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Lichter aus
30. Juli 2012 08:39; Akt: 30.07.2012 14:50 Print
Über 300 Millionen Inder ohne Strom
Im Norden Indiens sind wegen einer Netzüberlastung die Lichter ausgegangen. Hunderttausende strandeten in Zügen. Es handelt sich um den schlimmsten Stromausfall seit elf Jahren.

Stromausfälle sind in Indien wegen Engpässen in der Stromversorgung und dem veralteten Leitungsnetz keine Seltenheit, allerdings nicht unbedingt in dieser Dimension. (Bild: AFP/Prakash Singh)
Inmitten eines aussergewöhnlich heissen Sommers hat ein gigantischer Stromausfall den Norden Indiens getroffen. 370 Millionen Menschen mussten bei Hitze und Schwüle ausharren, während Klimaanlagen und Ventilatoren versagten.
Angesichts der hohen Nachfrage nach Strom während der Sommerzeit habe das Stromnetz im Norden des Landes am frühen Morgen (Ortszeit) versagt, teilten die Behörden mit.
Nach ersten Untersuchungen brach das gesamte Netz im Norden zusammen, weil einige Bundesstaaten mehr Strom abriefen als ihnen zugeteilt war. Den Behörden zufolge handelte es sich um den schlimmsten Blackout seit elf Jahren.
Nach Angaben von Energieminister Sushilkumar Shinde brach das nördliche Versorgungsnetz in der Nacht gegen 2.00 Uhr (Ortszeit) vermutlich wegen Überlastung zusammen. Unzählige Züge fielen aus, bis Dieselloks als Ersatz herbeigeschafft werden konnten.
Verkehrschaos auf Strassen und Schienen
In zahlreichen Städten brach der Verkehr zusammen, weil ausgerechnet zur Stosszeit die Ampeln ausfielen. Auch in der Hauptstadt Neu-Delhi gingen die Lichter aus. Das Metro-System von Neu-Delhi, das täglich von rund 1,8 Millionen Menschen genutzt wird, musste wegen des Stromausfalls während des morgendlichen Berufsverkehrs stundenlang den Betrieb einstellen.
Zehntausende Menschen in den Städten sassen auch ohne Wasser da, da die Pumpen ebenfalls meist mit Strom arbeiten. In den grossen Spitälern und Flughäfen ging der Betrieb dagegen ungehindert weiter - wegen immer wieder vorkommender kurzer Ausfälle bei der Stromversorgung haben die meisten inzwischen Dieselgeneratoren angeschafft.
Andere Stromnetze angezapft
Als Notmassnahme wurden nach Angaben des Energieversorgers PSOC die Stromnetze im Westen und Osten Indiens sowie aus dem Königreich Bhutan angezapft. Gegen 13.00 Uhr Ortszeit war die Versorgung in der Hauptstadt vollständig und im Rest der Region zu 70 Prozent wiederhergestellt.
Betroffen waren neben Neu Delhi unter anderem auch die Staaten Jammu und Kaschmir, Punjab, Rajasthan und Uttar Pradesh - in der gesamten Region leben etwa 28 Prozent der 1,2 Milliarden Inder.
Indien hängt bis heute in der Stromerzeugung überwiegend von der Kohle ab, zudem leidet sie unter einem veralteten Leitungssystem. Besonders in den heissen Sommermonaten, in denen der Stromverbrauch deutlich ansteigt, kommt es immer wieder zu Engpässen und kurzen Ausfällen.
Ein derart schwerwiegender Blackout wie am Montag liegt allerdings mehr als ein Jahrzehnt zurück: Im Jahr 2001 war der Norden des Landes insgesamt 16 Stunden lang ohne Strom.
(sda)
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Alle 15 Kommentare

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Weltbevoelkerung
Ja, ja, die Welt kann 20Mia Menschen ernaehren. Leider reicht essen nicht. Der Mensch braucht auch Wasser, Energie und Platz. Aber solche und aehnliche Ereignisse werden in naechster Zeit das schon etwas korrigieren.
Selber schuld!
Das kommt davon, wenn die Regierung alle gut ausgebildeten Inder ins Ausland schickt. Indien hätte jede Menge Bedarf an Ingenieuren und Informatikern, um ihre Infrastruktur aufzubauen. Stattdessen versuchen sie eine Personenfreizügigkeit mit dem Westen auszuhandeln. Bei ABB und Alstom in Zürich sitzen jede Menge Inder, die das Stromproblem in ihrer Heimat sofort lösen könnten...
Benötigt es diese hier?
Könnten wir ohne Inder diese arbeit erledigen? Haben wir zuwenig ausgebildete Schweizer in diesen Sektoren? Wenn ja warum? und wieso ändert dies niemand?
Überall das Selbe
Mit der Blue-Card werden bald Studenten in Europa auf die Arbeitsmärkte drängen, die Top ausgebildet sind und für sehr viel weniger arbeiten. Sowas wird sich auch auf die Schweiz auswirken, die Verlockung für die Wirtschaft ist einfach zu groß, wenn Löhne halbiert werden können.
Nichts Besonderes; fahrt selbst mal hin!
Ich bin etwa alle 2-3 Monaten in Indien unterwegs. Stromausfälle, auch weitläufig, sind da nun wirklich nichts Besonderes. Der Inder ist daran gewöhnt, die Geschäftswelt daran angepasst. Fast jeder noch so kleine Laden hat ein kleines Stromaggregat. Unternehmen planen in ihre eigene Betriebsinfrastruktur eine Notstromversorgung ein. Weite Teile des Bahnnetzes und vor allem die wichtigen Strecken werden per Diesellok bedient. Und der Satz, dass es zu starken Behinderungen im Berufsverkehr kam, weil die Ampelanlagen ausgefallen sind, hat mich doch sehr amüsiert! Verkehr ist da immer chaotisch!!!