassen liessen, kommt Russland auf deren 124. Das ist mehr als das Dreifache. Und je kleiner die Manöver sind, umso grösser werden die Unterschiede: So führte Russland in der Kategorie der Übungen mit 1500 bis 5000 Soldaten knapp viermal so viele Kampftrainings durch wie die Nato.

Zudem realisiert Russland jährlich zahlreiche Kampfbereitschaftsinspektionen. Dabei bringen sich Einheiten von mehreren hundert Soldaten innerhalb kürzester Zeit in Stellung. Die Nato hat bis dato keine einzige durchgeführt.

Moskau kein Interesse an Transparenz

Laut offiziellen Zahlen hat sich die Lücke zwischen Russland und dem Bündnis zuletzt zwar verringert. Es gebe allerdings Zweifel an der Vollständigkeit der Angaben, schreibt die «FAZ». Sie nennt die erfassten Manöver auf russischer Seite gar «eine vorsichtige Schätzung».

Angesichts dessen hat Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg Russland zu mehr Transparenz bei der Durchführung seiner Militärmanöver aufgefordert. So könne «das Risiko von Missverständnissen und Eskalation» reduziert werden, sagte er der Zeitung.

Untersuchungen, die sich auf russische Berichte über zusätzliche Übungen beziehen, zeigten aber, dass Moskau daran kaum Interesse haben dürfte.

«Neue Normalität»

Gemäss FAZ-Analyse lassen sich klar Präferenzen feststellen, was das Übungsgebiet der Russen angeht. So finden die Trainings besonders häufig im Westen und Süden statt, also an der Grenze zum Nato-Bündnis-Gebiet und zur Ukraine.

Dabei würden die Operationen immer umfangreicher, berichten westliche Forscher. «2011 wäre eine Kampfbereitschaftsinspektion oder ein strategisches Manöver mit 100'000 Teilnehmern eine Sensation gewesen», sagt der schwedische Sicherheits-Experte Johan Norberg der Zeitung. Jetzt sei das die «neue Normalität» und das Land verfüge damit über einen «asymmetrischen Vorteil».

Ob Moskau diesen tatsächlich einmal zu nutzen gedenkt, bleibt offen. Wie die Autoren schreiben, erfülle die operative Überlegenheit allerdings bereits auch so einen Zweck: Instabilität und Kriegsangst im Westen.

(kko)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beobachter am 23.08.2017 22:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wo???

    Wo führen die Kussen Kriegsmanöver durch? Im eigenen Land oder im Ausland vor der Tür von Ländern mit Bodenschätzen?

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  • Kulturbanause am 23.08.2017 22:30 Report Diesen Beitrag melden

    Von Äpfeln und Birnen

    Mal abgesehen davon dass eine Schätzung im Atlantikbrücken-Blatt FAZ noch vorsichtiger zu geniessen ist als die dort gemahnte vorsichtige Schätzung - die NATO besteht aus mehreren Ländern die auch noch ausserhalb des Rahmens der NATO Mannöver durchführen. Jüngstes Beispiel USA+Südkorea. Zusätzlich trainieren es sich eben schlecht wenn man in vielen Konflikten aktiver Teilnehmer ist.

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  • Simi am 23.08.2017 22:53 Report Diesen Beitrag melden

    Mühlenartig..

    Die NATO gibt auch rund 13 mal mehr für ihre "Verteidigung" aus, als Russland. Also hört mir doch auf mit solchen tendenziösen Artikeln direkt aus dem NATO Hauptquartier.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Salvi R. am 24.08.2017 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles richtig gemacht

    hätte nicht gedacht, dass so viele gleicher meinung sind wie ich. Putin macht soweit alles richtig. ein solches staatsoberhaupt mit eiern, kann man sich nur wünscheny

  • S.H. am 24.08.2017 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wer nicht kommt soll nicht immer meckern

    Das weißrussische Verteidigungsministerium lud zu den gemeinsamen Militärübungen mit Russland "Westen-2017" Beobachter aus sieben Staaten ein. Das teilte der Pressedienst des Amtes mit. Vertreter aus den sieben Ländern Ukraine, Polen, Litauen, Lettland, Estland, Schweden und Norwegen sind eingeladen, heißt es in der Mitteilung. Eingeladen sind auch Vertreter mehrerer internationaler Organisationen wie UN, OSZE, NATO, OVKS, GUS und anderen. Im März erklärte der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko, dass die Militärübungen "Westen-2017" transparent und zugänglich für Beobachter verschiedener internationaler Organisationen sein müssten.

  • Markus am 24.08.2017 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich

    Wozu ist denn eine Armee sonst da und was soll die in Friedenszeiten sonst tun? Der Bericht müsste eher heissen, faules Nato Militär arbeitet 4x weniger als russisches!

  • Der Rheintaler am 24.08.2017 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Muss nicht üben

    Die NATO muss gar keinen Krieg üben, die sind immer irgendwo im Krieg.

  • Peter am 24.08.2017 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso üben wenn man machen kann?

    Russland übt und Amerika zieht es durch :) auch eine Art Übung c(: