Kuba

18. September 2017 09:49; Akt: 18.09.2017 13:41 Print

Botschafts-Mitarbeiter mit Schallgerät attackiert?

Hörverluste und Hirnschwellungen: 16 Mitarbeiter erleiden in der US-Botschaft in Kuba gesundheitliche Schäden. Die USA prüfen eine Schliessung der Botschaft.

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Wegen mysteriöser «Akustik-Attacken» auf ihre Botschaft in der kubanischen Hauptstadt Havanna prüfen die USA eine Schliessung ihrer Vertretung. Angesprochen auf die Forderung von mehreren US-Abgeordneten nach einer Schliessung der US-Botschaft sagte US-Aussenminister Rex Tillerson am Sonntag dem Fernsehsender CBS: «Wir prüfen das derzeit.» Es gehe um ernste Vorfälle.

Nach US-Angaben erlitten 16 Botschaftsmitarbeiter gesundheitliche Schäden durch akustische Attacken, die vergangenes Jahr begonnen hätten. US-Regierungsvertreter äusserten in Medien den Verdacht, dass ein Schallgerät zum Einsatz gekommen sei, um das Personal der US-Botschaft zu schädigen. Einige der erkrankten Botschaftsmitarbeiter wurden zur Behandlung nach Miami im US-Bundesstaat Florida gebracht, andere wurden von US-Ärzten in Havanna betreut.

Starke Kopfschmerzen

Die Gewerkschaft Afsa, die die Interessen von US-Diplomaten und Mitarbeitern internationaler Hilfsorganisationen vertritt, hatte Anfang des Monats mitgeteilt, sie habe mit 10 der mindestens 16 Betroffenen sprechen können. Bei ihnen seien leichte traumatische Hirnverletzungen und ein dauerhafter Hörverlust diagnostiziert worden, hinzu kämen Symptome wie Gleichgewichtsverlust, starke Kopfschmerzen, Wahrnehmungsstörungen und Hirnschwellungen.

Der kanadische Rundfunksender CBC berichtete am Freitag, auch fünf kanadische Diplomaten in Havanna und deren Angehörige hätten Beschwerden wegen «Akustik-Attacken» gehabt. Es habe aber keiner von ihnen bleibende Schäden davongetragen.

Jahrzehntelange Eiszeit

Die US-Botschaft in Havanna war erst 2015 wieder eröffnet worden, nachdem der damalige US-Präsident Barack Obama Ende 2014 eine Politik der Annäherung an den Karibikstaat eingeleitet hatte. Er hatte nach jahrzehntelanger Eiszeit die diplomatischen Beziehungen zu Kuba wiederaufgenommen.

Der heutige US-Präsident Donald Trump leitete im Juni eine Abkehr von Obamas Kuba-Politik ein. Er nahm von seinem Amtsvorgänger eingeführte Lockerungen bei den Reise- und Handelsbeschränkungen mit dem kommunistischen Inselstaat zurück. Trump bezeichnete die kubanische Regierung als ein «grausames und brutales Regime» und machte die künftigen bilateralen Beziehungen von Fortschritten bei den Menschenrechten abhängig.

(fur/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 20min Zensuropfer am 18.09.2017 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Huch da war doch was

    Irgendwie fehlen nun Kommentare, vor 30min waren 2 intressante Kommentare hier die weg zensuriert wurden weil sie wohl zu kritisch gewesen waren. Dazu ein passendes Zitat von Voltaire: Wenn Du wissen willst, wer dich beherrscht, musst Du nur herausfinden, wen Du nicht kritisieren darfst.

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  • p.s am 18.09.2017 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aluhut

    Schau an jetzt haben Sie die Erkenntnis..Schade kann man keine reposts machen..So viele hier lagen richtig mit ihrer Vermutungen. Bekammen aber soviele Dislikes. An alle mit dem Galilei Syndrom, jetzt habt ihr die Antwort....

  • Fidel am 18.09.2017 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Rum, Zigarren und laute Musik

    ... haben etwa diese Nebenwirkungen, die Mitarbeitenden haben wohl das kubanische Leben etwas zu sehr genossen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nick am 18.09.2017 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die USA oder Kuba?

    Diese Technik hat die USA schon woanders eingesetzt. Nun machens die Kubaner. Oder die USA und geben dann den Kubanern die Schuld? Wer weiss...

    • rudi ratlos am 20.09.2017 09:26 Report Diesen Beitrag melden

      james bond

      nick das wird auch an anderen orten eingesetzt so werden die gehirnsträme kurzzeitig ausser ( kraft ) durchsträmen gesetzt. darum kann plätzlich ein auto lastwagen--abdriften ohne das er sich erinnern mag nachher..

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  • Ach ja? am 18.09.2017 20:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unschuldig bis Schuld bewiesen

    Nur eine einzige Frage: Beweise?!

    • Realist am 20.09.2017 14:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ach ja

      Seit wann brauchen Amerikaner Beweise? Das wäre etwas ganz Neues.

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  • Realist am 18.09.2017 20:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump Mitarbeiter

    Moment mal... War D. Trump auch in der Botschaft angestellt?

  • ;) am 18.09.2017 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Am Ende

    Kam es noch von den eigenen Abhöranlagen im Gebäude^^

  • David M. am 18.09.2017 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist so...

    Kubanische Musik muss man im Blut haben!-)