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Chile
25. Mai 2011 14:39; Akt: 25.05.2011 14:44 Print
Ab nach Deutschland
Wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch und Folter während der Militärdiktatur hat die chilenische Justiz mehrere Mitglieder der Siedlung «Colonia Dignidad» verhaftet. Der Chef ist ihnen allerdings entkommen.

«Colonia Dignidad» galt nach aussen hin als landwirtschaftliches Vorzeigeprojekt. Der ehemalige Führer Hartmutt Hopp ist seit Januar wegen Kindesmissbrauch und Folter verurteilt - und seit einer Woche auf der Flucht.
Der ehemalige Führer der chilenischen Siedlung «Colonia Dignidad», Hartmutt Hopp, ist seit einer Woche verschwunden. Die chilenische Justiz hatte ihn im Januar als Komplizen in mehreren Fällen von Kindesmissbrauch und Folter verurteilt. Da noch eine Gegenklage offen war, lebte Hopp unter strengen Auflagen in Freiheit. Doch nun ist der 66-Jährige geflüchtet.
Wie chilenische Medien berichten, soll sich der ehemalige Leiter der «Kolonie der Würde» nach Deutschland abgesetzt haben. Vermutlich ist ihm die Flucht mit einem Helikopter über die Grenze nach Argentinien gelungen. Seine Verwandten bestätigten inzwischen gegenüber der Nachrichtenagentur Ciper die Nachricht: «Er ist seiner Frau gefolgt. Seit einer Woche sind beide in Deutschland», sagte Bärbel Schreiber.
Nun hat ein Richter die internationale Fahndung nach dem Arzt ausgeschrieben. Zudem soll die Justiz aufklären, ob Hopp Hilfe von anderen Mitgliedern der Kolonie erhalten hat. Richter Jorge Zepeda hat ausserdem einen Haftbefehl gegen acht weitere Mitglieder der «Colonia Dignidad», sechs Männer und zwei Frauen, erlassen. Damit soll eine Flucht der Verdächtigen verhindert werden, die - wie Hopp -derzeit unter Auflagen in Freiheit seien, hiess es in einer Erklärung.
Eine deutsche Kolonie im Süden Chiles
Gegründet wurde die «Colonia Dignidad» vom ehemaligen Wehrmachtsgefreiten Paul Schäfer in den 1960er-Jahren in einer Bergregion im Süden des Landes. Schäfer war nach dem Zweiten Weltkrieg aus Deutschland geflohen.
Während der Militärdiktatur von Augusto Pinochet (1973-90) sollen auf dem weiträumigen Gelände politische Gefangene zu Tode gefoltert worden sein. Die sektenartig organisierte Kolonie, die seit 1991 «Villa Baviera» («Bayerisches Dorf») hiess, diente auch als Nazi-Fluchtburg.
Nach aussen hin wurde sie als landwirtschaftliches Vorzeigeprojekt präsentiert. Geleitet wurde sie unter dem Einsatz von Psychoterror, Unterdrückung, Zwang zur Beichte und der Pflicht zum absoluten Gehorsam.
Nach jahrelanger Flucht war Schäfer 2005 in Argentinien gefasst und dann nach Chile überstellt worden. Dort wurde er 2006 wegen sexuellen Missbrauchs von rund 20 Kindern in der Siedlung zu 20 Jahren Haft verurteilt. Er starb im vergangenen Jahr im Alter von 88 Jahren in einem Gefängnisspital.
(kle)
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Alle 9 Kommentare

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Dieses Gesicht sollte man sich merken
Vor allem, wenn man Kinder hat.
die lenenden vergessen nie.
.... auf so was wie oben gibt es keine antwort. wieviele anghörige von opfern des regimes müssen sich so etwas anhören. echt peinlich, dass so etwas gepostet wird!!
Pinochet war o.k.
Pinochet war der mildeste unter den Militärherrschern, es gab kaum Tote, im Gegensatz zu Vileda in Argentinien. Jetzt wird aber auch alles darangesetzt mit Beispielen wie der "Cologna Dignidad" das Image von Augusto Pinochet zu zerstören, der England im Falklandkrieg aus der Bedrouille half und dem Land, das wegen Allende in einem wirtschaftlichen Auflösungsprozess stand, stabilisierte, um es schliesslich für die Demokratie fit zu machen. - Gutes Ergebnis!
Wie bitte?
@henri wyler Offenbar haben sie noch nie mit jemandem aus Chile geredet, die würden wohl nicht von Milde reden. Ausserdem wie kann man das Image eines nichtdemokratisch an die Macht gekommenen Folterers zerstören?
vileda sic
ja, dieser vileda war ein ganz übler typ.
Keine Ahnung!!!
Ich habe Chilenische Freunde und die sind froh, dass Pinochet nicht mehr da ist und dass sei frei sind. Wenn man keine Ahnung hat, sollte man lieber still sein! Das war nämlich keine gute Zeit für die durschnitts-Chilenen!
Verantwortung!!!
Pinochet als mildester unter den Militärherrschern zu bezeichnen ist eine respektlose, unsinige Aussage gegenüber allen Chilenen die ihre Familien und Familienangehörte verloren haben. Pinochet hat geschätze 30 000 Menschen getötet, noch heute suchen Familienangöhrige die Leichen ihrer Angehörigen. Das Mapuche Volk, was die Ureinwohner von Amerika sind, waren kurz vor dem Aussterben, ebenfalls ein Werk von General Diktators Pinochet. Dass heute einzelne Personen zur Verantwortung gezogen werden, ist das Mindeste, was heute passieren kann.
Empört!
Wie kann man überhaupt so eine Aussage machen? Wie respektlos muss man sein, wenn man das Blut an Pinochets Händen mit milder Seife für sensible Haut vergleicht? Vergleiche unter Diktatoren zu machen sind sowieso sinnlos, Menschen starben und Familien wurden zerstört, egal ob 15 oder 150'000 Personen. Bitte überdenke solche Aussagen, ich als Chilenin fühle mich sehr angegriffen.
Über die Toten nur Gutes
Darum wollen wir über Pinochet nur soviel sagen: nichts.