Nordkoreanischer Raketentest

29. November 2017 09:20; Akt: 29.11.2017 14:15 Print

«Wenn wir in den Krieg ziehen müssen, tun wir es»

Nach dem jüngsten Raketentest steigen die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea. Ein Senator warnt vor einem möglichen Konflikt.

Nach 50-Minuten-Flug: Die Rakete stürzte vor der Küste Japans ins Meer. Video: Tamedia/AP/AFP
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Nordkorea hat seine bisher reichweitenstärkste Rakete abgeschossen. Der Test sei nach nordkoreanischen Angaben erfolgreich verlaufen. Laut Raketenexperte David Wright hat der neue Raketentyp Hwasong-15 eine Reichweite von 13'000 Kilometern – er könnte also Washington, Europa oder Australien erreichen, schreibt der «Guardian».

Der Militär-Analyst Cedric Leighton befürchtet, dass die Situation jetzt «sehr schnell ausser Kontrolle geraten» könnte. Ein Krieg zwischen den USA und Nordkorea sei nun «absolut» möglich. Das grösste Risiko sei eine Fehlkalkulation und die Tatsache, dass sich die beiden Staatsoberhäupter nicht leiden können, sagt Leighton zu CNN.

«Wir werden uns darum kümmern»

Auch der Senator von South Carolina, Lindsey Graham, warnt vor einem möglichen Konflikt zwischen den beiden Ländern, sofern sich «nichts ändert». Im CNN-Interview bekräftigt der Republikaner, dass er gegen einen Krieg ist. Aber: «Wir werden nicht zulassen, dass dieser verrückte Mann (Kim Jong-un) in der Lage ist, unsere Heimat zu treffen.» Er fügt an: «Wenn wir in den Krieg ziehen müssen, um das zu stoppen, tun wir es.»

Zieht einen Krieg in Betracht: Der US-Senator Lindsey Graham. (Quelle: Keystone)

Donald Trump gibt sich nach der neusten Provokation von Kim Jong-un noch bedeckt. Der US-Präsident versprach eine Reaktion. Wie diese genau aussehen soll, liess er jedoch offen. «Wir werden uns darum kümmern», erklärte er vor den Medien.

Keine Gefahr für Nordamerika

Nordkorea gab an, die Rakete könne mit einem «supergrossen, schweren Nuklearsprengkopf» beladen werden. Experten zweifeln jedoch, ob ein solcher Sprengkopf den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre ohne Schaden überstehen würde.

Laut dem Nordamerikanischen Luftraum-Verteidigungskommando hat der neuste Raketentest keine Gefahr für Nordamerika dargestellt. «Wir sind weiterhin darauf vorbereitet, uns selbst oder unsere Verbündeten vor jeder Art von Angriff oder Provokation zu verteidigen», teilt das Pentagon mit.

Hintertür für Gespräche?

Christoph Neidhart, Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, schreibt: «Interessanter als der Raketenstart selbst ist die Erklärung dazu, die das Regime anschliessend im Staatsfernsehen verlesen liess.» Darin habe es geheissen, mit der Hwasong-15 sei das nordkoreanische Atomprogramm abgeschlossen.

Damit öffne sich Kim eine Hintertür für das Ende der Raketenstarts und den Beginn von Verhandlungen, so Neidhart weiter. Denn: «Wenn das Atom- und Raketenprogramm zur Abschreckung nun komplett ist, müsste man ja nicht weiter testen.»

Nordkoreanische Rakete abgefeuert

(woz)