«Zeig es ihnen, Roy!»

04. Dezember 2017 21:05; Akt: 04.12.2017 21:43 Print

Trump unterstützt Moore trotz Belästigungsaffäre

Der US-Präsident hat sich hinter einen Senatskandidaten gestellt, dem mehrere Frauen sexuelle Belästigung vorwerfen – ganz zu dessen Freude.

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Eine Woche vor einer wichtigen Nachwahl im Bundesstaat Alabama unterstützt US-Präsident Donald Trump nun den umstrittenen Senats-Kandidaten Roy Moore. Mehrere Frauen beschuldigen den heute 70-Jährigen, sie vor Jahren belästigt zu haben. Darunter ist eine damals 14-Jährige.

«Die Demokraten weigern sich der massiven Steuersenkung auch nur eine Stimme zu geben», schreibt Trump auf Twitter. «Deswegen brauchen wir einen Sieg des Republikaners Roy Moore in Alabama.» Moores Stimme im Senat werde gebraucht, um Kriminalität und illegale Einwanderung zu stoppen, das Militär zu unterstützen und das ungeborene Leben zu schützen, so der US-Präsident.

Später hat der US-Präsident Moore offenbar persönlich angerufen und ihm seine Unterstützung zugesichert. «Ich habe gerade mit Präsident Donald Trump telefoniert. Er hat seine volle Unterstützung angeboten und gesagt, er brauche einen Kämpfer, der ihm im US-Senat hilft.» Er freue sich darauf, Amerika wieder grossartig zu machen – Trumps Wahlkampfslogan. Der Präsident habe ihm gesagt: «Zeig es ihnen, Roy!»

Es geht um den Einfluss im Senat

Die Umfragen deuten auf ein enges Rennen zwischen dem Republikaner Moore und seinem Rivalen Chuck Jones von den Demokraten hin. Sollten die Republikaner den bislang von ihnen gehaltenen Senatssitz verlieren, würde ihre Mehrheit in der Kammer auf nur noch 51 von 100 Sitzen schrumpfen.

Trumps Twitter-Botschaften vom Montag sind seine bislang energischste Unterstützung für Moore, einen ultrakonservativen früheren Richter, der sich als Gegenkraft zum republikanischen Partei-Establishment positioniert. In den Vorwahlen der Republikaner für die Ernennung ihres Senats-Kandidaten hatte Trump noch einen anderen Anwärter mit moderaterem Profil unterstützt, der dann gegen Moore unterlag.

Als vor einigen Wochen die Vorwürfe gegen Moore erstmals aufkamen, er habe vor Jahrzehnten Minderjährige bedrängt und sexuell belästigt, hatte der Präsident dies zunächst nach Angaben des Weissen Hauses als «sehr besorgniserregend» betrachtet. Nur wenig später machte er dann aber klar, dass er dessen Kandidatur unterstütze, da der Senatssitz nicht an die Demokraten verlorengehen dürfe.

Auch Trump wird der sexuellen Belästigung beschuldigt

Der 70-jährige Moore wird von mehreren Frauen beschuldigt, er habe ihnen vor rund vier Jahrzehnten nachgestellt oder habe sie belästigt, als sie noch Teenager waren. Der damalige Staatsanwalt soll unter anderem ein 14-jähriges Mädchen sexuell belästigt haben. Moore weist alle Vorwürfe zurück und bezeichnet sie als politische Kampagne.

Auch Trump selber sieht sich mit Vorwürfen sexueller Belästigung konfrontiert. Mehrere Frauen beschuldigen ihn, sie vor Jahren gegen ihren Willen betatscht und geküsst zu haben.

(mch/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Es könnte Ihre Tochter sein! am 04.12.2017 23:13 Report Diesen Beitrag melden

    Was für Kommentare!

    Hier geht es um minderjährige Mädchen die von einem machtbesessenen Staatsanwalt sexuell genötigt wurden. Was sind dass für elektronische oder physische Chatbots, die hier Trumps Freund verteidigen?

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  • marko 32 am 04.12.2017 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump Unterstützung

    Diese Unterstützung würde ich ablehnen

  • Beltran Leyva am 04.12.2017 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    Bleibt ja niemand sonst übrig :-/

    gibt ja keine Politiker mehr die keine Schlagzeilen wegen sexueller Belästigung etc. machen,trump selbst ist das beste Beispiel... :-/

Die neusten Leser-Kommentare

  • PJM am 10.12.2017 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Quellen sollten nun bekannt sein

    Von Frau Eva Wyss, Kantonale Fachkommission für Gleichstellungsfragen c/o Kantonale Fachstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern, Postgasse 68, 3000 Bern stammt der Bericht Wenn Frauen gewalttätig werden und von Frau Margrit Stamm, Professorin für Pädagogische Psychologie und Erziehungswissenschaft an der Uni Fribourg und Direktorin des Forschungsinstituts Swiss Education in Bern stammt die Kolumne zur Sexismusdebatte. Ich hoffe sehr, dass nun die Quellen auch für Rüedu klar sind!!!

  • Acuaria am 06.12.2017 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    PJM Überhang

    PJM hat hier gefühlte 100x seine Meinung kundgetan. Man könnte meinen, er hätte ein massives Problem mit Frauen.

    • PJM am 10.12.2017 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Acuaria

      Ich kann sie beruhigen. Ich habe überhaupt keine Probleme mit den Frauen. Aber es ist nun Zeit, dass die Gewalt von Frauen gegen Männer und Kinder sowie der Sexismus von den Frauen an die Öffentlichkeit kommt. Die Gewalt und der Sexismus betreffen nicht nur die Frauen sondern die Männer, Frauen und Kinder genauso.

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  • Andi am 05.12.2017 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwierige Sache

    Wenn mehrere Frauen unabhängig voneinander jemanden des sexuellen Übergriffs bezichtigt ist da wahrscheinlich schon etwas dran und sollte bestraft werden... und doch dank #metoo können unter Umständen Leben/Existenzen durch die öffentliche Vorverurteilung zerstört werden... Gab es nicht mal das Motto" Im Zweifel für den Angeklagten"?

    • PJM am 08.12.2017 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andi

      Das ist den Frauen völlig egal ob die Existenz eines Mannes zerstört wird oder nicht. Siehe die vielen Falschanschuldigungen von Seiten der Frauen.

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  • nonFeministin am 05.12.2017 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Die Masche ist so alt wie er selbst

    Klar doch, der grossartige Präsident sichert sich schon seine eigene Lobby. Belästigungen und Äusserungen sind doch auch seine Masche. Da sehe ich nur noch rot. Das Thema wiederholt sich endlos....Wie krank ist der Mensch? Warum stoppt ihn niemand, vor der Wahl nicht und heute nicht... und Niemand hält ihn auf.

  • Simi am 05.12.2017 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Kampf um den Abgrund

    Immer wenn man denkt, die amerikanische Politik könnte nicht mehr tiefer sinken, setzt Trump noch einen drauf.