In Nantes

13. Februar 2013 18:32; Akt: 13.02.2013 19:54 Print

Franzose verbrennt sich vor dem Arbeitsamt

Aus Protest gegen das Auslaufen seines Arbeitslosengeldes hat sich ein 43-Jähriger auf schreckliche Weise das Leben genommen. Zuvor hatte er die Medien informiert.

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Der Mann überschüttete sich vor einem Arbeitsamt der Stadt mit Benzin und zündete sich dann an. Er erlag seinen schweren Verbrennungen, wie die Polizei am Mittwoch im westfranzösischen Nantes mitteilte.

Zuvor hatte der Arbeitslose mehrere regionale Medien über die beabsichtigte Selbstverbrennung informiert. Nach eigenen Angaben wollte er gegen die Entscheidung des Arbeitsamtes protestieren, das Arbeitslosengeld für ihn nicht zu verlängern. Zudem habe er Rückzahlungen leisten sollen.

Ein Sprecher der Behörde bestätigte, dass der Franzose als arbeitslos eingeschrieben war und seine Bezüge auslaufen sollten. Im Radiosender France Info bestätigte ein Mitarbeiter der Behörde, der Mann habe die Selbstverbrennung bereits am Vortag angedroht.

Das Amt suchte eine Lösung

Er betonte allerdings, es habe Versuche gegeben, dem Mann zu helfen. «Wir haben versucht, (...) einen Lösungsweg zu finden», sagte Jean-Charles Steyger. Dem Mann sei noch am Vorabend ein Termin vorgeschlagen worden, den er allerdings abgelehnt habe.

Die Selbstverbrennung ist nicht die erste in Frankreich im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld. Im vergangenen Jahr tötete sich auf die gleiche Weise in Mantes-la-Jolie bei Paris ein 51-jähriger Arbeitsloser. In der nordfranzösischen Kleinstadt Hazebrouck stürzte sich eine Französin brennend auf einen Bürgermeister. Sie starb wenige Tage später an den Verletzungen.

(sda)