Aufregung in Deutschland

05. Mai 2017 12:57; Akt: 05.05.2017 13:17 Print

Haben die Saudis etwa Merkels Frisur verpixelt?

Fotos des unkenntlich gemachten Haars von Angela Merkel bei ihrer Visite in Saudiarabien sorgen in Deutschland für Ärger. Lesen Sie hier, was dahintersteckt.

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Angela Merkel war vor rund einer Woche zu Besuch in Jidda im Königreich Saudiarabien. Dort sollen muslimische Frauen Haupt und Haar in der Öffentlichkeit bedecken. Bei Christinnen, Jüdinnen und Ausländerinnen im Allgemeinen bestehen die Saudis (und ausser dem Iran die meisten anderen Länder des Nahen Ostens) jedoch nicht darauf.

Umso mehr erstaunte es, dass kurz nach dem Besuch Fotos der deutschen Kanzlerin im Netz kursierten, die sie mit verpixelten Haaren zeigten. Hatten die saudischen Medien den Anblick des deutschen Frauenhaars tatsächlich nicht zugelassen?

Rechte Blogs und Pegida-Seiten mussten sich das nicht zweimal fragen, sie verbreiteten die gepixelten Aufnahmen in Windeseile und mit viel Häme: Man solle eine Bombe auf das Land abwerfen, forderten einige. Auch ausserhalb Deutschlands wurde das Pixelbild zehntausenfach geteilt und kommentiert.

Spass einer saudischen Satireseite

Die von der Pegida verschriene «Lügenpresse» brachte nun Licht ins Dunkel: Wie Bento.de schreibt, hatte sich die saudische Satireseite «Khasa» auf Facebook einen Scherz erlaubt. Die Macher pixelten Merkel und kommentierten ihr Werk mit «Nur zum Spass».

Noch mehr Spass hatten sie dann, als ihr Foto begann, die Runde zu machen. Sie sammelten die Meldungen über ihren Fake und machten sich über die deutschen Blogger lustig, die «unsere Satire tatsächlich ernst nehmen».

Es bleibt also beim alternativlosen Fakt: Weder die staatliche Nachrichtenagentur SPA noch der staatliche Nachrichtensender Al-Ekhbariya und auch nicht saudische Leitmedien wie «Al-Quds», «Saudi Gazette» oder «Al-Yaum» hatten Merkel und ihr Haar in ihren TV-Beiträgen oder Fotos angerührt und zensiert.

(gux)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Urs Bär am 05.05.2017 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glückwunsch,

    ein sehr gelungener Scherz. Ich musste mehrfach darüber lachen, denn ich hätte nicht mit einem Streich gerechnet. Das zeigt aber auch, wie berechenbar wir Europäer denken.

  • Stan am 05.05.2017 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie hat die Haare schön

    Kein Wunder bei der Frisur:-)

  • Bogo am 05.05.2017 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Photoshop

    jetzt werden auch Politiker "photogeshopt" ..nicht nur Models.

Die neusten Leser-Kommentare

  • RappelZappel am 05.05.2017 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    10minofpeace

    Gott sei dank werde ich in diesen Ländern nie Ferien machen.

  • Denkpause am 05.05.2017 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lassen wir ...

    ... ihnen diese Freude. Wir erwarten ja von ihnen, dass sie Karikaturen vom Prophet Mohammed akzeptieren. So viel Konsequenz sollte von uns erwartet werden können. Ansonsten sind wir keinen Deut besser.

  • BoomXfactor am 05.05.2017 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lachkrampf, why not...

    Gelungener Scherz!!

  • axel g. am 05.05.2017 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Politik

    Zwischen Satire und ernst gemeinten Berichten kann in der Politik schon längst nicht mehr unterschieden werden.

  • Frauenbewegung am 05.05.2017 16:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Kopftuch

    Bravo Angela, ohne Kopftuch in einem Land, wo die Frauenrechte nichts wert sind. Ich finde es stark. Nicht wie damals unsere ehemalige Bundesrätin Calmy Rey, welche ihren Kopf bedeckt hatte. Schliesslich passen sich die Staatsmänner auch nicht kleidertechnisch an, wenn sie hierher kommen.

    • Miranda am 05.05.2017 17:53 Report Diesen Beitrag melden

      Calmy-Rey war im Iran...

      ...laut 20min-Bericht ist die Situation dort anders als in Saudi-Arabien: "Bei Christinnen, Jüdinnen und Ausländerinnen im Allgemeinen bestehen die Saudis (und ausser dem Iran die meisten anderen Länder des Nahen Ostens) jedoch nicht darauf."

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