Tod durch die Fernbedienung

20. September 2017 16:00; Akt: 10.10.2017 09:53 Print

Britische Drohne stoppt IS-Exekution in Syrien

Aus rund 3000 Kilometern Entfernung hat ein Militäreinsatz der britischen Luftwaffe eine öffentliche Hinrichtung verhindert.

Drohnenangriff verhindert IS-Hinrichtung in Syrien. (Video: Tamedia/Material von Ministry of Defence/UK)
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Das britische Verteidigungsministerium hat ein Video aus seinem Hauptquartier in Katar veröffentlicht, das einen Drohneneinsatz der Royal Air Force (RAF) in Syrien zeigt. Zu sehen ist, wie der Operateur einer Drohne vom Typ Reaper aus rund 3000 Kilometern Entfernung eine öffentliche Hinrichtung der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in der syrischen Stadt Abu Kamal verhindert.

Das Video der Drohnenkamera zeigt folgende Szene: Auf einem öffentlichen Platz in Abu Kamal bereiten IS-Henker eine Exekution vor; zwei Gefangene werden aus einem Lieferwagen geholt, zahlreiche Zivilisten stehen herum. Auf dem Dach eines angrenzenden Gebäudes stehen zwei Scharfschützen. Doch ein direktes Eingreifen des Drohnen-Operateurs ist nicht durchführbar, da dabei mit grösster Wahrscheinlichkeit auch Zivilisten sterben würden. Da entdeckt er einen IS-Scharfschützen auf dem Dach eines Gebäudes.

IS-Henker flüchteten

«Das Individuum, das wir ins Visier genommen haben, war ein Scharfschütze, der nach flüchtenden Zivilisten Ausschau hielt, um sie gegebenenfalls zu erschiessen», sagte Johnny Stringer, Leiter aller britischen Luftoperationen in Syrien und im Irak, gegenüber «Daily Mail».

Die Drohne feuert ihre Hellfire-Rakete ab; auf den Videobildern ist eine Explosion zu sehen und Menschen, die danach in Panik flüchten. Auch die IS-Henker suchen Schutz. Laut der britischen Armee konnten durch diesen Luftschlag, der bereits im Mai durchgeführt worden war, zwei in Ketten gelegte Gefangene knapp vor ihrer Hinrichtung – zumindest vorerst – gerettet werden.

Drohneneinsätze verhindern Anschläge

Laut Kommandant Johnny Stringer war die Szene ein typisches Beispiel dafür, dass der IS Zivilisten unter Waffengewalt zwingt, zu Hunderten diesen Exekutionen beizuwohnen.

Es ist nun aber das erste Mal, dass London Aufnahmen solch geheimer Einsätze öffentlich macht. Die Drohneneinsätze in Syrien und im Irak hätten bereits mehrere Anschläge in Grossbritannien verhindert, rechtfertigte Stringer die Anwendung von Luftangriffen. Unter den Getöteten aus der Reihen des IS seien in den letzten Monaten auch einige britische Staatsbürger gewesen, so Stringer.

(nag)