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Unruhen in Syrien
21. Februar 2012 23:29; Akt: 21.02.2012 23:30 Print
Krise wird zu humanitären Notlage
UNO, EU und IKRK sind sich einig, dass sich die anhaltende Gewalt zu einer humanitären Notlage für grosse Teile der Bevölkerung entwickelt. Sie fordern einen Waffenstillstand zur Versorgung der Verletzten.
Die Krise in Syrien entwickelt sich nach Einschätzung von UNO, EU und dem Roten Kreuz wegen der anhaltenden Gewalt zu einer humanitären Notlage. Bei den jüngsten Attacken des Assad-Regimes kamen allein in der Provinz Homs Dutzende Menschen ums Leben.
Infografik Die arabische Welt im UmbruchSyrienDie «grosse Menschenrechtskrise» in Syrien habe zunehmend schwere humanitäre Auswirkungen, sagte UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos am Dienstag in Brüssel. Neben Medizin würden inzwischen auch Nahrungsmittel «stark benötigt».
Die EU habe drei Millionen Euro vor allem für Medikamente und die Unterbringung von Flüchtlingen in Nachbarländern bereitgestellt, sagte Amos nach einem Gespräch mit der EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe, Kristalina Georgieva.
Waffenstillstand gefordert
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) forderte eine tägliche zweistündige Feuerpause zur Versorgung und zum Abtransport von Verletzten und Kranken aus den Kampfgebieten. IKRK-Vertreter beraten darüber in Genf mit Repräsentanten der syrischen Regierung und der Rebellen.
Die Situation erfordere eine «unverzügliche Entscheidung über die Umsetzung einer humanitären Kampfpause», sagte IKRK-Präsident Jakob Kellenberger in Genf. In Homs sowie an anderen Orten sässen ganze Familien seit Tagen in ihren Wohnungen fest, ohne dass sie diese verlassen könnten, «um Brot, andere Nahrungsmittel oder Wasser zu holen oder medizinische Versorgung zu erhalten».
Russland schlug seinerseits die Entsendung eines Sondergesandten der Vereinten Nationen nach Syrien vor, der sich dort um Sicherheitsfragen und auch die Verteilung von Hilfsgütern kümmern soll. UNO-Menschenrechtler forderten zudem die bedingungslose Freilassung mehrerer syrischer Oppositioneller und Journalisten.
Dutzende Tote in der Provinz Homs
Das Regime von Präsident Baschir al-Assad setzte unterdessen die militärische Offensive gegen seine Gegner fort. Nach Angaben von Aktivisten kamen landesweit mindestens 56 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen in der Provinz Homs. Rund 340 Menschen seien in der abgeriegelten Stadt verletzt worden.
Oppositionelle sprachen von einer der heftigsten Attacken seit Beginn der jüngsten Offensive des Regimes in der Protesthochburg Anfang Februar. Das seit Wochen belagerte Viertel Baba Amro in der Stadt Homs sowie weitere Gebiete, in denen die Opposition stark ist, wurde den Angaben nach mit Granaten beschossen.
Konferenz ohne Russland
Am Freitag trifft sich in der tunesischen Hauptstadt Tunis erstmals die neue «Gruppe der Freunde Syriens». Damit soll ein Zeichen der Solidarität mit der syrischen Opposition gegen Präsident Assad gesetzt werden. Zu der Konferenz sind unter anderem Vertreter der Arabischen Liga, der EU, der USA, Russlands und Chinas geladen.
Russland erklärte, es werde nicht an der Konferenz teilnehmen, weil nur die syrische Opposition, nicht aber die Regierung vertreten sei. China, das mit einem Veto wie Russland eine UNO-Resolution zu Syrien verhindert hatte, überlegt noch. Die grossen westlichen Staaten wollen am Donnerstag in London das weitere Vorgehen abstimmen.
(sda)






















