Hinrichtung in den USA

18. September 2012 09:15; Akt: 18.09.2012 09:16 Print

US-Häftling zu dick für die Giftspritze

Ronald Post ist im US-Bundesstaat Ohio zum Tode verurteilt worden. Bei seinen 220 Kilogramm Körpergewicht sei eine Hinrichtung aber nicht möglich, sagt er. Die Erfahrung gibt ihm Recht.

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Ein zum Tode verurteilter Häftling hat in den USA um die Aufschiebung der Hinrichtung gebeten, weil er zu dick dafür sei. Ronald Post, der vor fast 30 Jahren in Ohio einen Hotelangestellten erschoss, wiegt fast 220 Kilogramm. Seine Fettleibigkeit, der schlechte Zugang zu den Venen und andere gesundheitliche Probleme könnten bei der Hinrichtung zu «schweren physischen und psychischen Schmerzen» und einem «qualvollen und schleichenden Tod» führen, erklärten Anwälte von Post in einem Schreiben an das Gericht. Zudem sei er so schwer, dass ihn die Hinrichtungstrage möglicherweise nicht aushalte. Der 53-jährige Post soll am 16. Januar kommenden Jahres hingerichtet werden. Das Gefängnis äusserte sich nicht.

Das Gewicht eines Todeskandidaten war schon früher in den USA bei Hinrichtungen ein Thema. 2008 wiesen Gerichte einen ähnlichen Antrag wie den von Post im Fall des Doppelmörders Richard Cooey ab. Der 1,70 Meter grosse Cooey wog 121 Kilogramm und wurde am 14. Oktober 2008 hingerichtet. 2007 brauchten die Henker in Ohio bei einem Häftling fast zwei Stunden, um eine Vene für den tödlichen Medikamentencocktail bei Christopher Newton zu finden, der 120 Kilogramm wog. Eine Sprecherin des Gefängnisses erklärte damals, Grund für die Probleme sei das Gewicht des Häftlings gewesen.

Im US-Staat Washington bestätigte ein Richter 1994 zwar die Todesstrafe gegen Mitchell Rupe, aber er stimmte dessen Einwand zu, dass er mit einem Gewicht von 181 Kilogramm zu schwer sei, um gehängt zu werden. Es bestehe die Gefahr, dass er dabei enthauptet werde. Rupe hatte argumentiert, dass das eine grausame und ungewöhnliche Strafe wäre, die laut Verfassung verboten ist. Rupe wurde schliesslich zu einer lebenslangen Haft verurteilt und starb 2006 im Gefängnis.

(dapd)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • C.Dario am 18.09.2012 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Steinbrucharbeit macht schlank

    Ich denke man sollte die Todesstrafe abschaffen dafür die Schwerverbrecher in den Steinbrüchen beschäftigen, dann wäre wahrscheinlich das Thema Uebergewicht im Knast überflüssig.

  • hans muster am 18.09.2012 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    ein todesurteil

    in den USA dauert gut und gerne 10-20 jahre, bis es durch alle instanzen bestätigt wurde. und dann kommt wohl noch die warteliste. deshalb kostet ein todesurteil den amerikanischen steuerzahler mehr, als wenn man die personen lebenslänglich einsperren würde.

  • Marc Buz am 18.09.2012 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Todesstrafe abschaffen!

    Viele menschenverachtende Kommentare zu Erschiessen, 30 Jahre sind zu lang & zu teuer! Die Todesstrafe in den USA ist die teuerste Bestrafung die es gibt! Mann kann einen Menschen 100 Jahre im Knast haben, ist billiger als die Todesstrafe. Diese Tatsache fuhrt auch dazu das einzelne Staaten diese aus Spargrunden (!!) abschaffen!

  • Lucia am 18.09.2012 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich!!!

    Ich verstehe die ganze Situation nicht. Wäre jetzt so ein Artikel über Iran oder Afghanistan drin, würden sich alle fragen, warum es überhaupt noch die Todesstrafe gibt und würde man über die Menschenrechte etc. diskutieren. Aber wenn es sich um die USA handelt, fragen sich alle warum man eigentlich 30 Jahre wartet!! und bringt zusätzlich noch Ideen über andere Hinrichtungsmethoden..

  • Claudia K. am 18.09.2012 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    so dick und das im Gefängnis!

    Die Todesstrafe sollte man sowieso abschaffen, ein Sträfling soll gefälligst seine Schuld im Diesseits verbüssen. Aber was mich wundert an diesem Fall, ist wie man in einem Gefängnis dermassen dick werden kann. Es sollte nicht jeder so viel essen dürfen wie er will. Das verursacht dem Staat nur Zusatzkosten.