Venezuela

06. August 2017 16:05; Akt: 07.08.2017 04:43 Print

«Das ist ein Terrorakt gegen die Streitkräfte»

Der Druck auf den venezolanischen Präsidenten Maduro nimmt zu. In Valencia wurde ein Militärstützpunkt angegriffen.

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Die Gruppe von Maduro-Anhängern soll von Soldaten unterstützt worden sein: Der Parlamentssaal in Caracas. (Archivbild) «Die Rechnung für die Söldner wurde aus Miami und Kolumbien bezahlt»: Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro. (6. August 2017) Ein Screenshot zeigt das auf Social Media gepostete Video. Darauf spricht ein Mann, der sich als Militärcaptain Juan Caguaripano vorstellt, und zeigt weitere Männern in Militäruniform zeigt. (6. August 2017) Die Nationalgarde räumt von Demonstranten aufgestellte Barrikaden in Valencia. (6. August 2017) Politische Krise verschärft sich: Ein Anhänger der Opposition protestiert gegen Maduro. (4. August 2017) Die Maduro-Kritikerin und abgesetzte Generalstaatsanwältin Luisa Ortega spricht vor ihrem Büro mit der Presse, während die Nationalgarde das Gebäude umstellt. (5. August 2017) Luisa Ortega (m.) wird von der Nationalgarde umstellt, als sie vor ihrem Büro auftaucht. (5. August 2017) Staatschef Nicolás Maduro bestreitet Manipulationen bei der Wahl zur verfassungsgebenden Versammlung. (30. Juli 2017) Reagiert mit Spott auf die Sanktionen der USA: Venezuelas Präsident Nicolás Maduro. (31. Juli 2017) Wurde in der Nacht abgeführt und in ein schwarzes Auto verfrachtet: Oppositionsführer Leopoldo Lopez. (8. Juli 2017) Wurde brutal im Schlafanzug aus seiner Wohnung gezerrt, Nachbarn schrien: «Nieder mit der Diktatur»: Antonio Ledezma, Bürgermeister von Caracas. (Archiv) Bürgerkriegsähnliche Zustände: Ein Polizist in Caracas. (30. Juli 2017) Regierungsgegner greifen eine Polizeistation an. (30. Juli 2017) Anhänger der Opposition küssen sich während der Auseinandersetzungen mit der Polizei. (30. Juli 2017) (30. Juli 2017) epa06118260 Opposition demonstrators protest the vote on the National Constituent Assembly, in Chacao, Caracas, Venezuela, 30 July 2017. Clashes are breaking out as the voting on a constituent assembly takes place under strict security measures and despite the rejection of local opposition and the international community. The new assembly would have powers to rewrite a constitution and bypass the National Assembly which is currently controlled by the opposition. EPA/HELENA CARPIO Ein verwundeter Demonstrant wird versorgt. (30. Juli 2017) Ein Anhänger der Opposition setzt sich zur Wehr. (30. Juli 2017) Die Demonstranten errichten in Caracas Strassenblockaden. (30. Juli 2017) Seine Stimmabgabe ging nicht problemlos über die Bühne: Staatspräsident Nicolás Maduro. (30. Juli 2017) «Dies ist ein schwarzer Tag, verursacht von den kranken Ambitionen einer einzigen Person»: Oppositionsführer Henrique Capriles. (30. Juli 2017)

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Nach einer Attacke auf einen Militärstützpunkt hat Venezuelas sozialistischer Staatschef Nicolás Maduro eine harte Reaktion angekündigt. «Das ist ein Terrorakt gegen die Streitkräfte», sagte er in seiner TV-Sendung «Domingos con Maduro».

Das Militär habe mit dem «Geist der Stärke» reagiert. Die meisten der sieben Verhafteten seien Soldaten, die von «ultrarechten Gruppen» angeheuert worden seien. «Die Rechnung wurde aus Miami und Kolumbien bezahlt», sagte Maduro. Einige der «Söldner und Terroristen» seien flüchtig – auch der Rädelsführer. Der venezolanische Präsident unterstellt den USA und Kolumbien immer wieder, mit der Opposition einen Umsturz zu planen.

Die mysteriösen Umstände des Angriffs führten zu Spekulationen und Befürchtungen in sozialen Netzwerken, der Vorfall könnte Anlass für einen massiven Gegenschlag wie nach dem Putschversuch in der Türkei sein. Maduro zufolge wurden zwei Männer getötet und einer verletzt bei der Attacke auf den Komplex Paramacay in Valencia, 170 Kilometer westlich von Caracas. Dort hätten am Sonntagmorgen rund 20 «Söldner» den Komplex angegriffen und seien zum Waffenlager vorgedrungen.

Schüsse fielen

Dort ist auch der Sitz einer wichtigen Panzerbrigade. Es sei Alarm ausgelöst worden und es habe Schusswechsel gegeben, einigen sei die Flucht gelungen. «Wir werden sie kriegen», versprach Maduro. Anführer soll der abtrünnige Militär Juan Caguaripano gewesen sein. Er werde von den USA protegiert und habe sich zuletzt in Miami, Panama und Kolumbien aufgehalten, sagte Maduro.

Caguaripano war 2014 untergetaucht, weil er damals schon seinen Widerstand gegen Maduro erklärt hatte und aus dem Militär ausgeschlossen worden war. In einem Internet-Video sagte er umringt von uniformierten Männern: «Wir sind in gemeinsamer Rebellion mit dem mutigen venezolanischen Volk gegen die mörderische Tyrannei von Nicolás Maduro. Das ist kein Staatsstreich, sondern eine Aktion von Militärs und Zivilisten, um die verfassungsgemässe Ordnung wiederherzustellen und um das Land vor der totalen Zerstörung zu bewahren und um den Mord an unserer Jugend zu stoppen.»

Ausreisesperre verhängt

Bei Protesten in Venezuela kamen seit April über 120 Menschen ums Leben. Seit der Einsetzung einer Verfassungsgebenden Versammlung mit 545 überwiegend den Sozialisten nahestehenden Delegierten hat sich die Lage nochmals deutlich verschärft. Die kritische Generalstaatsanwältin Luisa Ortega wurde abgesetzt, sie darf das Land nicht verlassen.

Das Parlament, in dem die Opposition eine klare Mehrheit hat, ist nun de facto machtlos, da ihm die neue Versammlung übergeordnet ist – sie soll mindestens zwei Jahre tagen, neben der Reformierung der Verfassung wird sie alle relevanten politischen Entscheidungen treffen. Viele Staaten erkennen sie nicht an, da sie das Vehikel für den Umbau des Staates zu einer Diktatur sein könnte.

(kaf/chk/sda)