In der Sackgasse

08. Dezember 2012 03:49; Akt: 08.12.2012 05:01 Print

Klimagespräche in Doha kommen nicht vom Fleck

Die Teilnehmer der Klimakonferenz in Doha können sich offenbar beim Thema Finanzen nicht einigen.

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Umweltaktivisten versammeln sich unter einer gigantischen Spinne im Kongressgebäude in Doha, um gegen die Ergebnislosigkeit der Klimagespräche zu protestieren.

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Bei der UNO-Klimakonferenz in Doha hat sich auch in weiteren informellen Verhandlungsrunden in der Nacht zum Samstag keine Lösung abgezeichnet. Ein Hauptstreitpunkt war dabei offensichtlich das Thema Finanzen, wo die Positionen weit auseinander lagen.

Während die USA und andere Industrieländer es ablehnen, sich auf künftige Zahlungen festzulegen, beharren Vertreter der Entwicklungsländer auf einem belastbaren Konzept für wachsende finanzielle Mittel für Klimaschutz und zur Bewältigung von Klimafolgen.

Im Prinzip Ja, aber

Bis 2020 sollen hierfür jährlich 100 Milliarden Dollar fliessen, was von den Industrieländern auch bereits 2009 auf der UNO-Konferenz in Kopenhagen im Grundsatz akzeptiert worden war. Es fehlt jedoch ein Konzept für die Jahre bis dahin und auch dazu, wie das Geld zusammenkommen soll.

Bis zum frühen Samstagmorgen rangen die Minister stundenlang hinter verschlossenen Türen um ungewöhnlich viele ungelöste Punkte. Das öffentliche Plenum wurde um mehrere Stunden unterbrochen.

Die Konferenzleitung verschob dessen Beginn auf 7.30 Uhr Ortszeit (5.30 Uhr MEZ). Ob die Minister bis dahin zu vorzeigbaren Ergebnissen gelangt sind, war fraglich. Zumindest aber wurde eine anschliessende lange Debatte im Plenum erwartet. Ursprünglich sollte der Gipfel am Freitagabend enden.

Streitpunkt Schadenersatz

Einer der Hauptknackpunkte war das Geld. Die Entwicklungsländer sind unzufrieden mit den bisher recht geringen Finanzzusagen für die Anpassung an den Klimawandel.

Bislang haben nur weniger Länder finanzielle Hilfen für das kommende Jahr zugesichert. Zudem war unklar, wie bis 2020 die geplante Summe von 100 Milliarden Dollar jährlich für Klimahilfen zustande kommen soll.

Dagegen stand das ebenfalls strittige Thema überschüssiger Emissionsrechte, der sogenannten «Hot Air» in der Nacht offenbar nicht mehr im Mittelpunkt.

Die USA als Spielverderber

Unter anderem die USA blockieren neben schärferen Klimazielen in vielen Bereichen auch Fortschritte beim Thema Finanzen, wie Beobachtern berichteten.

Da die 194 Staaten am Ende dem Paket einstimmig zustimmen müssen, hängt von der Finanzfrage wiederum auch eine geplante Fortsetzung des Kyoto-Protokolls ab.

Die EU, die Schweiz und einige weitere Staaten wollen sich mit einer Verlängerung des Kyoto-Protokolls bis 2020 weiter zu verbindlichen Treibhausgasminderungen verpflichten - allerdings war zunächst nicht geplant, dass die Ziele verschärft werden.

Ohnehin würde ein Kyoto II nur noch Länder umfassen, die 15 Prozent der globalen Emissionen ausstossen. Ab 2020 soll es dann einen Weltklimavertrag geben für alle Länder - doch der Fahrplan hierzu ist auch noch unklar.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • eugen.baer am 08.12.2012 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder ums Geld

    Aha, ob etwas getan werden kann hängt von der Finanzfrage ab. Na ja, dann geschiet sowieso nie etwas. Das schöne wird sein, dass die Natur uns verblödete Menschen überleben wird. In diesem Sinne, frohe Festtage.

  • Bibi am 08.12.2012 08:15 Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlich!

    Fand es schon lächerlich, dass man die Klimakonferenz in einem Land macht, die bei 45 Grad Aussentemperatur 365 Tage im Jahr Schlittschuhhallen und Indoor Schneeskifahren anbieten.

  • David L. am 08.12.2012 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pfosten

    Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.