Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Neue Spuren zur Bluttat
28. Oktober 2012 20:05; Akt: 29.10.2012 13:38 Print
Wollte der Annecy-Killer an Saddams Geld?
Der Vierfachmord in den französischen Alpen wird immer mysteriöser: Der Vater eines Getöteten soll eine Millionensumme von Iraks Ex-Diktator Saddam Hussein auf seinem Schweizer Konto verwaltet haben.
-
Massaker in Annecy: Konto bei Genfer Bank beschlagnahmt
-
Vierfach-Mord von Annecy: Verwandter der Opfer-Familie kündigte Mord an
-
Bluttat bei Annecy : Die Siebenjährige hat «einen Bösen» gesehen
-
Vierfachmord von Annecy: «Ich musste das Mädchen zurücklassen»
-
Zeuge des Vierfachmords: «Es war wie in einem Film»
Neue Wendung im dubiosen Massaker von Annecy, bei dem Anfangs September vier Personen gezielt getötet wurden: Wie «Daily Mail» und «Bild» berichten, hat Kadhim Al-Hilli, der Vater des getöteten Autofahrers Saad Al-Hilli, vom irakischen Ex-Diktator Saddam Hussein eine Million Euro erhalten. Die Familie Al-Hilli sei in früheren Jahren eng mit der damals regierenden Baath-Partei verbunden gewesen.
Das Geld sei auf einem Genfer Konto deponiert gewesen, nach dem Tod des Vater habe es Saad Al-Hilli verwaltet. Wusste der Killer davon und versuchte an das viele Geld heranzukommen? Eric Maillaud, der leitende Staatsanwalt von Annecy, sagt gegenüber «Le Monde», dass er «über dieses neue Element nicht informiert sei».
Neue Erkenntnisse
Wer hinter der Bluttat steckt, ist weiterhin unklar. Doch die Ermittler haben mittlerweile einige neue Erkenntnisse, wie ein Untersuchungsbericht belegt, welcher «Le Monde» vorliegt.
Im Bericht wird erstmals ein Tatablauf präsentiert. Demnach hat der Mörder das Feuer auf drei Personen eröffnet, die gemeinsam am Waldrand standen. Es waren der britische Tourist Saad Al-Hilli, dessen siebenjährige Tochter Zainab und der französische Rennvelofahrer Sylvain Mollier.
Al-Hilli habe seine Tochter nach den ersten Schüssen an der Hand gerissen und sei zu seinem BMW geflüchtet, den er dann zu wenden versucht habe, so der Bericht. Bei diesem Manöver habe er Mollier angefahren. Immer noch unter Beschuss sei er mit dem Auto in den Wald geraten und dann dort festgesteckt. Der Mörder hatte deshalb leichtes Spiel. Er tötete Al-Hilli, dessen Frau und Schwiegermutter mit mindestens je zwei Kopfschüssen. Die Ermittler gehen davon aus, dass er anschliessend sicherstellte, dass auch Velofahrer Mollier die Tat nicht überlebt.
Zainab überlebte, weil die Kugeln ausgingen
Die Ermittler stützen sich in ihrem Bericht auch auf Aussagen der überlebenden Zainab. Diese ist wohl nur deshalb nicht gestorben, weil der Mörder keine Munition mehr hatte. Der Mann habe ihr aus diesem Grund mit seiner Waffe auf den Kopf geschlagen, mit der Absicht, das Mädchen auf diese Weise umzubringen. Dabei splitterten Teile der Pistole ab. Dank diesen gelang es den Ermittlern, die Tatwaffe festzustellen.
Es handelt sich um eine P06 vom Typ Luger. Diese Waffe wurde in den 1920er- und 1930er-Jahren in der Schweizer Armee verwendet. Heutzutage ist die Waffe ein Sammlerobjekt. Es gebe in der schweizerisch-französischen Grenzregion mehrere mögliche Besitzer, die nun überprüft würden. Weil die Pistole als untypisch für einen Profikiller gilt, verfolgt die Polizei weiterhin auch die Möglichkeit, dass die Tat diejenige eines Geisteskranken war.
(rme/fum)

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt















