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Gewalt in Syrien
17. Januar 2012 16:24; Akt: 17.01.2012 21:23 Print
Assad droht Arabern mit Blutbad
Der syrische Präsident will hart durchgreifen, falls sein Land von arabischen Truppen heimgesucht werden sollte. Der UNO-Sicherheitsrat berät erneut darüber, wie der blutige Krieg beendet werden kann.
Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat den Arabern mit einem Blutbad gedroht, falls sie Truppen in sein Land schicken sollten. Das stolze syrische Volk werde keine ausländische Einmischung dulden, sagte ein Regierungssprecher am Dienstag.
Infografik SyrienDie arabische Welt im Umbruch USA sehen Anzeichen für iranische Waffenlieferungen nach SyrienDie USA sind sich immer sicherer, dass der Iran die blutige Niederschlagung der Proteste in Syrien mit Waffenlieferungen unterstützt. Ein deutliches Zeichen dafür sei ein kürzlich erfolgter Besuch eines Kommandeurs der iranischen Spezialeinheit Al Kuds in Damaskus, sagte ein hochrangiges Mitglied der US-Regierung am Dienstag. Die sei ein konkretes Beispiel für die Zusammenarbeit der beiden Staaten auf höchster Ebene. Die USA vermuten seit langem eine Beteiligung des Iran am Vorgehen gegen die syrischen Demonstranten. (dapd)
«Es wäre bedauerlich, wenn arabisches Blut auf syrischem Boden vergossen würde, um ausländischer Interessenpolitik zu dienen, nachdem die Verschwörung gegen Syrien offensichtlich geworden ist», sagte der Regierungssprecher der staatlichen Nachrichtenagentur Sana.
Der Emir von Katar, Scheich Hamad bin Chalifa al-Thani, hatte am vergangenen Wochenende in einem Interview gesagt, möglicherweise müsse man arabische Truppen nach Syrien schicken, um das Blutvergiessen dort zu beenden. Katar hat den Vorsitz im Syrien- Komitee der Arabischen Liga, das am Sonntag über weitere Massnahmen beraten will.
Russland legt Syrien-Resolution vor
Auch im UNO-Sicherheitsrat, wo die Vetomacht Russland seit Monaten Strafmassnahmen gegen Syrien blockiert, soll erneut darüber gesprochen werden, wie der blutige Konflikt beendet werden kann. Russland legte einen eigenen Resolutionsentwurf vor, der allerdings kaum Chancen hat, akzeptiert zu werden.
«Der jüngste russische Resolutionsentwurf geht aus unserer Sicht nicht weit genug», sagte der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle. Ein Sprecher des französischen Aussenministeriums sagte, der Entwurf sei keine adäquate Antwort auf die reale Situation in Syrien.
Russland kritisiert «einseitige» Verurteilung
Es sei bedauerlich, dass der Westen den russischen Entwurf abändern wolle, sagte der russische Vize-Aussenminister Gennadi Gatilow nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax. Russland ist ein wichtiger Waffenlieferant des syrischen Regimes und unterhält im syrischen Hafen Tartus eine Militärbasis.
Moskau hatte wiederholt eine «einseitige» Verurteilung Assads abgelehnt und Aufständische als «Extremisten» kritisiert. Entsprechende Resolutionsentwürfe, die Russland Ende 2011 vorgelegt hatte, waren deshalb bei den Europäern und den USA auf Ablehnung gestossen. Den neuen Entwurf wollte der Sicherheitsrat noch am (heutigen) Dienstag diskutieren.
UNO unterstützt Beobachter
Die in der Kritik stehende Beobachtermission der Arabischen Liga bekommt derweil Unterstützung von der UNO: Das UNO- Menschenrechtskommissariat werde ab kommender Woche Beobachter ausbilden, um diesen bei der Bewertung der Vorgänge in Syrien zu helfen, sagte eine UNO-Sprecherin am Montag (Ortszeit).
Der Kommandant der Rebellentruppe Freie Syrische Armee, Riad al- Asaad, sagte, die Arabische Liga und ihre Beobachter seien mit ihrem Auftrag gescheitert. «Daher rufen wir sie auf, übergebt die Angelegenheit dem UNO-Sicherheitsrat. Wir appellieren zugleich an die Staatengemeinschaft zu intervenieren», sagte al-Asaad.
Weiteres Blutvergiessen
Sana meldete, in der Region Al-Ghuta im Umland von Damaskus hätten «terroristische Gruppen» am Montag einen Offizier und fünf weitere Mitglieder einer Einheit der «Ordnungstruppen» getötet. Sieben Angehörige der Truppe seien verletzt worden. In dem Gebiet hatte es am Vortag nach Angaben von Aktivisten ein Gefecht zwischen den Regierungstruppen und Deserteuren gegeben.
Nach Angaben aus Oppositionskreisen kamen am Dienstag landesweit über 30 Menschen durch Granatbeschuss und eine Bombenexplosion ums Leben. Alleine in der Stadt Homs seien 24 Menschen gestorben, nachdem die Sicherheitskräfte Stadtteile beschossen hätten. Acht Menschen seien bei einer Explosion auf einer Strasse zwischen Idlib und Aleppo gestorben.
(sda)
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Alle 14 Kommentare

























Libyen 2.0
Dass Katar ein "Verbindungsbüro" für die Taliban(!) eingerichtet hat, und vermehrt auf die "Friedendsbemühungen" einwirken möchte passt doch super ins Bild. Dieses Katar war übrigens federführend bei der Niederschlagung der Proteste in Bahrain. Sie haben Wort gehalten und sich wohlwollend eingemischt - halt anders, als gedacht...
Die Wahl zwischen Pest oder Cholera
Diese subjektive Wahrnehmung ist Symtomatisch für einen Mann der totalitäre Machtstrukturen geschaffen hat oder an solchen festhält. Wohl wissend das der Kult der um seine Person betrieben wird, mehr schein als sein darstellt, führt das oft zu teilweisem oder gar völligen Realitätsverlust. Auch auf die Gefahr hin das ich mich jetzt inerhalb einer Jahresfrist zum x-ten mal wiederhole: Selbst wenn Despot Assad weggeputscht wird, die Situation in so einem Land wird nicht besser mit einer neuen Regierung, nur anders.
Hat Syrien kein Öl?
Wohl nicht, sonst wären die USA ja längst einmarschiert.
russen
@ morgemuffu wieder mal ein rundumschlag eines usa-bashers. die amerikaner sind wegen der russen und dort noch nicht einmarschiert. niemand will sich mit den russen anlegen. auch die amis nicht. und das weiss assad.
Doch
Syrien verfügt über Ölvorkommen.