Fukushima

03. September 2013 05:41; Akt: 04.09.2013 17:17 Print

Mit 442 Millionen gegen die tödliche Strahlung

Die Lage im AKW Fukushima ist noch prekärer, als bislang angenommen: Die Strahlenbelastung ist teilweise so hoch, dass sie innert Stunden zum Tod führt. Jetzt reagiert Japan mit einer Millionen-Investition.

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Der Vorsitzende der japanischen Atom-Regulierungs-Behörde, Shunichi Tanaka, nimmt vor den Medien Stellung. (Bild: Keystone/Kimimasa Mayama)

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In den letzten Tagen jagte eine Schreckensnachricht aus Fukushima die nächste: So hatte der AKW-Betreiber Tepco am Sonntag von einer um das 18-Fache gestiegenen Belastung an einem Wassertank berichtet. Die Strahlung dort sei so hoch, dass sie binnen vier Stunden zum Tod führe. Am Montag hiess es dann, die Strahlung an einem Wasser-Auffangbehälter betrage über 100 Millisievert pro Stunde. Das entspricht dem Grenzwert, der während eines Zeitraums von fünf Jahren nicht überschritten werden dürfte.

Angesichts der verschärften Krise pumpt die Regierung weitere Hunderte von Millionen an Steuergeldern in die Atomruine. Wie ein Sprecher der Regierung am Dienstag bekannt gab, sollen 47 Mrd. Yen (442 Mio. Franken) investiert werden, um die zunehmenden Mengen hochgradig verseuchten Wassers in der Atomanlage zu bekämpfen. Geplant sind langfristige und kostspielige Projekte, um das verstrahlte Wasser des havarierten Atomkraftwerks Fukushima unter Kontrolle zu bekommen.

Massnahmen unzulänglich

Zur Kühlung der Reaktoren wird laufend Wasser eingepumpt. Erschwerend kommt aber hinzu, dass zugleich Grundwasser in die Reaktorkeller sickert und sich dort mit dem verstrahlten Kühlwasser vermischt.

Die Atomaufsicht räumte ein, dass vorherige Messungen unzulänglich gewesen waren. Die Regierung erwägt nun unter anderem, ein System zur Dekontaminierung von Wasser zur Kühlung der beschädigten Reaktoren zu verbessern.

Welche Rolle spielt Olympia?

Die Probleme in der Atomruine können nach den Worten von Regierungschef Shinzo Abe nicht mehr länger allein dem Atomkonzern Tepco überlassen werden.

Dass die Regierung nun medienwirksam verkündet, eingreifen zu wollen, passiert just wenige Tage vor der Entscheidung über die Vergabe der Olympischen Spiele 2020. Tokio befürchtet, dass das Desaster in Fukushima seine Chancen gegenüber den beiden Mitbewerbern Istanbul und Madrid schmälern könnte.

Das AKW Fukushima war bei einem Erdbeben und Tsunami am 11. März 2011 havariert. (Quelle: Reuters)

(jbu/sda)