Mitt Romney

01. Februar 2012 08:02; Akt: 01.02.2012 09:32 Print

Auf Siegeskurs, aber schwer beschädigtAuf Siegeskurs, aber schwer beschädigt

von Martin Suter - Nach dem überaus klaren Sieg in Florida hat Mitt Romney gute Karten, als Präsidentschaftskandidat der Republikaner nominiert zu werden. Sein Image hat aber gelitten.

Romney gibt sich in seiner Rede in Florida siegessicher. (Video: YouTube/PBSNews)

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Ab Donnerstag werden Mitt Romney Leibwächter des Secret Service umgeben. Zwar erhält der Ex-Gouverneur von Massachusetts den professionellen Schutz, weil die Zahl seiner Anhänger bei Wahlkampfanlässen eine kritische Grenze überschritten hat. Verdient hat er ihn aber auch durch seinen beeindruckenden Sieg in Florida.

Romney vereinigte in den Primärwahlen des viertgrössten US-Gliedstaats 46 Prozent der Stimmen auf sich. Der als Vertreter der Konservativen kandidierende Newt Gingrich landete mit 32 Prozent weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses war noch in South Carolina mit 40 gegen 28 Stimmenprozent obenauf geschwungen. Doch zehn Tage später - bei der Überschallgeschwindigkeit der US-Politik eine halbe Ewigkeit - konnte Romney seinen Rückstand von damals in einen Vorsprung verwandeln.

Gingrich im Rededuell chancenlos

Zweierlei half ihm dabei. Erstens legte er in zwei Fernsehdebatten eine starke Leistung hin. Gingrich hatte zuvor geprahlt, er sei der stärkere Kandidat, weil er Präsident Barack Obama im Herbst an die Wand debattieren könne. Doch nun schaffte es Romney zweimal, Gingrich beinahe mundtot zu machen. Unvermutet bewies er die Fähigkeit, gezielt und aggressiv auf seinen Widersacher loszugehen.

Zweitens nutzte der frühere Geschäftsmann seine pralle Wahlkampfkasse. In etwas mehr als einer Woche gaben er und sein - nominell von ihm unabhängiges - politisches Aktionskomitee über 17 Millionen Dollar aus, um den Gegenspieler schlechtzumachen. Romney legte einen wahren Bombenteppich von überwiegend negativen TV-Spots, gegen die Gingrichs Wahlwerbung im Umfang von vier Millionen Dollar chancenlos war. Der gemässigte Ex-Gouverneur wurde dabei vom Establishment der Republikaner beklatscht. Den Parteioberen war der Schreck in die Glieder gefahren, als der bei vielen als letztlich unwählbar geltende Gingrich in South Carolina auftrumpfte.

«Noch 46 Gliedstaaten ausstehend»

Eine gewisse Bitterkeit war Gingrich anzuspüren, als er in Orlando vors Mikrofon trat. Unverdrossen listete er auf, welche radikal-konservativen Exekutivbefehle er als Präsident schon am ersten Amtstag ausgeben würde. Seine Worte machten klar, dass er nicht ans Aufgeben denkt. «Im Rennen kämpfen jetzt zwei Personen gegeneinander», sagte er, «der Konservative Newt Gingrich und ein Moderater aus Massachusetts, Mitt Romney.» Daneben stand auf einem Plakat der trotzige neue Slogan: «Noch 46 Gliedstaaten ausstehend.»

Romney sprach in seiner Siegesrede so ausschliesslich über Obama, als sei er bereits als dessen Rivale nominiert. «Es geht jetzt um mehr, als bloss einen Präsidenten zu ersetzen», sagte er. «Es geht darum, die Seele Amerikas zu retten.» Laut repräsentativen Umfragen vor den Wahllokalen hatte Romney bei fast allen Wählergruppen abgeräumt, bei Männern und Frauen, bei Jungen und Alten, bei Latinos und Republikanern aller Einkommensgruppen. Mehrheitlich für Gingrich waren bloss sehr konservative Wähler, weisse Evangelikale und radikale Anhänger der Tea-Party-Bewegung.

Jetzt nach Nevada

Für die nun folgenden Ausmarchungen, angefangen mit den Parteiversammlungen in Nevada am Samstag, hat Romney mit seiner Organisation und seinen Geldmitteln eine sehr gute Ausgangslage. Zwar kontrolliert er bisher bloss 84 der für einen Sieg nötigen 1144 Parteitagsdelegierten, und neben Gingrich will auch der in Florida mit 13 Prozent drittplatzierte Ex-Senator Rick Santorum aus Pennsylvania weitermachen. Der texanische Abgeordnete Ron Paul, für den sieben Prozent stimmten, beabsichtigt ohnehin, im Rennen zu bleiben, um dem Parteikonvent Ende August einen libertären Stempel aufzudrücken. An der Wettbörse Intrade rechnet man aber mit fast 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit damit, dass Romney die Nomination erhalten wird.

Gelingt ihm das, wird er indes schwer beschädigt sein. Nicht nur hat die kompromisslos negative Fernsehkampagne gegen Newt Gingrich viele Mitte-Wähler vor den Kopf gestossen. Schon vorher haben sich als Folge des erbitterten Zweikampfs der zwei Kontrahenten in vielen Köpfen negative Meinungen über Romney festgesetzt. Wer ihn vorher nicht kannte, der bringt den superreichen Kandidaten mit seinen krassen Meinungswechseln in Verbindung, mit seiner Vergangenheit als Raubritter-Kapitalist, mit seinem niedrigen Steuersatz und seinem einstigen Schweizer Bankkonto.

Romneys Wunschdenken

Die bisherige historische Erfahrung lehrt, dass lange währende Vorwahlduelle republikanischen Präsidentschaftskandidaten schaden. Von fünf solchen Fällen im zwanzigsten Jahrhundert gelang nur einem - Dwight Eisenhower 1952 - der Sieg; vier zermürbte Primärwahlsieger unterlagen am Ende dem demokratischen Gegner. Dasselbe Schicksal könnte Romney dereinst in der Schlussrunde gegen den brillanten Wahlkämpfer Obama erleiden.

Davon wollte der Gewinner vom Dienstag natürlich nichts wissen. «Kompetitive Primärwahlen spalten uns nicht auf», beruhigte er in Florida, «sie bereiten uns vor.» Auf den Sieg im November, meinte Romney natürlich. Wunschdenken gehört zwingend zu jeder Präsidentschaftskandidatur.

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  • Risch Kay am 01.02.2012 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ron Paul

    Ron paul ist der einzig der in amerika was verändern würde ..!!die anderen kandidaten reden nur und halten nichts ein ..!! Ron Paul 4 2012!ich hoffe schwer die amis begreifen weil sonst wieder mehr krieg ausbricht als zuvor ..!! will eigendlich irgend jmd krieg?

    • Ricky Key am 01.02.2012 18:36 Report Diesen Beitrag melden

      !!!!

      GENAU

    • Hans Gamma am 02.02.2012 01:04 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig

      Er muss nur sein eigentlich grosse Potenzial ausschöpfen! Die Armee steht klar hinter ihm, die Wirtschaft kann sich über ihn nicht beklagen und im Internet ist er sowieso der Herrscher. Ron Paul '12

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  • AliBaBa am 01.02.2012 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    I belive in Romney!

    Er hat sehr gute Chancen und die sollen er auch nutzen!! Ich glaube an ihn...!

  • Chris L. am 01.02.2012 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Weltmacht

    "In etwas mehr als einer Woche gaben er und sein ... politisches Aktionskomitee über 17 Millionen Dollar aus, um den Gegenspieler schlechtzumachen." Ein wunderbares Land... man wählt nicht den besseren, sondern den, der weniger schlechtgemacht wird. USA, USA!

    • Poodel am 01.02.2012 14:34 Report Diesen Beitrag melden

      Genau, wie bei uns!

      Schon die letzte Wahle vergessen?

    • Jeanclaude am 01.02.2012 16:56 Report Diesen Beitrag melden

      Welt lacht

      nicht nur um Gegner schlecht zu machen - manchmal gibts auch eine Hommage als Wiedergutmachung für die Sklavenzeit. Auch bei uns fliesst viel Geld und die Reichsten in der Politik haben die grösste Schnauze.

    • Mr Y am 01.02.2012 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nur so nebenbei...

      ... Obama hat vor knapp 4 Jahren für seine Kampagne rund 800 Mio ausgegeben. McCain hatte ein Budget von ca 350Mio. Das Budget von Obama liegt dieses Jahr bei rund 750 Mio...

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