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Brand in Bangladesch
28. November 2012 09:00; Akt: 28.11.2012 15:21 Print
Manager haben Textilarbeiter eingesperrt
Die Polizei hat drei Manager der Textilfabrik verhaftet, in der bei einem Brand 110 Menschen starben: Sie sollen den Arbeitern verboten haben, zu fliehen - und sie gar eingesperrt haben.
Manager der Unglücksfabrik in Bangladesch sollen die Arbeiter während des Brandes eingeschlossen haben. Am Mittwoch wurden drei Männer festgenommen, die für Lager, Verwaltung und Sicherheit verantwortlich waren.
Sie würden nun fünf Tage lang in Untersuchungshaft befragt, sagte Staatsanwalt Anwarul Kabir Babul in Dhaka. Ein Untersuchungsbericht der örtlichen Polizei kommt zu dem Ergebnis, dass die Männer die Tore abschlossen, als das Feuer ausbrach.
Bei dem Brand am Rande der Hauptstadt Dhaka waren nach Angaben eines Regierungssprechers 112 Menschen ums Leben gekommen. Auch Zeugen hatten lokalen Medien berichtet, Notausgänge seien auf mehreren Etagen abgeschlossen worden und Feuerlöscher hätten nicht funktioniert.
Der Staatsanwalt meinte, die Verantwortungslosigkeit der Aufpasser habe den Tod der Arbeiter verursacht. Die drei Manager erklärten, sie seien unschuldig. Ihre Befragung soll auch dabei helfen, die Brandursache zu ermitteln. Nach Erkenntnissen der Regierung waren Brandstifter für das fatale Feuer verantwortlich.
Der Fabrikbesitzer wurde von der Polizei ebenfalls befragt, aber nicht festgenommen. Überlebende des Feuers und Kollegen angrenzender Fabriken gingen auch am Mittwoch wieder auf die Strasse, um für mehr Brandschutz zu demonstrieren.
Auch forderten sie die Festnahme des Fabrikbesitzers und die Auszahlung von drei Monatslöhnen. Sie blockierten Strassen, bewarfen Autos mit Ziegelsteinen und gerieten mit der Polizei aneinander, die die Menge zerstreuen wollte. Die Fabriken im Industriegebiet Ashulia blieben erneut geschlossen.
Weiterer Brand in einer Textilfabrik
Unterdessen ereignete sich am Mittwoch in Bangladesch ein weiterer Brand in einer Textilfabrik. Mindestens 50 Menschen wurden verletzt, als sie nach dem Ausbruch eines Feuers in der Fabrik Section Seven Limited in der Stadt Chittagong in Panik gerieten und zum Ausgang stürmten.
Das Feuer sei im vierten Stock des fünfstöckigen Gebäudes wegen eines Kurzschlusses ausgebrochen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell unter Kontrolle bringen.
Bangladesch ist der zweitgrösste Textilexporteur der Welt, in der Textilindustrie des Landes arbeiten rund drei Millionen Menschen. Nach einem Bericht der in den Niederlanden ansässigen Menschenrechtsorganisation Clean Clothes Campaign starben dort seit 2006 rund 700 Menschen bei Bränden in Textilfabriken.
Detailhändler geben sich ahnungslos
Aktivisten werfen westlichen Auftraggebern vor, sich nicht ernsthaft für sichere Arbeitsbedingungen in ihren Subunternehmen in Billiglohnländern einzusetzen. Manche Arbeiter in Bangladesch verdienen umgerechnet deutlich weniger als 40 Franken im Monat.
Die von dem Brand betroffene Firma Tazreen Fashions beliefert unter anderem die Textilkette C&A. Im Fokus sind auch die US-Detailhändler Sears und Wal-Mart.
Sears gab an, in der Katastrophen-Fabrik sollten eigentlich keine eigenen Marken produziert werden. Das Unternehmen prüfe aber Berichte, wonach Sears-Kleidung in den verkohlten Trümmern gefunden wurde. Wal-Mart teilte mit, ein Zulieferer habe ohne Genehmigung in der Fabrik fertigen lassen. Die Kooperation sei beendet worden.
(sda)

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