Trump-Schwiegersohn

24. Juli 2017 13:51; Akt: 25.07.2017 10:16 Print

Kushner gibt vier Treffen mit Russen zu

Der US-Senat hat Trumps Schwiegersohn zur Russland-Affäre befragt. Erste Details sind schon vor dem Treffen durchgesickert.

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Im Fokus der Russland-Affäre: Jared Kushner. (Bild: Keystone)

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Donald Trumps Schwiegersohn und Berater Jared Kushner hat jegliche geheimen Absprachen zwischen dem Wahlkampfteam des heutigen US-Präsidenten und Russland abgestritten. Er habe sich nicht mit ausländischen Regierungen heimlich abgesprochen und wisse auch von niemandem aus dem Trump-Team, der dies getan habe, teilte Kushner am Montag vor einer Befragung in einem Senatsausschuss in einer elf Seiten langen Erklärung mit, die der Nachrichtenagentur AP vorlag.

Er habe nichts zu verbergen, erklärte Kushner. Laut dem Statement hatte er während des Wahlkampfs und der Übergangszeit im Weissen Haus bei vier Gelegenheiten Kontakt mit Russen gehabt. Keiner davon sei unangemessen gewesen, so Kushner. Er dementierte ebenfalls, dass Russen seine privaten Geschäfte finanziert hätten.

Die Akteure in der Affäre um Trump Junior

Der mit Trumps Tochter Ivanka verheiratete Kushner wollte die Erklärung bei Befragungen der Geheimdienstausschüsse des US-Kongresses verlesen. Am Montag war eine Befragung vor Mitgliedern des Ausschusses des Senats, am Dienstag vor demjenigen des Repräsentantenhauses angesetzt. Beide sollten hinter verschlossenen Türen stattfinden. Die Gremien ermitteln zu Russlands Einfluss auf den US-Wahlkampf und mögliche Absprachen zwischen Moskau und dem Trump-Team. Kushner ist der erste aus Trumps innerem Dunstkreis, der sich Fragen in der Affäre stellt.

Zu einem Treffen mit einer russischen Anwältin erklärte Kushner, dieses sei reine «Zeitverschwendung» gewesen. Sein Schwager Donald Trump jr. habe ihn eingeladen, dem Gespräch mit Natalia Weselnizkaja im Sommer 2016 beizuwohnen. Er sei spät zu dem Treffen dazugestossen und habe gehört, wie die Anwältin über Adoptionsangelegenheiten gesprochen habe. Er habe seinen Assistenten daraufhin per Textnachricht gebeten, ihn aus dem Gespräch herauszurufen.

Kushner beteuert seine Unschuld: «Ich habe keine Geheimabsprachen mit Russland getroffen»

Kushner: Nichts Spezielles besprochen

«Kein Teil des Treffens, an dem ich teilgenommen habe, hat irgendetwas über den Wahlkampf beinhaltet, es gab kein Folgetreffen, von dem ich weiss, ich erinnere mich nicht daran, wie viele Personen da waren (oder ihre Namen), und ich habe kein Wissen über Dokumente, die angeboten oder akzeptiert wurden», erklärte Kushner.

E-Mails hatten gezeigt, dass Trump jr. dem Treffen im Trump Tower in der Erwartung zugestimmt hatte, schädigende Informationen über Trumps Präsidentschaftsrivalin Hillary Clinton zu erhalten. Kushner erklärte dazu, er habe diese Mails bis vor kurzem nicht gesehen, ehe sie ihm von seinen Anwälten gezeigt worden seien.

Gleichzeitig dementierte Kushner Berichte darüber, er habe Gespräche über die Bildung eines geheimen Kommunikationskanals mit dem russischen Botschafter in den USA, Sergej Kisljak, geführt. Er habe im Dezember mit Kisljak im Trump Tower gesprochen. Dabei sei es jedoch um die Syrienpolitik gegangen. Auf Anfrage des Botschafters habe er sich ausserdem mit einem russischen Banker, Sergej Gorkow, getroffen. Dabei sei nichts Spezielles besprochen worden.

(woz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus am 24.07.2017 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Unlogisch

    Wenn alle treffen nutzlos waren, weil nichts besprochen worden ist, warum treffen sich diese Personen denn? Das ist hanebüchen und kompletter Unsinn, absolut nicht zu plausibilisieren!

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  • Typhoeus am 24.07.2017 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump versus Denver Clan

    Zuviel des Guten. Daraus kann man mindestens über Jahre hinaus TV Serien machen. Der Trump Clan die Megafundgrube.

  • Spectre121 am 24.07.2017 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Machtkämpfe Innerhalb

    Mal so als Frage: Wie vielen wissen von den Zahlungen (sogennante Spenden) an die Clinton Stiftung damit man einen Termin bei der damaligen Aussenministerin bekommt ? Das nennt man Korruption, wurde jedoch weder verfolgt noch hat es die Medien interessiert. Das soll jetzt keine Rechtfertigung sein. Soll auch keine pro Trump Aussage sein. Einfach mal nur etwas zum Nachdenken. Man kann in den USA live miterleben wie mehrere Oligarchen Familien um die Macht ringen. Ob das was gutes ist darf jeder für sich entscheiden. Eines ist sicher, keiner dieser Oligarchen interessiert sich für den kleinen Bürger.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rüedu am 24.07.2017 20:25 Report Diesen Beitrag melden

    Reitet sich noch tiefer rein.

    Was der Mann auch immer behauptet, er verbessert seine Lage nicht wirklich. Logan Act:"Es untersagt Bürgern, ohne ausdrückliche Genehmigung der Regierung politische Verhandlungen mit ausländischen Regierungen und Beamten in Bezug auf Konflikte mit den Vereinigten Staaten zu führen oder deren Maßnahmen entgegenzuwirken."

  • Roli am 24.07.2017 20:25 Report Diesen Beitrag melden

    Typische Politikertaktik (...)

    Salamitaktik nennt man das ... man gibt nur zu was einem bewiesen werden kann .... scheibchenweise ... aber ist ja nichts neues .....

  • Theres am 24.07.2017 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann mich nicht erinnern!?

    Ja genau!! Wers glaubt wird seelig! Erst war da nie ein Treffen. Dann doch aber alles was wichtig ist wurde vergessen. Wer soll denn das noch glauben? Und wenns richtig brenzlig wird kann man ja immer noch ermittler Mueller entlassen. Auskommen wirds trotzdem!

  • DNA am 24.07.2017 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Typ ist schon Cool.

    Das ist doch mal eine "coole Socke", sieht aus wie ein Konfirmand, vergisst mal eben ein paar Millionen bei den Steuern und pflegt seidene Kontakte zu Russen, welche Hillary in die Pfanne hauen wollen. So kindlich wie er auch aussehen mag, der ist nicht grün hinter den Lauschern. Er ist quasi Trump würdig. schuld sind andere und nur zugeben was exakt zu beweisen ist. Nerven wie ein Stahlseil der Junge.

  • Lukas am 24.07.2017 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reden mit einander so schlecht sein?

    Was soll das Ganze? Warum sollen Leute aus dem Umfeld des Präsidenten nicht mit russischen Bürgern reden? Wie schräg ist das denn?

    • Rüedu am 24.07.2017 20:22 Report Diesen Beitrag melden

      Lukas

      Ernsthaft? Nun kocht dieses Süppchen seit Monaten, und Sie wissen immer noch nicht was der "Logan Act" ist?

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