US-Wahlen 2012

05. Januar 2012 17:06; Akt: 05.01.2012 17:07 Print

Fox News verheizt «eigene» KandidatenFox News verheizt «eigene» Kandidaten

Der konservative TV-Sender Fox News ist das Sprachrohr der Republikaner. Bei den diesjährigen Primärwahlen macht der Sender aber alles, um jeden republikanischen Kandidaten zu demontieren.

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Um das Medienspektakel noch grösser zu machen, hat Fox News dafür gesorgt, dass die republikanischen Bewerber noch mehr Fernsehdebatten absolvieren müssen. (Bild: Keystone)

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Der TV-Sender Fox News hetzt mit Vorliebe gegen US-Präsident Barack Obama oder die Linken und gilt als Sprachrohr der Konservativen. Politisch wolle der Sender vor allem eins: Obama aus dem Weissen Haus vertreiben und wieder einen Republikaner im höchsten Amt haben, schreibt der «Spiegel». Die republikanischen Anwärter müssten demnach beim Sender gut wegkommen, könnte man meinen. Doch dem ist nicht so. Ein Kandidat nach dem anderen wurde von Fox News demontiert und für viele Republikaner unwählbar gemacht. Noch wichtiger als der eigene Mann im Weissen Haus sind dem Sender offenbar gute Quoten. Und dafür braucht es das entsprechende Spektakel.

Als George W. Bush noch im Amt war, sei dies anders gewesen, schreibt der «Spiegel». So hat Bret Baier, der seit über 20 Jahren Moderator bei Fox News und sich mit der politischen Ausrichtung des Senders wohlfühlt, Bush nie hart in die Zange genommen. Vielmehr liess er den bei vielen Fragen nicht immer ganz so eloquent wirkenden Präsidenten über unverfängliche Themen wie seine Ranch in Texas oder seine Lieblingswanderung plaudern. Ganz anders war dies bei Barack Obama. Innerhalb von 20 Minuten unterbrach ihn der Moderator 12 Mal, so der «Spiegel».


(Ausschnitt aus einem Interview von Bret Baier mit Barack Obama zur Gesundheitsreform)

Fox News lässt Republikaner eiskalt auflaufen

Inzwischen müssen aber auch die republikanischen Anwärter aufs Präsidentenamt zittern. Wer immer bei den Umfragen vorne liegt – Fox News lässt den Kandidaten eiskalt auflaufen. Als erster war Mitt Romney an der Reihe. Er gilt seit Monaten als Favorit – wenn auch bei vielen als ungeliebter. Trotzdem: Romney ist nicht Obama und das müsste Fox News gefallen. Als sich Romney aber nach längerem Zögern Bret Baiers Fragen stellte, wurde er keineswegs geschont. Baier stellte Romney eine unangenehme Frage nach der anderen und stellte ihn als Fähnlein im Winde dar, der ständig seine Meinung ändert.


(Mitt Romney im Gespräch mit Fox News-Moderator Bret Baier Ende November 2011)

Romney wirkte hilflos, unvorbereitet, er stotterte, versuchte mit Lachen einer Antwort zu entkommen und machte damit für viele republikanische Wähler klar: «Dieser Mann ist nicht wählbar». Baier sei «zu aggressiv» gewesen, klagte Romney nach dem Interview laut «New York Times». Tatsächlich steht für den Bewerber viel auf dem Spiel. Fox News hat fast zwei Millionen Stammzuschauer, die meisten sind weiss, älter und mögen weder Schwule noch Ausländer.

Grosse Macht des TV-Senders

Es sind die Fox News Zuschauer, die die Primärwahlen entscheiden werden. Kurz nach dem Interview sank Romneys Zuspruch bei den Wählern denn auch deutlich. 40 Prozent der republikanischen Wähler sagen, sie informieren sich mehrheitlich bei Fox News, wie eine Umfrage der «New York Times» und «CBS» vom 7. Dezember 2011 zeigt. Mehr als die Hälfte aller Fox News Zuschauer sagte damals, sie würden für Newt Gingrich stimmen. Nur 12 Prozent von ihnen bevorzugten Mitt Romney. Entsprechend wurde auch Romneys Auftritt bei Bret Baier im Internet kommentiert. «Das Interview ist geradeaus, der «Plastik-Junge» ist einfach unvorbereitet. Fox unterstützt jetzt Newt», schreibt ein Zuschauer.

Newt Gingrich, der ehemalige Sprecher des Repräsentantenhauses, überflügelte kurz nach dem Interview von Mitt Romney den bisherigen Favoriten und führte für einige Tage die Umfragen an. Doch auch das hielt nicht lange. Inzwischen versucht Fox Gingrich als unzuverlässigen Herausforderer zu demontieren. Mit erstem Erfolg. Bei den Primärwahlen in Iowa musste sich Gingrich hinter Mitt Romney, Rick Santorum und Ron Paul mit dem vierten Platz zufrieden geben.

Auch andere aufstrebende Kandidaten sägte Fox News auf ihrem Höhepunkt ab. Als Michele Bachmann, die fromme Ikone der Tea Party-Bewegung, die Umfragen vor einigen Monaten noch anführte, fragten sich Fox-Moderatoren, ob sie überhaupt ernst zu nehmen sei. Rick Perry musste sich wochenlang die Vorwürfe gefallen lassen, dass er beim Denken nicht der Schnellste sei. Als daraufhin Pizzachef Herman Cain loslegte, führte Fox ausführliche Interviews mit den Frauen, die ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten. Cain zog daraufhin seine Kandidatur zurück.

Fox News entscheidet, wer Kandidat wird

«Gegen Fox News kann kaum jemand Kandidat der Konservativen werden», sagte Fred Barnes, Chef von «Weekly Standard». Doch noch wichtiger als ein republikanischer Präsident ist dem Sender, dass es kracht und entsprechend eingeschaltet wird.

Fox News wurde 1996 gegründet und überholte kurz darauf bereits Marktführer CNN. 2010 soll der Sender 800 Millionen Dollar Gewinn gemacht haben. Und da der Umsatz weiterhin hoch bleiben soll, werden die Republikaner nicht mehr geschont. Obama- und Linke-Bashing ist offenbar langweilig geworden. Fox News hat deshalb aus dem republikanischen Vorwahlkampf ein Medienspektakel gemacht.

Dahinter steht Fox-News-Senderchef Roger Ailes. Der 71-Jährige hat dafür gesorgt, dass republikanische Bewerber viel häufiger als früher im Fernsehen debattieren müssen. Die «New York Times» kommentiert dies mit den Worten: «Fox hat eine Reality-Sendung mit so vielen Kontroversen erschaffen, dass die Zuschauer einfach einschalten müssen.»

Bis zu fünf Millionen Fernsehzuschauer sahen sich jeweils die hitzigen Fox-Debatten an. Profitieren könnte davon Barack Obama. In aktuellen Umfragen liegt er vor jedem möglichen Herausforderer. Zufrieden macht dies Ailes aber auch nicht. Der Senderchef schaue sich deshalb bereits nach einem neuen Kandidaten um, heisst es. Einem unverbrauchten Kandidaten.

(ske)

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  • Otaru am 06.01.2012 07:37 Report Diesen Beitrag melden

    Ron Paul einzige Alternative

    Die einzige Alternative zu einem Kurswechsel der USA ist Ron Paul, alle anderen Kandidaten sind Status Quo. Paul: Abzug der US-Truppen aus den besetzten Ländern, Abschaffung der Fed (!!!), drastische Kürzungen des Staatshaushaltes. Zu Iran hat er einmal gesagt, er würde ihm den Frieden anbieten.

    • Florian am 06.01.2012 09:15 Report Diesen Beitrag melden

      FED abschaffen = Wunschdenken?

      Abschaffung der FED...*lol*... ist in etwa wie wenn die SNB abgeschafft werden sollte... ist das ned auch n Privatverein der auf Staatlich macht?

    • Remo Müller am 06.01.2012 09:28 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht schon wieder....

      Wird jetzt die Kommentar-Sektion wieder von 200 "Ron Paul ist super"-Kommentaren überflutet wie schon öfter? Egal wie toll sie ihn finden, er wird chancenlos sein, deshalb sparen Sie sich doch diese spam-mässigen Kommentare.

    • Tom Klaus am 06.01.2012 12:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Eigene freie Meinungen sind niemals Spam

      @Remo Müller Sind wir jetzt schon wieder so weit, dass andere Meinungen mit aller Kraft - und sei es durch Diffamierung - niedergemacht werden? Selbst wenn Ron Paul nicht die absolute Mehrheit bekommt, so sind seine politischen Ideen revolutionär. Es sei denn man will weiter mit militärischen und wirtschaftlichen Machtdemonstrationen andere unterdrücken, wie es die USA sei Jahrzehnten tut. Und noch was am Rande: nur weil es unmöglich erscheint, dass Menschen aufhören zu töten, stehlen, rauben etc. hören wir nicht auf darüber zu schreiben. Also lassen Sie jedem seine Meinung.

    • Remo Müller am 06.01.2012 22:25 Report Diesen Beitrag melden

      @Tom Klaus:

      Es ist ein sehr grosser Unterschied, ob man seine Meinung kund tut, oder sie ständig gebetsmühlenartig wiederholt. Bei JEDEM Artikel auf 20 Minuten zu den Präsidentschaftswahlen werden die Kommentare von "Ron Paul ist super"-Sprüche überfüllt, obwohl den hier kaum einer kennt. Es ist offensichtlich, dass nur eine oder ein paar wenige die Anonymität nutzen, um immer denselben Blabla zu spamen. Das hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern ist nur lästig.

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  • johnny huber am 05.01.2012 22:22 Report Diesen Beitrag melden

    CNN, MSNBC, etc...

    jeder sieht einzig Fox News als politischen TV-Sender hier in europa...aber was man nicht hört ist wie CNN, MSNBC etc. höchst links gerichtet sind und sie wiederum auf jedem republikaner "bashen". Die lieberalen sender versuchen genau so wenn nicht mehr, die gegenerische seite zu schwächen. Der unterschied ist nur, dass Fox News offen sagt und ankündigt wenn sie eine klare meinung vertreten, und die liberalen sender sich trotzallem als neutral bezeichnen... 1:0 für fox

    • Here's not Johnny am 06.01.2012 03:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Recht und rechter

      "höchst links"? Was für'n Schmarrn. Die Demokraten sind linker, aber für europäische Verhältnisse strammrechts einzustufen.

    • Aussie am 06.01.2012 10:11 Report Diesen Beitrag melden

      Faux News

      Fox ist einfach nur peinlich. Bill O'Reilly, Glenn Beck, Sean Hannity... sorry, null Verständis von meiner Seite.

    • SusiElegant am 06.01.2012 11:18 Report Diesen Beitrag melden

      Es fehlt schon lange e. dritte pol.Kraft

      Jonny ,Du hast völlig recht. Wenn der bisher ansonsten sehr tendenziöse Sender Fox die rebuplikanische Kanditaten so zeigt, so hoffe ich ,dass noch mehr Amerikaner realisieren , dass diese zumeist nur billige Clowns oder simple Vertreter von bestimmten Intressengruppen sind . Die Amerikaner müssten schnellstens auch Transparenz bei der Wahlkampffinanzierung ( wo sogar das Ausland/mächtige Finanzgruppen Einfluss mit Geld darauf nehmen) schaffen. Mögliche intelligente Kanditaten aus dem Volk mit kleinem Budget haben im amerik.Wahlkampf null Chancen.

    • ANNA am 06.01.2012 13:26 Report Diesen Beitrag melden

      Glenn Beck

      Hehe, Glenn Beck ist manchamal ganz schön, sagen wir mal "verwirrt" :)

    • bizzi am 08.01.2012 14:20 Report Diesen Beitrag melden

      glenn

      Glenn Beck ist v.a. nicht mehr bei Fox.

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  • wieauchimmer am 05.01.2012 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für rine Show

    Eins muss jetzt langsam allen klar sein...ob Republikaner oder Demokraten spielt keine Rolle! Beide verfolgen die gleiche Agenda (der rest ist alles nur Show!) und Obama ist im moment der beste Mann für die Durchsetzung der Agenda weil viele immer noch an ihn glauben. Warum Fox News jetzt so handelt könnt ihr euch selbst denken.

    • a.jones am 05.01.2012 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      same same

      sehr gut erklärt! klingt sehr einleuchtend!

    • duich ersie am 05.01.2012 23:03 Report Diesen Beitrag melden

      schon lange so.

      richtig gesehen. sie sind und waren immer auf kurs. schon lange das gleiche spiel. jfk war einzige ausnahme..

    • Reto Gubser am 06.01.2012 09:32 Report Diesen Beitrag melden

      Blabla

      Kommentare wie dieser sind reines Blabla. Von wegen Demokraten und Republikaner sind dasselbe. Schon vergessen, dass vor einigen Wochen die USA fast zahlungsunfähig geworden wären, weil sich Demokraten und Reps nicht einigen konnten? Schon vergessen, dass Obama die Gesundheitsreform gegen den Widerstand der Republianer durchgekämpft hat? Schon vergessen, dass bei Obamas Antritt der Rep. Senatsanführer sagte, seine Hauptaufgabe sei jetzt, eine zweite Amtszeit Obamas zu verhindern? (ja, das nennt man lösungsorientiert höhö)

    • Durchblick am 06.01.2012 12:45 Report Diesen Beitrag melden

      Hausgemacht

      @Reto Gubser: Hausgemachte Politik Show? Bitte immer offen für Alternativen sein...

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