Bruder des Täters

15. Dezember 2012 12:11; Akt: 15.12.2012 15:24 Print

«Ich war es nicht»

Beim toten Amokschützen Adam Lanza wurde der Ausweis seines älteren Bruders gefunden. Der 24-Jährige wurde in den Medien kurzzeitig mit dem Massaker in Zusammenhang gebracht.

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Ryan Lanza (24), der ältere Bruder des Amokschützen, wurde kurz nach der schrecklichen Tat von der Polizei einvernommen. Über sein Facebook-Profil beteuerte er seine Unschuld. (Bild: Keystone/AP)

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20 Kinder und sieben Erwachsene hatte der 20-jährige Adam Lanza gestern bei seinem Amoklauf an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown, Connecticut erschossen, bevor er sich selber richtete. Die Polizei fand beim toten Killer einen Ausweis.

Dieser lautet auf den Namen Ryan Lanza, seinen vier Jahre älteren Bruder. Schnell verbreitet sich der Name über die Medien. Ryan wurde von der Polizei einvernommen und seine Wohnung durchsucht. Dabei stellte sich heraus, dass er nichts mit dem Amoklauf seines jüngeren Bruders zu tun hatte und während der schrecklichen Tat bei der Arbeit war. Er ist seit vier Jahren bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst&Young angestellt.

Die Mutter einer von Adams Mitschülerinnen gab gegenüber der New York Post (NYP) an, dass sie erstaunt war, als Ryans Name in den Nachrichten erwähnt worden ist. «Als ich hörte, dass Ryan der Killer sein sollte, dachte ich; Nein, es muss Adam sein.»

Auf seinem Facebook-Profil schrieb Ryan: «Ich war es nicht.» Laut Informationen der NYP sollen sich die Brüder das letzte Mal vor zwei Jahren gesehen haben. Ryan selbst bezeichnete seinen jüngeren Bruder Adam als Autisten.

Einzelgänger mit Bestnoten

Adam Lanza wird als sehr ruhiger und seltsamer Junge beschrieben. «Er hatte einen Tick, das fiel einem sofort auf. Er war nicht asozial, hatte aber Probleme im Kontakt mit anderen», beschreibt ihn ein ehemaliger Nachbar gegenüber der NYP.

In der Schule glänzte er mit Bestnoten. «Er war wahrscheinlich der gescheiteste Junge, den ich jemals getroffen habe», gab ein ehemaliger Mitschüler gegenüber NBC News an.

Fotos gibt es nur wenige von ihm. Im Jahrbuch seiner Highschool liess er sich nicht ablichten. Anstelle eines Bildes ist darin «kamerascheu» zu lesen.

Das Motiv für die unbegreifliche Tat liegt noch im Dunkeln, ein Abschiedsbrief oder ein Manifest wurden bislang nicht gefunden.

(mbu)