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Gewalt in Syrien
12. Januar 2012 06:28; Akt: 12.01.2012 11:18 Print
Erster westlicher Journalist stirbt
Ein französischer Fernseh-Journalist ist in Homs bei einem Granatbeschuss tödlich getroffen worden. Die Arabische Liga will vorerst keine weiteren Beobachter mehr ins Land schicken.
Die Arabische Liga hat am Mittwochabend angekündigt, vorerst keine Beobachter mehr nach Syrien zu schicken. Zuvor hatte sich der Algerier Anwar Malik unter Protest aus dem Einsatz zurückgezogen.
Infografik SyrienDie arabische Welt im Umbruch Video
Interview de Bachar Al-Assad
Les soldats syriens cachent les corps
Gefechte nehmen zu
Die Gefechte zwischen den Sicherheitskräften und den Regimegegnern in Syrien nehmen an Intensität zu, da immer mehr Soldaten desertieren. Die sogenannten Revolutionskomitees meldeten am Donnerstag heftige Gefechte zwischen Truppen der Armee und der «Freien Syrischen Armee» in der Stadt Deir as-Saur. Über der Provinz Homs seien Aufklärungsflugzeuge der Luftwaffe gesichtet worden, hiess es.
Malik sagte dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira, die Beobachter gäben dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad die Gelegenheit, noch mehr Menschen zu töten. Es würden auch Kinder getötet. Die Demonstrationen seien friedlich. Das Regime in Damaskus unterstütze die Beobachtermission nicht. Es versuche, die Delegierten zu täuschen.
Beobachter der Arabischen Liga sind seit Dezember in Syrien. Ihr Ziel ist es, die Gewalt zu beenden sowie den Abzug der Truppen aus den Städten und die Freilassung politischer Gefangener zu überwachen. Da das Blutvergiessen in Syrien aber unvermindert weiterging, wird der Einsatz von der Opposition kritisiert.
Das US-Aussenministerium verkleinert weiter die Zahl der Mitarbeiter der Botschaft in Damaskus. Die Betroffenen würden das Land so bald wie möglich verlassen, teilte das US-Aussenministerium auf seiner Webseite am Mittwoch mit. US-Bürger wurden aufgefordert, nicht in das Land zu reisen. In Syrien lebende Amerikaner sollten das Land umgehend verlassen.
Französischer Journalist getötet
Knapp zehn Monate nach Beginn der Proteste gegen Präsident Assad wurde erstmals ein westlicher Journalist in Syrien getötet. Der Franzose Gilles Jacquier, langjähriger Kriegsberichterstatter des Fernsehsenders France 2, starb nach syrischen Regierungsangaben am Mittwoch durch Granatsplitter.
Er gehörte zu einer Gruppe von ausländischen Reportern, die auf Einladung der Regierung an einer Demonstration von Regimeanhängern in der Protesthochburg Homs teilgenommen hatte. Bei dem Granatbeschuss seien auch acht Syrer getötet worden.
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy drückte seine Abscheu über die Tat aus. Aussenminister Alain Juppé verurteilte die Tat und verlangte eine Aufklärung der Todesumstände. In einer Erklärung forderte er die syrische Führung zudem auf, für die Sicherheit ausländischer Journalisten zu sorgen und die Pressefreiheit zu schützen.
Die syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, bei den Tätern handle es sich um «bewaffnete Terroristen». Das ist die seit Monaten gängige Bezeichnung des Regimes für die Protestbewegung.
Aktivisten aus Homs erklärten dagegen am Abend, die Attacke sei von regimetreuen Truppen ausgegangen. Diese schreckten vor keiner Grausamkeit zurück, um der Weltöffentlichkeit ihre Theorie vom Aufstand «terroristischer Banden» zu verkaufen.
Assad auf Kundgebung
Assad tauchte am Mittwoch kurz und unangekündigt auf einer Kundgebung von Anhängern in Damaskus auf. Den Tausenden von Demonstranten rief er auf dem Ummayaden-Platz zu, der Sieg der Syrer über die ausländischen «Verschwörer» stehe bald bevor.
Assad hatte am Dienstag erklärt, er wolle weiter mit harter Hand gegen die «Terroristen» vorgehen. Er denke nicht an Rücktritt. Der Aufstand gegen sein Regime sei eine Verschwörung ausländischer Mächte.
Derweil ignorieren Russland und der Iran ein Waffenembargo des Westens und liefern weiter Militärmaterial an das syrische Regime. Vor der Küste Zyperns wurde ein Schiff gestoppt, das 60 Tonnen Munition aus Russland nach Syrien bringen sollte.
Türkei stoppt Waffenlieferung
Die Türkei hielt an der Grenze zu Syrien verdächtige Lastwagen aus dem Iran auf, die nach Berichten lokaler Medien mit Waffen beladen waren. Russland ist neben dem Iran der wichtigste Verbündete des Assad-Regimes.
Seit Beginn des Aufstandes gegen das Regime von Assad im März 2011 sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 5000 Menschen getötet worden. Syrische Menschenrechtsaktivisten sprechen indessen von mehr als 6000 Toten.
Syrien hatte monatelang westlichen Korrespondenten die Berichterstattung verweigert. Wegen der fortwährenden Kritik lockerte das Regime in den vergangenen Wochen die Medienblockade. Allerdings dürfen westliche Journalisten nicht frei durch Syrien reisen.
(sda)
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Alle 4 Kommentare

























die wahrheit über syrien
gebt bei google mal syrien und wahrheit ein. sollte den meisten die augen öffnen
Wissen wie
Mit so einem Land zusammenarbeiten und Geschäfte zu tätigen ist ein grosses Problem.Noch viel schwieriger ist es dieser Regierung Ratschläge zu erteilen wie sie ihre Arbeit menschenwürdig gestalten sollen.Unsere Besserwisserei fällt wie Tropfen auf einen heissen Stein in so einem Land.Wir sollten sie machen lassen und nur das wirklich Notwendige mit ihnen verhandeln,alles andere ist verlorene Zeit.Die richtigen Visionen sollen sie für sich selber kreieren und sie können lernen indem sie damit beginnen andere Demokratien zu beobachten.
selber Schuld
die Journalisten müssen immer ihre Nasen zuvorderst haben. Vielleicht wäre es besser wenn der Welt nicht immer alles gezeigt wird und dadurch noch indirekt Propaganda für jeden Konflikt gemacht wird.
Information
Nur durch Wissen und Aufklärung hat sich die Welt verbessert. Ohne das würden wir immer noch im Mittelalter leben. Und dazu braucht es mutige Menschen, die zuvorderst sind und sich dem Risiko aussetzen, um uns faule und träge Wohlstandbürger zu informieren. Tut mir leid für den Journalisten. Aber er wusste um das Risiko.