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Afghanistan
18. September 2009 11:13; Akt: 18.09.2009 12:05 Print
Berlusconi bläst zum Rückzug
Sechs italienische Soldaten sind bei einem schweren Selbstmordanschlag in Afghanistan getötet worden. Nun hat sich Regierungschef Silvio Berlusconi für ein Ende des im Volk höchst unpopulären Einsatzes ausgesprochen.
«Wir sind alle überzeugt, dass wir unsere Soldaten so rasch wie möglich nach Hause bringen sollten. Es handelt sich jedoch um ein internationales Problem. Der Rückzug ist kein Beschluss, den ein Land allein fassen kann, weil es damit das Vertrauen der anderen an der Mission beteiligten Länder enttäuschen würde», sagte Berlusconi am Donnerstag am Rande des EU-Sondergipfels in Brüssel.
Silvio Berlusconi am EU-Gipfel in Brüssel.(Bild: Keystone)
Bei einem der schwersten Selbstmordanschläge auf westliche Truppen waren am Donnerstag in Kabul sechs italienische NATO-Soldaten und zehn Zivilisten ums Leben gekommen. «Das ist ein schmerzhafter Tag für Italien», sagte Berlusconi. Er erklärte, dass nach den Wahlen in Afghanistan bereits eine Reduzierung der italienischen Truppen geplant war. «Wir werden in dieser Richtung weitermachen.»
Lega verlangt Abzug bis Weihnachten
Die in Italien mitregierende rechtspopulistische Lega Nord verlangt einen Abzug der Truppen bis Weihnachten. Lega-Chef Umberto Bossi kündigte an, das Thema «an der nächsten Kabinettssitzung» zur Sprache zu bringen. Berlusconi sagte dazu, bisherige Abzugspläne könnten beschleunigt werden, sobald dies der Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte erlaube.
Der Afghanistan-Einsatz ist im italienischen Volk höchst unpopulär. Das belegt eine neue Umfrage, in der sich 58 Prozent der Befragten für den Truppenabzug aussprachen und nur 26 Prozent für einen Verbleib in Afghanistan. Der italienische Einsatz begann im Jahr 2004, seither sind 21 Soldaten ums Leben gekommen.
(pbl/sda)






















