Bewegender Abschied

17. Dezember 2012 20:32; Akt: 18.12.2012 09:23 Print

Erste Opfer des Amoklaufs von Newtown beerdigt

Vor einem Bestattungsinstitut in Newtown haben Verwandte und Anwohner vom sechsjährigen Jack Pinto Abschied genommen. Er war eines der Opfer des Amokläufers Adam Lanza.

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Die britische «Sun» berichtet am Dienstag, 18. Dezember 2012, über den fensterlosen, bunkerähnlichen Raum, in dem Adam Lanza im Haus seiner Mutter gelebt hat. Der Täter auf einem undatierten Bild aus einem Jahrbuch der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown, Connecticut. Ryan Kraft war vor rund zehn Jahren der Babysitter von Adam Lanza. Dessen Mutter Nancy Lanza hatte den damals 14- oder 15-Jährigen vor ihrem Sohn gewarnt: «Kehre ihm bloss nie den Rücken zu.» Dieses Bild von Adam Lanza wurde von den Strafverfolgungsbehörden veröffentlicht und von NBC News verbreitet. US-Präsident Barack Obama spricht am 16. Dezember 2012 an einer Gedenkfeier für die Opfer der Sandy-Hook-Schule den Trauernden sein Beileid aus. In seiner Rede zeigt er sich auch selbstkritisch: Die USA hätten ihre Kinder nicht ausreichend geschützt und das müsste sich nun ändern, erklärte Obama. Vor seiner Rede hat Obama die Angehörigen der 26 Todesopfer (insgesamt 27, Adam Lanzas Mutter eingerechnet) getroffen und lange mit ihnen gesprochen. Es herrscht eine bedrückende Stimmung im Saal, die Trauer um die 27 Opfer ist allgegenwärtig. Überall versuchen sich die Menschen gegenseitig Trost zu spenden. Die US-Flagge vor der Sandy-Hook-Grundschule weht wie alle Flaggen im Land auf Halbmast. Die Einwohner von Newtown warten auf den Präsidenten. Alle wollen bei der Gedenkfeier dabei sein. Decken vom Roten Kreuz helfen gegen das nasskalte Wetter. Tagelang wird in Newtown um die Opfer des Amoklaufs getrauert. Die Betroffenheit ist grenzenlos. Die Mutter des Täters, Nancy Lanza, war das erste Opfer. Sie soll eine Waffennärrin gewesen sein. Waffen waren ihr Hobby, sagte ein Bekannter. Das Bild ist zur Ikone des Dramas geworden und auf zahlreichen Zeitungs- und Onlinefronten auf der ganzen Welt erschienen. Es zeigt Jillian Soto, die per Telefon über den Tod ihrer Schwester Victoria Soto informiert wird. Die 27-jährige Victoria Soto war Lehrerin an der Sandy Hook-Grundschule. Sie hat sich heldenhaft zwischen den Täter und ihre Schüler gestellt. Sie starb im Kugelhagel. Der Amokläufer Adam Lanza mit Kameraden aus dem Techclub, einer Vereinigung technikinteressierter Schüler. Das Foto stammt aus einem Jahrbuch der Newtown Highschool. Der 20-Jährige erschoss am 14. Dezember 2012 erst seine Mutter zu Hause und danach in der Schule 20 Kinder und 6 Erwachsene. Danach tötete er sich selbst. An Mahnwachen gedenken schockierte Amerikaner der Opfer, wie hier am New Yorker Times Square. Die Kirche Saint Rose of Lima in Newtown kann nicht alle Teilnehmer einer Mahnwache fassen, einige Trauernde müssen draussen bleiben. In Hoboken, New Jersey, berichten Reporter von einem zweiten Tatort. In Hoboken lebt der ältere Bruder des Täters, der erst selbst als Todesschütze bezeichnet worden war. Ryan Lanza wurde von der Polizei zur Befragung abgeführt. US-Präsident Barack Obama wandte sich noch am selben Tag aus dem Weissen Haus an die Angehörigen der Opfer. Der Präsident, der selber zwei Töchter hat, musste sich immer wieder eine Träne aus dem Auge wischen, als er sagte: «Unsere Herzen sind gebrochen.» Dannel P. Malloy (r.), der Gouverneur von Connecticut, besucht den Tatort. In der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown, US-Stadt Connecticut, hat am 14. Dezember 2012 ein bewaffneter Mann das Feuer auf Schüler und Lehrer eröffnet Newtown ist eine Stadt im US-Bundesstaat Connecticut. Sie liegt rund 125 Kilometer nordöstlich von New York. Die Zahl der Toten war lange Zeit unklar. In ersten Meldungen hiess es noch, ein Mensch sei ums Leben gekommen. Erst viel später wurde das eigentliche Ausmass der Katastrophe bekannt. Laut CNN wurde die Leiche des Täters auf dem Schulgelände entdeckt. Der Mann soll gegen 9.40 Uhr die Schule betreten haben - eine halbe Stunde nach Schulbeginn. In den Aufzeichnungen des Notrufs hat ein Augenzeuge berichtet, dass sich der Schütze zusammen mit Kindern in einem Schulzimmer eingeschlossen habe. Er soll mit zwei bis vier Waffen bewaffnet gewesen sein. Polizeibeamte führen die Kinder weg vom Schulgelände. Ein Polizist rennt mit zwei Frauen und einem Mädchen weg von der Schule. Die Polizei hat eine Besammlungsstelle eingerichtet, wo Eltern und Kinder zusammengeführt werden. Eine Luftaufnahme von der Sandy Hook Elementary School in Newtown. Besorgte Eltern sprechen mit Polizeibeamten. Die Polizei ist mit einem Grossaufgebot vor Ort. Auch die Umgebung der Schule wird überwacht. Die Beamten sperren alles ab, was noch genauer untersucht werden muss- etwa dieses parkierte Auto. Die Kinder stehen unter Schock, sie warten auf ihre Eltern. Glücklich diejenigen, die ihre Kinder in die Arme schliessen können.

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Mit bewegenden Trauerfeiern haben Angehörige und Anwohner in Newtown Abschied von den jüngsten Opfern des verheerenden Massakers genommen. Der sechsjährige Jack Pinto und der gleichaltrige Noah Pozner wurden am Montag in der Ortschaft im US-Staat Connecticut beigesetzt. Anwohner legten vor dem Bestattungsinstitut, in dem die Verwandten von Pozner um den Jungen trauerten, zwei Teddybären, einen Strauss weisser Blumen und eine einzelne rote Rose ab.

«Wenn Noah nicht von uns genommen worden wäre, wäre er ein grosser Mann geworden», sagte sein Onkel Alexis Haller in seiner Trauerrede, die er der Nachrichtenagentur AP zukommen liess. In bewegenden Worten beschrieb er einen Jungen, der klug, lustig und mitunter ein bisschen spitzbübisch gewesen sei. «Es ist so unfassbar tragisch, dass keiner von uns Noah zurückbringen kann», sagte Haller. «Aber wir können Noah immer in uns tragen. Wir können uns an die Freuden erinnern, die er uns beschert hat.»

Gemäss jüdischer Tradition wurde Noah in einem mit einem Davidstern geschmückten Holzsarg beigesetzt. Seine Zwillingsschwester Arielle überlebte das Massaker vom vergangenen Freitag.

«Du bist nun sicher»

Aus dem Inneren des Bestattungsinstituts, in dem der kleine Jack beerdigt wurde, erklangen derweil christliche Hymnen. Dass Jack in einem offenen Sarg liege, sei eine Botschaft des Trostes und Schutzes - vor allem für andere Kinder, sagte ein Trauergast, Gwendolyn Glover. «Die Botschaft lautete: ‹Du bist nun sicher. Das Schlimmste ist vorüber.›»

Am Tag zuvor hatten zahlreiche Menschen aus Newtown gemeinsam mit US-Präsident Barack Obama der Toten gedacht. Am Freitag hatte ein Amokschütze zuerst seine Mutter, dann 26 Menschen in einer Grundschule und schliesslich sich selbst erschossen.
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(Video: Reuters)

(dapd)