Frankreich

20. April 2017 04:02; Akt: 20.04.2017 11:03 Print

Le Pen verspricht «nationalen Aufstand»

Während Marine Le Pen des Front National noch einmal vor der Wahl zu ihren Anhängern spricht, liefern sich ihre Gegner ein Gefecht mit der Polizei.

Letzter Auftritt vor der Wahl: Marine Le Pen verspricht den radikalen Islamismus «auszurotten». Video: Tamedia/AFP
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Die Kandidatin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, hat im Falle ihrer Wahl zur Präsidentin Frankreichs einen «nationalen Aufstand» versprochen. Dieser müsse friedlich und demokratisch ablaufen, damit das Land seine Bürger zurückbekomme, sagte sie am Mittwoch bei ihrer letzten Wahlkampfrede in der Hafenstadt Marseille. Das «Gift» der radikalen Islamisten müsse «ausgerottet» werden, sagte sie.

Marine Le Pen und ihr letzter Auftritt vor der Wahl

Am Vortag hatten Sicherheitskräfte in der Stadt zwei mutmassliche Terroristen festgenommen, die im Zuge der Wahl einen Angriff geplant haben sollen.

Grenzen seien ein «Sieb» für Terroristen

Le Pen erklärte, ihr erster Job als mögliche Präsidentin sei es, Frankreich aus dem Abkommen von Schengen herauszulösen. Das Land müsse seine Grenzen zurückbekommen, diese seien ein «Sieb» für Terroristen, die derzeit wie Touristen durch Europa reisten.

Der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron kam unterdessen mit Vertretern der muslimischen Gemeinde in Frankreich zusammen, um für gemeinsame Lösungen zu werben. Muslimische Offizielle und der Staat hätten eine «gemeinsame Front» im Kampf gegen Islamismus, sagte er.

Macron knapp vor Le Pen

Einer Umfrage vom Mittwochabend zufolge führte Macron mit einem Prozentpunkt vor Le Pen. Der linke Politiker Jean-Luc Mélenchon und der Konservative François Fillon lagen vier Prozentpunkte dahinter, wie die Hochrechnung der Firma BVA ergab.

Die erste Runde der Präsidentschaftswahl ist an diesem Sonntag. Die beiden Kandidaten, die dabei die meisten Stimmen erhalten, treten am 7. Mai in einer Stichwahl gegeneinander an.

Proteste gegen Le Pen

In Marseille kam es am Mittwochabend zu Auseinandersetzungen zwischen Linksradikalen und der Polizei. Die Einsatzkräfte nutzten Tränengas, um die Menge auseinanderzutreiben.

Auf einem Plakat der Demonstranten war zu lesen: «Rechtsextreme können nicht an der Wahlurne bekämpft werden.» «Wir haben (US-Präsident Donald) Trump gesehen, wir haben den Brexit gesehen ... ich bin so misstrauisch», sagte ein 26-jähriger Protestierender.

(roy/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ueli am 20.04.2017 05:30 Report Diesen Beitrag melden

    Rechtsextrem?

    Nur weil für eine Partei das eigene Volk an 1. Stelle kommt heisst das noch lange nicht, dass diese Rechtsextrem ist! Ich als nicht kranker intellektueller nenne das eine echte Volkspartei!

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  • Christian am 20.04.2017 05:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neue Ausrichtung

    Die etablierte Politik hat lange gut funktioniert, ist aber träge geworden und offenkundig nicht mehr in der Lage mit heutigen Bedrohungen umzugehen. Ob es mit extremen Parteien besser wird ist fraglich, aber oft braucht es für eine Neuausrichtung zuerst einen schmerzlichen Bruch mit Althergebrachten. Ich denke die Zeit wäre reif dafür.

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  • Danica R. am 20.04.2017 07:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wo er recht hat hat er recht

    Zitat von Muhammar Gaddafi: Wir übernehmen Europa nicht mit dem Schwert sondern mit den Geburtenrate unserer Gläubensbrüder! Offiziell nachlesbar.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ich bekomme eh nur Dislikes.... am 22.04.2017 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Will einfach eine politische Diskussion

    Kann jemand ohne Hetze/Hass erklären, warum man Marine Le Pen wählen sollte? Würde mich wieklich interressieren?

  • nm am 22.04.2017 11:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vive la france

    eine frau wie le pen würde der schweiz gut tun! die kann etwas verändern und redet nicht nur alles schön!

  • Tina am 22.04.2017 06:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augen auf

    für was hat es früher Grenzen gegeben???eine Schande ist das von der EU ..gut gemacht England&& jetzt noch Frankreich...Top

  • Frederico am 22.04.2017 05:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Faktastisch

    genau richtig!!!!Kämpft um EU...jedes Land sollte sich auch noch in Jahrzehnten identifizieren können..&nein das hat nichts mit Rassismus zu tun...

  • Deathclock am 21.04.2017 01:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft

    Glaubt Ihr, wenn es im nahen Osten kein Wasser mehr gibt, kämen weniger Menschen nach Europa? Wenn wir das letzt nicht meistern können, nicht weil es nicht ginge, sondern weil wir hoch zu Ross reiten. Wie sieht dann die Zukunft aus? Wacht auf, seid nett.