Unicef-Bericht

13. März 2017 03:48; Akt: 13.03.2017 11:40 Print

2016 wurden in Syrien 650 Kinder getötet

«Das Ausmass des Leidens ist beispiellos»: Laut Unicef hat die Zahl der im syrischen Bürgerkrieg ums Leben gekommenen Kinder um 20 Prozent zugenommen.

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Hunderte wurden zum Kriegsdienst herangezogen: Zwei Kinder in der syrischen Stadt Aleppo. (1. Februar 2017) (Bild: AFP/Joseph eid)

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Das Leiden der Kinder in Syrien hat 2016 nach einem Bericht des UNO-Kinderhilfswerks Unicef ein nie dagewesenes Ausmass erreicht. 652 Kinder seien in dem Bürgerkrieg im vergangenen Jahr getötet worden, 20 Prozent mehr als im Jahr davor.

Mindestens 2,8 Millionen Minderjährige lebten in Gebieten, die schwer zu erreichen seien, berichtete die UNO-Organisation am Montag. Mindestens 850 Kinder seien zum Kriegsdienst herangezogen worden, teils an der Front, als Gefangenenaufseher oder Selbstmordattentäter.

«Das Ausmass des Leidens ist beispiellos», sagte Geert Cappelaere, Unicef-Direktor in der Region. Jedes der Kinder sei fürs Leben gezeichnet. Das habe «furchtbare Folgen für ihre künftige Gesundheit und ihr Wohlergehen.»

Arbeit und Zwangsheirat

Im Überlebenskampf müssten Kinder in mehr als zwei Dritteln der Familien mitarbeiten, um den Familienunterhalt zu sichern. Manchmal sähen Eltern sich gezwungen, ihre Kinder noch im Kindesalter zu verheiraten.

Womöglich lägen die Zahlen noch höher. Viele Regionen seien nicht zugänglich und verlässliche Informationen nicht zu bekommen. Viele Kinder seien auch an Krankheiten gestorben, die ohne den Bürgerkrieg hätten behandelt werden können.

Nach Angaben von Unicef sind inzwischen sechs Millionen Kinder auf humanitäre Hilfe angewiesen, Millionen wurden mit ihren Familien vertrieben. 2,3 Millionen syrische Kinder lebten in Flüchtlingslagern in der Türkei, im Libanon, in Jordanien, Ägypten und im Irak.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mein Fuss am 13.03.2017 05:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bombardierungen

    Wieso wird nicht erwähnt, daß ungefähr die Mehrheit dieser Kinder wegen den Bombardierungen der Koalition gegen den IS starben? Was will man hie verheimlichen?

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  • Strichnöter am 13.03.2017 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein Herz weint für die Kinder, aber

    wo sind die jungen einheimischen Männer in den besten Jahren, welche zwei gesunde Beine und Hände haben, um die Kinder zu schützen, welche ihr Leben lassen in einem Krieg aus dem sie nicht fliehen können?? Ah ja, richtig! Die lauern bei uns am Bahnhof rum und spielen auf ihren Iphones!

  • Walter am 13.03.2017 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    nur 652?

    ich will jetzt nicht zynisch klingen, versuche die Zahl aber mal emotionslos zu analysieren. 652 erscheint mir sehr tief wenn man bedenkt, dass der Krieg in 5 Jahren rund eine halbe Million Menschen tötete. Das wären hochgerechnet nicht mal 1%. Ich versuch das nur in Relation zu den täglichen Gräuel-Meldungen zu setzen, nach denen dort der IS willkürlich Familien auslöscht und die Regierung offenbar gezielt Schulen, Spitäler und Wohnquartiere angreifen soll. Für mich ein weiteres Zeichen, dass zumindest Letzteres so unmöglich stimmen kann. Ausser die Zahl 652 ist schlicht falsch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hamo am 16.03.2017 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Zukunft...

    Das Ausmass des Leidens ist beispiellos

  • Wunderer am 14.03.2017 16:07 Report Diesen Beitrag melden

    Warum kommen fast nur Männer?

    Dann frage ich mich warum fast ausnahmslos Männer zu uns flüchten. Lassen die ihre Familien im Stich? Feine Herren sind das.

  • alvin am 14.03.2017 07:10 Report Diesen Beitrag melden

    marktschreierei

    ok wenn man gräuel anprangert aber nicht wenn es nur um sensationsschlagzeilen geht statt solchen sachen wäre ein professionell recherchierter bericht besser und vorschläge wie sowas zu verhindern wäre aber bitte keine fantasiesprüche wie nie wieder krieg ect auch wenn wir das wollen nützt es nichts es müssen vor allem die kriegsführenden das wollen ,

  • Ismet am 13.03.2017 23:19 Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch

    Wie kann jemand noch Putins Politik unterstützen ? Er unterstützt den Folterer Assad und hat deshalb tausende Menschen auf dem Gewissen. Die Syrer wollten nur ihren Diktator los sein und freie Wahlen. War das zuviel verlangt ?

  • Martin am 13.03.2017 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Schein als sein

    Wenn UNICEF nach humanitärer Hilfe schreit dreht sich mir der Magen um. Versucht mal herauszufinden wie viel vom gespendetem Geld dort in Verwaltung und Dergleichen versickert und wie weil tatsächlich am Ende ankommt. Wo sind die Reporter von früher die so was noch recherchiert hatten?

    • Gunnar am 13.03.2017 15:31 Report Diesen Beitrag melden

      So ist es

      Diese werden mundtot gemacht oder als Verschwörungstheoretiker abgetan...

    • Deathclock am 13.03.2017 15:37 Report Diesen Beitrag melden

      @Martin

      Der Spendenskandal war vor gut 10 Jahren und alle Organisationen haben sich massiv gebessert. Bei UNICEF beispielsweise kann man sogar selbst bestimmen von welchen Gütern man wie viel spenden möchte. PS etwa 20% der Spenden gehen für Verwaltung und Werbung drauf, das ist vertretbar wie ich meine.

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