Frauenbericht der Uno

06. Juli 2011 22:34; Akt: 07.07.2011 00:44 Print

600 Millionen Frauen werden unterdrückt

Rund 600 Millionen Frauen leben in Ländern, in denen häusliche Gewalt kein Verbrechen ist. Dies ist nur ein trauriges Faktum aus dem neusten Bericht der Uno.

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Dem Mann nicht gleichgestellt: Der Frauenbericht der Uno prangert zahlreiche Länder an. (Bild: Keystone/AP)

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Der Frauenbericht der Uno wurde erst im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. Demnach ist in 139 Ländern und Territorien die Gleichstellung der Geschlechter zwar in der Verfassung ­geregelt, Millionen Frauen ­haben aber ­weiterhin nicht die gleichen ­ökonomischen Möglichkeiten und den gleichen Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen wie Männer. Allzu oft werde ­ihnen noch das Recht, über den eigenen Körper selbst zu bestimmen, vorenthalten. Sie hätten kein Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen und würden nicht vor Gewalt geschützt.

«Für die meisten Frauen auf der Welt existieren die Rechte nur auf dem Papier, diese führen nicht zu Gleichheit und Gerechtigkeit», stellt der Bericht fest. «In vielen Zusammenhängen, in reichen und in armen Ländern gleicher­massen, lässt die ­Infrastruktur der Gerechtigkeit die Frauen im Stich.» Die Uno-Frauenorganisation ruft die Regierungen deshalb auf, Gesetze, die Frauen diskriminieren, abzuschaffen und mehr Geld dafür bereitzustellen, dass sie rechtliche Hilfe bekommen, dass es weibliche Poli­zisten, Richter und Abgeordnete gibt.

Auf dem Weg zu rechtlicher Gleichstellung gebe es aber noch viele Hindernisse, heisst es in dem Bericht. In Entwicklungs­ländern würden mehr als ein Drittel der Frauen verheiratet, bevor sie 18 Jahre alt seien, sie hätten kaum Bildungschancen und seien der Gefahr früher Schwangerschaften ausgesetzt.