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Trotz Gegenwind
22. Juni 2011 21:09; Akt: 22.06.2011 21:16 Print
Berlusconi bleibt ruhig - «Mehrheit ist robust»
In seiner Regierungserklärung bezeichnet Silvio Berlusconi seine Regierung als «stabil». Er will nun seine Steuerreform voran treiben.
Nach zwei schweren Wahlniederlagen hat sich Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi am Mittwoch vor dem Parlament demonstrativ zuversichtlich gezeigt. Seine Regierung sei stabil und habe die Parlamentswahl 2013 vor Augen, sagte er.
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«Die Mehrheit ist robust, die Koalition hält zusammen» - in diesem Tenor hat der innenpolitisch angeschlagene Silvio Berlusconi am Mittwoch in Rom seine Regierung verteidigt. In einer halbstündigen Erklärung im Parlament betonte der 74-jährige Regierungschef, es gebe keine Alternativen zu seinem konservativen Kabinett.
Dabei betonte Berlusconi vor allem das gute Verhältnis zum Koalitionspartner Lega Nord. Deren Chef, Umberto Bossi, hatte ihm noch vor wenigen Tagen offen mit dem Bruch gedroht.
Tatsächlich hatten zwei schwere Wahlniederlagen der Mitte-Rechts- Regierung in den vergangenen Wochen eine ernsthafte Krise zwischen Berlusconi, seiner Partei «Volk der Freiheit» (PdL) und der populistischen Nordliga ausgelöst.
Erst hatte das Bündnis bei Kommunalwahlen vor allem seine Hochburg Mailand verloren. Dann erlag es vor rund einer Woche auch noch der triumphierenden linken Opposition bei einem Referendum gegen den Wiedereinstieg in die Atomkraft und weitere drei Gesetze.
Am Dienstag hatte Berlusconi jedoch bei den Beratungen eines Entwicklungsgesetzes die Vertrauensfrage stellen lassen und dabei einen überzeugenden Sieg eingefahren. 317 der Abgeordneten stellten sich hinter die Regierung und verschafften Berlusconi damit nach längerer Zeit wieder einmal eine absolute Mehrheit.
Steuerreform angekündigt
So läutete Berlusconi am Mittwoch eine «zweite Phase» seiner Amtszeit ein. In dieser werde er die versprochene Steuerreform verwirklichen, versicherte der Ministerpräsident.
Ausserdem arbeite das Kabinett an einem grossen Plan für die Entwicklung Süditaliens. Die Regierung wolle sich auch um politische Reformen bemühen und die Zahl der Parlamentarier reduzieren. Ausserdem soll ein Senat der Regionen eingeführt werden.
Im übrigen wolle er schliesslich «nicht für immer im Regierungspalazzo Chigi bleiben». Diese Erklärungen, die von Lachern und Applaus unterbrochen wurden, richteten sich vor allem an den wackelnden Koalitionspartner.
Bossi hatte noch am Sonntag bei einer Parteiversammlung angedeutet, Berlusconis Führung könne schon zur Parlamentswahl 2013 enden, wenn der Premier die Forderungen der Lega nicht erhöre. Zu diesen gehörten unter anderem stärkere Steuererleichterungen.
Während der Regierungserklärung Berlusconis kam es italienischen Medienberichten zufolge vor dem Parlament zu Scharmützeln zwischen Demonstranten und der Polizei.
(sda)






















