Mutter des Schützen

16. Dezember 2012 19:38; Akt: 16.12.2012 21:12 Print

Nancy Lanza sprach nie über ihre Kinder

Sie brachte ihrem Sohn Adam das Schiessen bei, ihr gehörten auch die Tatwaffen. Doch die Rolle von Nancy Lanza im Drama von Newtown bleibt ein Rätsel.

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Waffennärrin Nancy Lanza soll ihren psychisch kranken Sohn Adam jeweils zum Schiesstraining mitgenommen haben. (Bild: Reuters/Handout)

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Eine Waffennärrin, die Angst vor einem Wirtschaftskollaps hatte und niemanden in ihr Haus liess. Die Beschreibungen von Nachbarn vermitteln ein kurioses Bild von Nancy Lanza, der Mutter des Todesschützen von Newtown.

«Waffen waren ihr Hobby», sagte der Landschaftsgärtner, der jeweils das Grundstück der Familie pflegte, gegenüber «Daily Mail». «Sie hat mir erzählt, ihr gefalle das Zielstrebige am Schiesssport.» Auch ihre Söhne habe Nancy regelmässig zum Schiesstraining mitgenommen, damit sie ihre Zielsicherheit trainieren konnten.

Tatsächlich besass die Frau nach Informationen von Ermittlern fünf Waffen, die auf ihren Namen registriert waren – darunter das halbautomatische Sturmgewehr und zwei Pistolen, mit denen ihr 20-jähriger Sohn das Massaker anrichtete.

Besucher mussten draussen bleiben

Besuch soll die 52-jährige, geschiedene Mutter in ihrem Haus nie empfangen haben. «Ich habe jeweils an ihrer Tür geklingelt. Sie kam aber immer ums Haus herum und traf mich draussen», so der Gärtner. Einmal habe sie ihm eine antike Waffe zeigen wollen, die sie zuvor erstanden hatte. Auch diese brachte sie aber in den Vorhof, anstatt ihren Gast ins Haus zu bitten.

Nachbarn, mit denen Nancy Lanza 15 Jahre lang regelmässig Spieleabende veranstaltete, sahen ihr Haus gemäss Medienberichten ebenfalls nie von innen. Nancy habe während all den Jahren nie ein Wort über ihre Söhne Adam und Ryan verloren, berichten die Mitglieder ihres Spielvereins.

Ihre ehemalige Schwägerin spricht gegenüber «Daily Mail» davon, die Mutter des Amokschützen habe in ihren Haus Nahrungsmittelvorräte gehortet – aus Angst, dass die Finanzkrise das Ende der zivilisierten Gesellschaft herbeiführen würde.

Mutter war keine Kindergärtnerin

Welche Rolle Nancy Lanza in den irren Amok-Plänen ihres Sohns Adam gespielt hatte, ist bislang noch weitgehend unklar. Sicher ist, dass der Amokläufer seine Mutter mit einer ihrer eigenen Waffen erschossen hatte, bevor er in der Sandy-Hook-Grundschule 20 Kinder und weitere Frauen tötete.

Berichte, wonach Nancy Lanza als Kindergärtnerin in der betroffenen Schule gearbeitet haben soll, wurden inzwischen dementiert. Eine Vertreterin der Schulleitung sagte, sie habe die Frau noch nie gesehen und sie sei auch nicht in der Mitarbeiter-Datenbank registriert.

Gemäss neuen Medienberichten soll Lanza früher in der Finanzbranche gearbeitet haben. Demnach hat sie sich aber schon vor Jahren zur Ruhe gesetzt, um sich um ihren psychisch kranken Sohn Adam zu kümmern.

(jbu)