Syrien

26. April 2017 10:59; Akt: 27.04.2017 01:32 Print

Frankreich weiss, wer Giftgas-Angriff verübte

«Handschrift des Regimes»: Der französische Aussenminister benennt den Schuldigen hinter dem Chemiewaffeneinsatz in Syrien.

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«Jeder, der uns abhält, hilft diejenigen, die Chemiewaffen in Syrien eingesetzt haben»: Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, fordert in scharfem Ton die Verlängerung des Mandats für das Expertengremium zur Untersuchung der Giftgasangriffe in Syrien. (21. September 2017) Tragödie in Syrien: Ein Kind wird nach der Giftgasattacke in Khan Sheikhoun behandelt. Macht Assad für den Giftgas-Angriff verantwortlich: Frankreichs Aussenminister Jean-Marc Ayrault an einer Konferenz in Peking. (14. April 2017) Schmiedet Pläne gegen das Assad-Regime: US-Verteidigungsminister James Mattis nach seinem Besuch bei Theresa May in London. (31. März 2017) World Health Organization ist vor Ort: WHO-Experten, die an der Autopsie teilgenommen haben, vor dem Spital im türkischen Adana. (5. April 2017) Mitarbeiter der WHO verlassen nach den Autopsien das Spital. Macht Assad für den Giftgas-Angriff in Syrien verantwortlich: US-Präsident Trump an einer Veranstaltung im Weissen Haus. (4. April 2017) Erneuter Giftgasangriff gegen syrische Zivilisten: Ein Mann trägt ein verletztes Kind im Spital von Khan Sheikhoun. (4. April 2017) Politiker machen das Assad-Regime verantwortlich: Ein Arzt behandelt einen Knaben. Nach dem vermuteten Giftgasanschlag ist das Krankenhaus, in dem die Opfer behandelt werden, unter Beschuss geraten. Im Innern der Klinik kämpften Ärzte ums Überleben zahlreicher Opfer eines zuvor erfolgten Luftangriffs, bei dem nach Angaben von Aktivisten Giftgas eingesetzt wurde. Das Bild zeigt laut der Organisation Documenting Oppression Against Muslims (DOAM) vom Giftgasangriff betroffene Kinder in Khan Sheikhoun. (Screenshot Youtube) Angriffe, Kämpfe, Folter und Hinrichtungen: Ein zerstörtes Spital von Ärzte ohne Grenzen in Idlib, Syrien. (15. Februar 2016) Verheerende Folgen: Angriffe auf Spitäler und Schulen im Norden Syriens haben 50 Menschen das Leben gekostet. Die türkische Armee schiesst in Richtung syrische Grenze. Unter den getroffenen Krankenhäusern befinden sich auch Kliniken, die von Ärzte ohne Grenzen sowie dem UNO-Kinderhilfswerk Unicef unterstützt werden. Es wird vermutet, dass auch russische Flugzeuge Krankenhäuser zerstört haben. Das Elend in Syrien – die Bevölkerung leidet unter den Bürgerkriegswirren.

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Frankreich macht die syrische Regierung für den Giftgas-Angriff in Chan Scheichun mit 87 Todesopfern verantwortlich. Der Sarin-Einsatz vom 4. April trage zweifellos «die Handschrift des Regimes» in Damaskus, erklärte das Aussenministerium am Mittwoch in Paris. Das hätten Laboruntersuchungen von Proben aus Syrien ergeben.


Giftgas-Angriff: Frankreich mach Assad verantwortlich. (Video: Tamedia/AFP)

Bei dem in der Kleinstadt Chan Scheichun im Nordwesten Syriens genutzten Giftgas handele es sich um das Nervengas Sarin, heisst es in einem von Aussenminister Jean-Marc Ayrault vorgelegten Bericht. Die Zusammensetzung des verwendeten Gases ergebe «mit Sicherheit», dass es für die syrische Regierung hergestellt worden sei. Es gleiche einem Kampfstoff, den die syrische Regierung im April 2013 bei einem Angriff auf den Ort Sarakeb im Norden des Landes genutzt habe.

Einsatz von Sarin für OPCW unbestritten

«Syrien hat wiederholt seine Zusage verletzt, keine Waffen mehr einzusetzen, die von der internationalen Gemeinschaft geächtet werden», betonte Ayrault. Insgesamt seien fünf Sarin-Attacken in Syrien seit April 2013 «bewiesen», heisst es in dem Bericht. Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) hatte vor einer Woche erklärt, bei dem Angriff sei «unbestreitbar» das Nervengas Sarin oder eine ähnliche Substanz eingesetzt worden. Die OPCW liess Proben von zehn Opfern des Angriffs in vier Labors untersuchen. In Frankreich wurden nun zusätzliche Analysen durchgeführt.

Die Regierung von Syriens Machthaber Baschar al-Assad bestreitet, chemische Waffen eingesetzt zu haben. Nach russischer Darstellung soll das Nervengas aus Lagern der Rebellen stammen. Bei dem Angriff von Chan Scheichun waren laut der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 87 Menschen getötet worden, unter ihnen 31 Kinder.

Assad bestreitet Vorwürfe

Syriens Präsident Baschar al-Assad hatte die Vorwürfe, Chemiewaffen eingesetzt zu haben, kürzlich in einem AFP-Interview als zu «hundert Prozent konstruiert» bezeichnet. Dem Westen warf er vor, die angebliche Attacke als «Vorwand» genutzt zu haben. Die USA hatten als Vergeltung für den Angriff einen syrischen Luftwaffenstützpunkt mit Marschflugkörpern beschossen. Es war der erste direkte Angriff des US-Militärs auf die syrischen Regierungstruppen.

(chi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Expat am 26.04.2017 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frankreich weiss immer alles

    Wer soll noch was glauben. Frage, warum sollte die Regierung, die dem Sieg viel näher steht als die Rebellen Giftgas einsetzen mit dem Wissen, dass Amerika sie dann bombardiert. Macht eher weniger Sinn, als dass das Giftgas von den Rebellen kommt, die überall auf dem Rückzug sind und nur noch hoffen, dass die USA die Regierungstruppen angreift. Aber Frankreich, dass sich auch überall einmischt wird es wohl genau wissen. Passt alles nicht zusammen.

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  • Romanrussia am 26.04.2017 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gestellt

    Das OPCW weigert sich bis heute an die Orte zu gehen um Proben zu nehemen. Es wurde Von Assad angeboten Untersuchungen direkt vor Ort und an der Militärbasis vorzunehmen, von welcher der mutmassliche Angriff stammt. Aber die geben irgendwelche Beweise ohne auch nur dort gewesen zu sein.

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  • Ceeee am 26.04.2017 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Regime war es sicherlich nicht

    Hauptsache es war immer das Regime... Syrien soll das alleine regeln. Hört doch auf, immer reinzupfuschen. Wie beim Gadaffi, was hat es gebracht? Eine Welle der Einwanderung nach Europe... Denkt mal nach...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Geissenpeter am 26.04.2017 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso wird nie etwas anderes berichtet?

    zum Beispiel die Wahrheit. Lügen ist keine Kunst und von anderen abschreiben schon gar nicht. Seit sich viele europäische Zeitungen zusammengeschlossen haben, berichten alle das gleiche. Keiner macht sich die Mühe selber zu recherchieren.

    • Laura am 27.04.2017 00:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Geissenpeter

      Warum kennen sie die Wahrheit, während der Rest der Welt darüber mutmasst was denn nun wirklich passiert ist?

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  • Typhoeus am 26.04.2017 15:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Giftgas-Angriff von Mödern,

    egal ob es Asad oder der IS war, die Handlungsweise ist die gleiche.

  • Klaus am 26.04.2017 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Lügen Lügen Lügen

    So wie es aussieht ist Frankreich nicht besser als die USA. Der erste Gasangriff war auch nicht von Assat. Das Gas stammte aus den USA.

  • dr.p am 26.04.2017 14:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles glauben

    Jaja ganz ehrlich, da würde ich noch eher einem Märchen glauben dass es Frankreich selbst war. Sorry, aber jeder der immernoch der Meinung ist, Assad war es, tut mir unglaublich leid. Ich wünsche Ihnen viel Spass bei Ihrem weiteren Unwissenden verblendeten Leben, auf dass Sie immer alles glauben was die Medien Ihnen präsentieren...

  • No more am 26.04.2017 14:43 Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Wieder beschuldigungen ohne eindeutige Beweise. Aber das reicht ja heutzutage um ein Land zu zerbomben.