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Auf Kreta
02. Juli 2012 23:51; Akt: 03.07.2012 11:06 Print
Schweizer von Polizei verprügelt
Der 25-jährige Beat L. will sich mit seiner Freundin auf Kreta entspannen. Doch es kommt anders: Als er auf seinem gemieteten Scooter von der Polizei kontrolliert wird, eskaliert die Situation.

Beat L. zeigt die Hämatome an seinen Armen.
Beat L.* (25) aus Bern wollte zusammen mit seiner Freundin Laura eine Woche lang die Seele baumeln lassen. Doch statt Erholung erlebte das Paar auf der griechischen Insel Kreta den blanken Horror: Vor knapp zwei Wochen fuhren die beiden laut L. mit einem gemieteten Scooter von der falschen Seite in eine Einbahnstrasse und wurden von der Polizei erwischt.
In dieser Gefängniszelle musste Beat L. die Nacht verbringen.
Infografik
Griechische SchuldenDie Eurokrise
«Gewaltexzesse nicht tolerierbar»
Während man im Polizeihauptquartier in Heraklion zum Fall nicht Stellung nehmen wollte, stellt sich die griechische Botschaft in der Schweiz hinter die Polizei. Wenn man einen Polizisten «Idioten» nenne und von der falschen Seite in Einbahnstrassen fahre, breche man das Gesetz in jedem demokratischen Rechtsstaat, so Sprecherin Alexandra Livada. Gleichwohl seien «Gewaltexzesse nicht tolerierbar». Auf die Frage, ob der Vorfall möglicherweise Ausdruck der wirtschaftlichen Spannungen im Land sei, meinte sie: «Griechenland ist ein sicheres Land. Touristen geniessen ihre Ferien.»
Als der Beamte ihm unterstellte, der Ausweis sei gefälscht, habe er auf Berndeutsch «Idiot» gemurmelt. Die Folge: Man habe ihm Handschellen angelegt und ihn ins Polizeiauto gestossen. «Mindestens drei Polizisten schlugen auf mich ein, vor allem gegen den Kopf», so Beat L. Ein Polizist habe ihm gar mit einem Schlagring gedroht. Die Nacht musste er in einer Gefängniszelle verbringen – ohne Wasser und unter desolaten hygienischen Bedingungen.
Durch die Hölle gegangen
Am nächsten Tag wurde der Handwerker in Heraklion vor Gericht gebracht und freigesprochen. Zurück in der Schweiz zeugen Hämatome an Beats Armen von den Schlägen, ein Daumen ist von den Handschellen noch immer gefühllos. «Wir sind auf Kreta durch die Hölle gegangen. Meine Freundin hat noch immer Albträume, denn sie wusste nicht, wohin man mich bringt.» Er will, dass seine Peiniger bestraft werden, und fordert eine Entschuldigung. Auch von seinem Reiseanbieter fühlt er sich im Stich gelassen.
L’Tur wehrt sich gegen die Vorwürfe: «Laut Angaben der lokalen Polizei hat Herr L. gegen das Polizeiauto getreten und die Beamten beleidigt. Wir haben getan, was in unserer Macht stand», so Sprecherin Nina Meyer.
*Name der Redaktion bekannt
(nop/daw)
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Alle 31 Kommentare

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Lektion gelernt
Es zeugt nicht gerade von hoher Intelligenz wenn man ein internationales Schimpfwort verwendet um im Ausland einen Staatsbeamten zu beleidigen. (heisser Tip: "Tubel" etc. hätte es auch getan..) Aber eigentlich kann der Herr froh sein, dass er dies in Europa und nicht in den USA oder in einem asiatischen Land geboten hat - dann müsste man die Blaumöschen nicht mit der Lupe suchen.. Zumindest hat die Lektion gesessen: Dieser Zeitgenosse wird sein Leben lang nie mehr einen Polizisten oder eine Autoritätsperson (welche man auch zu recht respektieren sollte) beleidigen - lesson learnt! :-)
ein Zöllner hat mir auch mal
vorgeworfen, meine Vigniette sei gefälscht. Obwohl wir Streit bekamen, habe ich ihn nicht mit Schimpfwörtern betittelt. Als Bürger zieht man gegen den Arm des Gesetzes immer den Schlechteren, auch wenn man im Recht ist. Lieber lächeln, abfahren und dann reklamieren - wenn es denn sein muss.
Die kleinen Freiheiten....
Sicher war das Verhalten der Polizisten nicht 1A. Nur Touristen sollten nie vergessen , sie sind Gäste und der Gast ist König (nur ist der König ein Despot, so kommt schnell die Republik). Ein Lächeln und ein reumütiger Blick können viel helfen. Wer aber auf Eskalation setzt sollte sich nicht wundern, sondern froh sein , dass es so glimpflich ausgegangen ist