Südafrika wehrt sich

06. Mai 2012 20:45; Akt: 07.05.2012 11:20 Print

Kampagne gegen die Nashorn-Schlächterei

Die Nashorn-Wilderei in Südafrika explodiert. Die Schlächter sind gut vernetzt und ausgerüstet. Manchmal kommen sie gar in Helikoptern. Ein Kilo Horn bringt ihnen bis zu 60 000 Franken. Südafrika schlägt Alarm.

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Südafrika steuert dieses Jahr trotz massiver Gegenmassnahmen auf einen Negativ-Rekord bei der Nashorn-Wilderei zu. In den ersten vier Monaten des Jahres wurden nach Angaben des Umweltministeriums bereits 199 Nashörner illegal erlegt.

Die meisten Tiere wurden im Krüger-Nationalpark getötet. Die Zahl der illegal erlegten Nashörner am Kap steigt seit mehreren Jahren. 2011 lag sie bei 448 Tieren, 2010 waren es noch 333. In Südafrika leben etwa 90 Prozent aller Nashörner Afrikas.

Die Sicherheitskräfte nahmen nach Angaben des Ministeriums in diesem Jahr bereits 122 Menschen wegen des Verdachts auf Nashorn- Wilderei fest. Selbst das Militär ging gegen Wilderer vor.

Ein brutales Geschäft

Das Geschäft mit dem Horn ist ein blutiges. Die Wilderer schiessen die Nashörner meist an oder betäuben sie. Dann schneiden sie mit Äxten oder Kettensägen das Horn vom Fleisch. Die Tiere bleiben stark blutend zurück, die meisten von ihnen verenden (siehe Diashow).

Südafrika kämpfte bisher vergeblich gegen die gut vernetzten, kriminellen Organisationen. Oft findet die Jagd auf die Tiere bei Vollmond statt, mittlerweile kommen die Schlächter bereits mit Helikoptern, wie taz.de berichtet. Sie setzen auch halbautomatische Waffen und Nachtsichtgeräte ein.

Das Wildern hat nach Ansicht der Tierschutzorganisationen vor allem wegen der steigenden Nachfrage aus Asien zugenommen. Nashornpräparate werden dort vor allem in der Natur-Medizin verwendet. Sie gelten zudem als Aphrodisiakum. Für ein Kilogramm Nashorn-Horn wird bis zu 60 000 Franken bezahlt.

Suche nach einer Strategie

Private Sicherheitspatrouillen können das Problem ein wenig entschärfen. Allerdings finden die Wilderer, das zeigt auch die steigende Zahl der abgeschlachteten Rhinos, immer wieder Wege, um an die Tier heranzukommen.

Zudem greift die Justiz immer härter gegen die Wilderer durch. So wurden jüngst drei Männer aus Mosambik wegen Wilderei zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt.

Doch das Problem liegt tiefer: «Nashorn-Wilderei wird von der internationalen organisierten Kriminalität betrieben», erklärt der Leiter der Umweltorganisation WWF in Südafrika, Morne du Plessis, gegenüber der «Krone»-Zeitung. Es genüge deshalb nicht, «die Wilderer zu jagen. Die Regierungen in Afrika und Asien müssen zusammenarbeiten, um die Bandenbosse zu finden».

WWF-Artenschutzexperte Volker Homes forderte: «Wer die Wilderei bekämpfen will, muss zuerst die Schwarzmärkte in Asien trockenlegen». Dieses Ziel verfolgen auch die Wildside-Warrior mit einer Plakataktion und einem Aufruf im Internet:



Auf ihrer Website
werden die Besucher aufgefordert, dieses Plakat — das auch auf Mandarin übersetzt wurde und so herunter geladen werden kann — dem südafrikanischen Präsidenten und dem chinesischen Botschafter in Südafrika zu senden. In ihrer Botschaft, die viral verbreitet werden soll, heisst es: «Afrika fordert die Beendigung des asiatischen Marktes für Nashorn-Hörner». Schön wärs.

So brutal gehen die Wilderer vor:

(uwb/sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • anonym am 07.05.2012 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    traurig..

    ich würde gerne nächstes jahr auch nach südafrika und dort freiwillig helfen. wo kann man sich anmelden oder infos herunterladen?

  • misch am 07.05.2012 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr schade

    Ich hoffe sehr für Süd Afrika, dass sie das in Griff bekommen. Ich finde es sehr Schade, diese schönen Tieren zu jagen. Würde sogar gerne selber mithelfen, aber spenden ist für nichts... Würde auch gerne mal Afrika besuchen gehen, aber da gibt es einfach zu viele Probleme die man irgendwie indirekt noch unterstützt bei einem Besuch.

  • Luca U am 07.05.2012 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wie beim Regenwald

    das selbe wie beim Thema Regenwalt, es gibt zu viele dumme Menschen die nur auf das Geld spitz sind. traurig

  • Gerda am 07.05.2012 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Tragödie

    Eine Tragödie, was wir Menschen unseren Tieren antun.

  • Mitch am 07.05.2012 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Solange es einen Markt für Nashorn gibt und die betrefenden Afrikanischen Länder arm sind, wird diese Schlachterei nicht zu verhindern sein.