Germanwings-Crash

31. März 2015 18:49; Akt: 31.03.2015 21:12 Print

Lufthansa wusste von Lubitz' Depressionen

Der Copilot des Germanwings-Flugs informierte die Flugschule 2009 über eine «abgeklungene schwere depressive Episode». Derweil wurden die Bergungsarbeiten eingestellt.

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Am 24. März 2015 stürzte eine Germanwings-Maschine in den französischen Alpen ab. 150 Personen kamen ums Leben. Der Pilot Andreas Lubitz hatte das Flugzeug absichtlich abstürzen lassen. Der Pilot hatten den Airbus 320 vor dem Crahs absichtlich beschleunigt. Der Flugdatenschreiber bestätigt: Der Co-Pilot der zerschellten Germanwings-Maschine hat das Flugzeug in den Minuten vor dem Absturz mehrfach beschleunigt. Die Suche nach dem zweiten Flugschreiber stand lange im Fokus der Rettungsarbeiten. Die zweite Blackbox sollte wichtige Erkenntnisse liefern. Trümmerfeld in den französischen Alpen. Die Bergungsarbeiten in dem unwegsamen Gelände gestalten sich schwierig. Die Suche nach den Opfern des Absturzes läuft auf Hochtouren. Das steile Gelände erschwert die Arbeit. Überall liegen Gegenstände der Opfer. Rettungskräfte bergen die Opfer des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen. Das Bergen der Germanwings-Opfer belastet die Rettungskräfte sehr. Die Arbeit ist physisch und psychisch schwierig. Daher werden nur erfahrene Leute eingesetzt. Trümmerteil mit der deutschen Flagge. Ein Helikopter überfliegt das Trümmerfeld. Angehörige der Opfer treffen am 26. März mit Bussen in der südfranzösischen Gemeinde Seyne-les-Alpes nahe des Absturzortes ein. Vor Ort fand eine erste Gedenkfeier und Kranzniederlegung statt. Die Rettungskräfte halten die Flaggen der Länder, aus denen die Opfer stammen. Ungefähr zeitgleich durchsuchten Ermittler am Donnerstag, 26. März, die Wohnung von Lubitz. Er soll in einer Wohnung in Düsseldorf gewohnt haben. «In unseren schlimmsten Albträumen hätten wir uns nicht vorstellen können, dass sich so eine Tragödie in unserem Konzern ereignen könnte», sagte Lufthansa-CEO Carsten Spohr an einer Pressekonferenz. Die französische Staatsanwaltschaft informierte über die Absturzursache: Ein Unfall wird ausgeschlossen. Der Co-Pilot war während des Sinkfluges bei Bewusstsein und antwortete bewusst nicht auf sämtliche Kontaktversuche. Die Trümmer des Airbus sind über vier Hektaren verteilt. Einige Schüler haben sich vor dem Joseph-König-Gymnasium im deutschen Haltern versammelt. Der Chef der französischen Luftfahrtbehörde, Rémi Jouty, sagte an einer Pressekonferenz, dass aus der gefundenen Blackbox brauchbare Audiodateien extrahiert werden konnten. Nun müssen sie noch analysiert werden. Die Bergungskräfte sind in dem unwegsamen Gelände am Absturzort des Germanwings-Fluges angekommen. Die Maschine ist in viele einzelne Teile zerborsten, was die Bergung erheblich erschwert. Die Wrackteile sind überall verstreut. Mehrere Helikopter machten sich am Mittwoch auf den Weg zur schwer zugänglichen Unglücksstelle. Im Alpenort Seyne sind Helfer und Journalisten vor Ort. Eine der beiden Blackboxes des abgestürztes A320. Der am Dienstag geborgene Stimmrekorder wurde nach Paris zur französischen Luftfahrtermittlungsbehörde BEA gebracht. Die Germanwings-Maschine ist beim Absturz in sehr kleine Teile zerbrochen. Die Toten sollen nicht mehr am Mittwoch geborgen werden, im Vordergrund steht die Suche nach der zweiten Blackbox, dem Flugdatenschreiber. «Das Einzige, was ich sagen kann, ist, dass dieser schnelle Höhenverlust des Flugzeugs für den Augenblick unerklärt bleibt», sagte Brice Robin, Staatsanwalt von Marseille. Am Joseph-König-Gymnasium in Haltern ist der Schock riesig. Zahlreiche Kerzen wurden vor der Schule niedergelegt. Ulrich Wessel, der Rektor des Gymnasiums, gab am Mittwoch eine Pressekonferenz: «Eine fröhliche Fahrt endete in einer Tragödie.» Ein Kondolenzbuch liegt im Berliner Dom aus. Die Fahnen sind bei Lufthansa und Germanwings auf Halbmast. Um 10.53 Uhr legten die Airlines eine Schweigeminute für die Opfer ein. Ein Bild der Absturzstelle zeigt die Trümmer des Airbus. Überall liegen Trümmerteile. Das Flugzeug ist im Gebirge zerschellt. «Entsetzliche Bilder in dieser Berglandschaft. Es bleibt nichts ausser Trümmern und Leichen», twittert Christophe Castaner, Abgeordneter der Region Alpes-de-Haute-Provence. Helikopter überfliegen die Unglücksstelle. Die Absturzstelle liegt an einer schwer zugänglichen Stelle im L'Estrop-Massiv. 144 Passagiere und sechs Crewmitglieder waren an Bord der abgestürzten Maschine der Germanwings. Es gibt keine Überlebenden. Die Maschine war in Barcelona gestartet und auf dem Weg nach Düsseldorf. Die Retter werden abgeseilt. Die Einsatzkräfte versammeln sich nahe der Absturzstelle in Seyne-les-Alpes. Insgesamt sind Hunderte Personen aufgeboten. Es handelt sich um Helikopter der französischen Luftwaffe und der Zivilschutzdienste. Auch Mitglieder der Gendarmerie sind vor Ort. Die Leichen der Opfer sollen vorläufig in einer Sporthalle in Seyne-les-Alpes aufbewahrt werden. Es könne einige Zeit dauern, bis die Rettungskräfte an der Unglücksstelle ankämen, heisst es in französischen Medien. Teenager versammeln sich vor dem Joseph-König-Gymnasium in Haltern am See, wo die Opfer zur Schule gingen. 16 Schüler und zwei Lehrer waren an Bord der Unglücksmaschine. Die Unglücksmaschine soll in kurzer Zeit sehr viel Höhe verloren haben, die Piloten hätten kein Notsignal abgegeben, melden französische Medien. Einsatzkräfte in der Nähe des Absturzortes. Die Absturzstelle befindet sich an einer schwer zugänglichen Stelle. Ein Leser hat das Unglücksflugzeug bei einem Anflug auf Zürich fotografiert. Der französische Präsident François Hollande begrüsst das spanische Königspaar. König Felipe und Königin Letizia befanden sich zum Absturzzeitpunk bereits in Frankreich auf einem Staatsbesuch. Spanier und Deutsche befanden sich an Bord des Flugzeugs. Eine Angehörige wartete in Düsseldorf auf die verunglückte Maschine aus Düsseldorf. Die Angehörigen werden von Flughafenmitarbeitern betreut. Ein Care-Team betreut die wartenden Angehörige am Flughafen Düsseldorf. Anzeigetafel am Flughafen Düsseldorf. «Unsere Gedanken sind jetzt bei allen Angehörigen und Freunden unserer Passagiere und Crew», sagt Carsten Spohr, CEO der Lufthansa. Bei der Unglücksmaschine handelt es sich um diesen Airbus A320 der Fluggesellschaft Germanwings - hier zu sehen bei einem Anflug auf Zürich, fotografiert von Leser Stefan Siegenthaler. Die Unglücksstelle liegt im Süden Frankreichs.

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Andreas Lubitz, der Copilot der abgestürzten Germanwings-Maschine, hat die Lufthansa bereits im Jahr 2009 als Flugschüler über eine «abgeklungene schwere depressive Episode» informiert. Das teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit.

Demnach hatte der junge Mann im Jahr 2009 der Lufthansa-Verkehrsfliegerschule im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme seiner für mehrere Monate unterbrochenen Pilotenausbildung medizinische Unterlagen übersandt, in denen von einer «abgeklungenen schweren depressiven Episode» die Rede war.

«100 Prozent flugtauglich»

Lufthansa erklärte, die Unterlagen seien «nach weiteren internen Recherchen» gefunden und der Staatsanwaltschaft Düsseldorf übergeben worden. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, der Copilot habe zum Zeitpunkt des Germanwings-Absturzes in der vergangenen Woche «ein voll gültiges Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1» besessen.

Der Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte in der vergangenen Woche bei einer Pressekonferenz nach dem Absturz gesagt, der Copilot sei «100 Prozent flugtauglich ohne Einschränkung» gewesen.


Zerrissene Krankschreibungen

Die Staatsanwaltschaft hatte am Montag erklärt, dass der Copilot der Germanwings-Maschine vor seiner Pilotenkarriere psychotherapeutisch wegen möglicher Suizidgefährdung behandelt worden war. Schon seit einigen Tagen ist zudem bekannt, dass der 27-Jährige am Tag des Unglücks eigentlich krankgeschrieben war.

In seiner Wohnung wurden zerrissene Krankschreibungen auch für den Tag des Absturzes gefunden. Der Copilot steht im Verdacht, die Maschine mit 150 Menschen an Bord absichtlich zum Absturz gebracht zu haben.

Bergung beendet

Am Absturzort der Germanwings-Maschine beendeten die Ermittler unterdessen die Bergung der Todesopfer. Es gebe keine Leichen mehr am Absturzort, sagte ein Vertreter der Gendarmerie, Jean-Marc Ménichini, am Dienstagabend der Nachrichtenagentur AFP in Seyne-les-Alpes.

Am Mittwoch sollen Gebirgsjäger vor Ort persönliche Gegenstände der Opfer einsammeln. Auch die Suche nach dem Flugdatenschreiber soll weitergehen. Bis Ende der Woche sollten alle 150 Opfer mithilfe von DNA-Proben identifiziert sein.

Der Absturzort des Germanwings-Airbus kann seit Dienstag über eine neu gebaute Strasse erreicht werden. «Wir arbeiten schneller, länger und wir bringen mehr Proben zurück», berichtete die Polizei. Bisher mussten Ermittler und Hochgebirgspolizisten entweder per Helikopter an den Unglücksort gebracht werden oder nach einer Fahrt über eine holprige Piste zu Fuss noch rund eine halbe Stunde laufen.

Lufthansa sagt Feier ab

«Diese Tage sind für die Hinterbliebenen sehr schwer, aber sie können dann ihre Trauerarbeit beginnen», sagte Frankreichs Präsident François Hollande am Dienstag während einer Medienkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Merkel dankte ihm und der französischen Bevölkerung erneut für ihre grossherzige Hilfe.

Die Lufthansa sagte unterdessen die Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen der Fluggesellschaft ab. Stattdessen werde der Konzern den Staatsakt für die Absturzopfer im Kölner Dom am 17. April für seine Mitarbeiter übertragen, teilte das Unternehmen mit.

Der Lufthansa-Chef werde am Mittwoch an den Unglücksort reisen. Er wolle dort Angehörige der Opfer treffen und den Helfern danken. Germanwings ist eine Tochtergesellschaft der Lufthansa.

Germanwings-Chef dankt Helfern

Der Germanwings-Chef Thomas Winkelmann dankte den Helfern in einer Videobotschaft. «Die Retter, Helfer und Betreuer vor Ort leisten Unermessliches», sagte er. «Sie werden in beispielloser Weise unterstützt durch die Bevölkerung von Seyne-les-Alpes und der umliegenden Orte.» Der Verlust des Fluges gehöre zweifellos «zu den grössten Tragödien unseres Landes».

(sda)